Schädling im Gemüsebeet "Weiße Fliegen" am Kohl: Was gegen die Kohlmottenschildlaus hilft

Aleyrodes proletella, "Weiße Fliege"

Auf und unter den Kohlrabi-Blättern sammeln sich im Sommer gerne Scharen von weißen Fliegen. Diese Kohlmottenschildläuse befallen auch Blumenkohl und anderes Kohlgemüse. Was Sie dagegen tun können, lesen Sie hier.

Kleine weiße Fliege auf Kohlrabi-Blatt
Winzig, aber in Massen dennoch schädlich: Die Kohlmottenschildlaus saugt an Pflanzen und hinterlässt klebrigen Honigtau, auf dem sich Pilzkrankheiten ausbreiten können. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Sommer vermehren sich im Gemüsebeet manchmal massenhaft "weiße Fliegen". Die winzigen Tiere sind jedoch genau genommen keine Fliegen, sondern werden Kohlmottenschildläuse genannt. Sie zählen zu den häufigsten Schädlingen an Kohlgemüse. Unter den Blättern von Kohlrabi, im Blumenkohl, am Rosenkohl oder Wirsing finden sie sich besonders häufig. Werden die Blätter bewegt, fliegen ganze Schwärme in weißen Wolken auf. Trockene, warme Sommer begünstigen den Befall.

Ab Anfang Juli schlüpfen in der Regel die Larven der wärmeliebenden Art. Ende August kann es zu einer massenhaften Vermehrung kommen. Vier bis fünf Generationen sind im Jahr möglich, da es vom Ei bis zur ausgewachsenen Mottenschildlaus nur etwa vier Wochen dauert.

Schäden beim Befall mit der Kohlmottenschildlaus

Die weißen Tierchen saugen an den Pflanzen und scheiden zuckerhaltigen, klebrigen Honigtau aus. Genau diese Ausscheidungen sind das Problem: Rußtaupilze siedeln sich auf den Flecken an und lassen das Gemüse verderben. Ist der Kohl nur sehr schwach befallen und nicht verschmutzt, kann er grundsätzlich noch verarbeitet und gegessen werden.

Was Sie gegen weiße Fliegen tun können

Decken Sie die Pflanzen mit Gemüseschutznetzen ab

Wenn Sie die jungen Kohlpflanzen ins Beet setzen, können diese direkt mit sehr feinmaschigen, wasserdurchlässigen Netzen abgedeckt werden.

Mottenschildlaus weiße Fliege
Da die Mottenschildläuse winzig sind, sollten Schutznetze eine Maschenweite von 0,8 mal 0,8 Millimetern haben. Bildrechte: imago images / Nature Picture Library

Die Maschenweite sollte bei 0,8 mal 0,8 Millimetern liegen, rät die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft. Der Vorteil sehr feiner Netze ist, dass sie auch Schutz vor Erdflöhen und anderen, winzigen Schädlingen bieten. Zum Gießen brauchen sie überdies nicht abgenommen zu werden. Wählen Sie die Netze so groß, dass sie das gesamte Beet abdecken und doppelt so viel Raum nach oben bleibt, wie die Pflanzen hoch werden. Mit Hilfe eines Gerüsts können Sie auch einen Tunnel über dem Gemüse anlegen.

Fördern Sie Nützlinge

Die Natur sorgt außerdem für Gegenspieler: Zu den wichtigsten Nützlingen gehören einheimische Schlupfwespen der Art Encarisa tricolor. Diese winzigen Wespen legen ihre Eier in andere Tiere, so dass sich die Larven darin entwickeln können. Auch die Marienkäfer-Art Clitostethus arcuatus vernichtet den Nachwuchs von Kohlmottenschildläusen. Damit sich Nützlinge bei Ihnen einstellen, sollte der Garten naturnah und in Teilen eher "unaufgeräumt" gestaltet sein. Schlupfwespen zum Beispiel lieben es, wenn Sie für Wildwuchs, blühende Pflanzen, Nist- und Versteckmöglichkeiten sorgen. Die Tiere reagieren dagegen empfindlich auf den Einsatz von Pestiziden.

Sprühen Sie Mittel auf Rapsöl- oder Neem-Basis

Eine weitere Möglichkeit ist, die Blattunterseiten mit einem Präparat auf Rapsöl- oder Neem-Basis zu besprühen. Die beste Tageszeit dafür ist der frühe Morgen.

Geben Sie den Schädlingen keine Überwinterungsmöglichkeit

Kohlmottenschildläuse überwintern an Kohlgewächsen und Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler. Dazu zählen auch Raps und Wildkräuter wie Hirtentäschelkraut. Entfernen Sie daher vor dem Winter sorgfältig Erntereste von Kohlpflanzen und Kreuzblütler aus dem Garten.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 11. August 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. August 2019, 08:30 Uhr