Ein Mann steht in einem Bürogebäude  im Fahrstuhl und fasst sich gestresst an die Stirn. 6 min
Audio: Mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland befürchtet, an einem Burnout zu erkranken. Wirtschaftspsychologin Patrizia Thamm erklärt, dass auch junge Menschen betroffen seien. Bildrechte: picture alliance / dpa Themendienst | Alexander Heinl

Studie 61 Prozent der Arbeitnehmer fürchten ein Burnout

13. Februar 2024, 19:04 Uhr

Unter Deutschlands Beschäftigten wächst die Angst vor einem Burnout. Eine Studie zeigt, dass vor allem Überstunden und Termindruck den Arbeitnehmern zusetzen. Die Krankenkasse Pronova sieht die Arbeitgeber in der Pflicht, ihren Beschäftigten zu helfen.

Das Angst vor einem Burnout hat unter Beschäftigten in Deutschland einer Studie zufolge zugenommen. 61 Prozent der Bundesbürger befürchten, an Überlastung zu erkranken - elf Prozentpunkte mehr als vor der Corona-Pandemie im Jahr 2018, als dies nur jeder Zweite von sich sagte, wie die repräsentativen Studie "Arbeiten 2023" der Betriebskrankenkasse Pronova zeigt.

Jeder Fünfte (21 Prozent) stuft demnach die Gefahr, ein Burnout zu erleiden, als "hoch" ein – vor der Pandemie waren es nur 14 Prozent. 40 Prozent bezeichnen die Gefahr als "mäßig", 2018 sagten dies 36 Prozent.

Rund 30 Prozent der Befragten hatten in ihrem Leben bereits ein Burnout. 13 Prozent waren in den vergangenen zwölf Monaten an einem Burnout erkrankt, unter den 18- bis 29-Jährigen sogar 18 Prozent.

Krankenkasse fordert mehr Einsatz von Firmen

Die Krankenkasse sieht die Arbeitgeber in der Pflicht, mehr für die psychische Gesundheit ihrer Beschäftigten zu tun. Wirtschaftspsychologin und Pronova-Referentin Patrizia Thamm sagte MDR AKTUELL, Unternehmen müssten bei den Arbeitsbedingungen gegensteuern. Dafür brauche es viel Flexibilität, Verständnis und Unterstützung. "Wir müssen der Erhaltung der psychischen Gesundheit noch mehr Aufmerksamkeit schenken", sagte sie.

Bei der Krankenkasse Pronova hat die Zahl der Burnout-Fälle 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent zugenommen. Im Schnitt fehlen die Betroffenen deshalb rund 30 Tage am Arbeitsplatz. Als Hauptgründe für den Stress nennt jeder Dritte Überstunden (34 Prozent) und ständigen Termindruck (32 Prozent). Jeder Vierte empfindet hohe körperliche Belastungen als Stressfaktor, viele bemängeln die Pflicht zur ständigen Erreichbarkeit (24 Prozent), Schichtarbeit (21 Prozent), aber auch die schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder Pflege von Angehörigen (19 Prozent).

Für die Studie wurden 1204 Erwachsene ab 18 Jahren befragt. 

AFP/MDR (lik)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Februar 2024 | 16:36 Uhr

Mehr aus Deutschland

Mehr aus Deutschland