Das Hochwasser der Mosel überflutet auch die Ufer von Zell. Die Entwicklung des Hochwassers beschäftigt Rettungskräfte und Bevölkerung im Saarland und in Rheinland-Pfalz weiter.
Das Hochwasser der Mosel überflutet auch die Ufer des Ortes Zell. Insgesamt beruhigt sich die Lage aber. Bildrechte: picture alliance/dpa | Jason Tschepljakow

Überflutungen an Saar und Mosel Lage in Hochwassergebieten unter Kontrolle

19. Mai 2024, 21:38 Uhr

Im Südwesten Deutschland hat starker Dauerregen vom Freitag die Pegel der Flüsse ansteigen lassen. Besonders betroffen sind das Saarland und Rheinland-Pfalz, wo es Erdrutsche gab sowie Straßen und Häuser geflutet sind. Mittlerweile beruhigt sich die Lage wieder.

Nach den extremen Dauerregen am Freitag im Saarland und in Rheinland-Pfalz beruhigt sich die Lage allmählich. Ein Sprecher des saarländischen Innenministeriums sagte am Sonntag, "die Pegelstände fallen nahezu überall und die Aufräumarbeiten beginnen". Die Flüsse Saar und Mosel waren über die Ufer getreten, hatten Straßen und Häuser geflutet und für Erdrutsche gesorgt.

Auch in Rheinland-Pfalz entspannt sie die Lage. Eine Sprecherin des Landkreis Trier-Saarburg erklärte am Sonntagmorgen, die Nacht sei ruhig verlaufen, die Pegel seien weiter gesunken. In der Nacht hätten die ehrenamtlichen Helfer eine Pause machen können. Am Morgen starteten die Aufräumarbeiten.

Bei einem Rettungseinsatz im Saarland ist eine 67-Jährige in Saarbrücken verletzt worden und am Sonntagabend an den Folgen gestorben. Das teilte die Stadt Saarbrücken mit.

Lage ist unter Kontrolle

In Blieskastel im Saarland wurde die historische Altstadt mit Pumpen vom Wasser befreit. "Das Wasser steht dort noch stiefelhoch, die Lage ist unter Kontrolle", sagte der Sprecher am Vormittag. Einen Einsatz gibt es am Sonntag noch in der Stadt Lebach am Rande des Hochwassergebiets. Dort soll im Laufe des Tages noch eine Weltkriegsbombe entschärft werden.

Auch im benachbarten Rheinland-Pfalz kam es zu Hochwasser, dort liefen Keller und Straßen voll. Viele kleinere Bäche und Flüsse traten über die Ufer.

Auch am Rhein in der Umgebung Bonns machte sich der anhaltende Regen bemerkbar. Für Bonn wurde am Sonntagmorgen ein Rhein-Pegel von 6,03 Meter gemeldet, für Köln berichtete die Hochwasserschutzzentrale am Vormittag über einen Stand von 6,10 Metern. Schiffe müssen dort ab der Hochwassermarke I – sie beginnt bei 6,30 Metern – ihre Geschwindigkeit drosseln.

Helfer aus Mitteldeutschland

Aus Sachsen und Thüringen sind rund 40 Helfer des THWs in das Hochwassergebiet gefahren. Auch Sachsen-Anhalt hatte am Samstag angeboten, Einsatzkräfte in die betroffenen Gebiete zu schicken. Das hat eine Sprecherin des Landesverbandes MDR SACHSEN-ANHALT am Sonntag bestätigt. Demzufolge könnten die Einsatzkräfte jederzeit ins Saarland fahren, um dort ihre Kolleginnen und Kollegen abzulösen. Man beobachte die Lage in den kommenden Stunden.

Aktuell würde unter anderem der THW-Landesverband Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt Unterstützung mit dem "Virtual Operation Support Team" (VOST) leisten. Dieses Team erstelle unter anderem Lagekarten und beobachte Social Media, um den Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit zu helfen. Es könne ein schneller Überblick gegeben werden, was an welcher Stelle gebraucht werde.

Scholz besuchte betroffene Region

Am Samstag hatte sich auch Bundeskanzler Olaf Scholz gemeinsam mit der saarländischen Ministerpräsidentin Anke Rehlinger ein Bild von der Lage im Südwesten Deutschlands gemacht. In Gummistiefeln sprachen die beiden SPD-Politiker unter anderem in Kleinblittersdorf mit Betroffenen.

Innenministerin Nancy Faeser versprach derweil Hilfe: "Der Bund unterstützt insbesondere das Saarland mit starken Kräften, um nach den schweren Überflutungen Menschenleben zu schützen und die Zerstörung durch die Wassermassen so weit wie möglich zu begrenzen", sagte sie.

Hochwasser auch in Frankreich, Belgien und den Niederlanden

Nicht nur der Südwesten Deutschlands war von den starken Regenfällen betroffen, auch Belgien, die Niederlande und Frankreich sind unter Wasser gesetzt. In der Region Liège im Osten Belgiens waren 150 Feuerwehrleute im Einsatz, um auf rund 550 Notrufe zu reagieren, wie Gouverneur Hervé Jamar am Samstag mitteilte. Verletzte habe es nicht gegeben. Vor allem mussten Keller und Straßen freigepumpt werden. Auf der anderen Seite der Grenze in der niederländischen Region Limburg mussten zwei Campingplätze wegen drohenden Hochwassers evakuiert werden. 

In Frankreich wurde für das Département Moselle an der Grenze zum Saarland am Samstag eine Hochwasserwarnung ausgegeben. Dort fiel "in weniger als 24 Stunden so viel wie Regen wie sonst in einem Monat", gab die Präfektur bekannt. Mehr als 1.000 Feuerwehrleute waren den Behörden zufolge im Einsatz. Dennoch verbesserte sich auch im Osten Frankreichs die Lage. Die Autobahn Straßburg-Paris blieb allerdings ebenso wie eine ganze Reihe anderer Straßen in der Region gesperrt.

dpa,AFP (kar)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 19. Mai 2024 | 11:00 Uhr

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