Junger, warm angezogener Mann wärmt sich die Hände an einer Teelichtheizung.
Immer mehr Menschen hoffen, mit einem Teelichtofen Heizkosten zu sparen. Bildrechte: IMAGO / Bihlmayerfotografie

Alternative Heizmethoden Teelichtöfen gegen Kälte: Lebensgefährlich und teurer als Gas

18. Oktober 2022, 14:28 Uhr

Goldener Herbst hin oder her, der Winter rückt näher. Bald werden die Temperaturen fallen und das Heizen damit unvermeidbar. Daher suchen immer mehr Menschen nach alternativen Heizmethoden, mit denen sich Geld sparen lässt. Warum man allerdings von Teelichtöfen lieber absehen sollte, wenn einem Gesundheit und Geldbeutel lieb sind.

Diese Woche beschert uns ja noch einen sonnigen Herbst mit ungewöhnlich milden Temperaturen. Aber irgendwann ist wohl oder übel Schluss damit – und es wird grau und kalt. Dann führt kein Weg mehr am Heizen vorbei. Und da kursieren angesichts gestiegener Energie-Preise die verrücktesten Ideen, die Wohnung warm zu bekommen – absolut im Trend: Der sogenannte Teelichtofen. Wobei der Begriff Ofen hier eher in die Irre führt.

Es gibt sie in den verschiedensten Varianten, zum Selbstbauen oder als Komplett-Paket, doch das Grundprinzip ist überall das Gleiche: Das simpelste geht so: Ein umgedrehter Tontopf wird mittels Gewindestange mit einem gewissen Abstand über einer Schale befestigt, auf die Teelichter gestellt werden. Brennen die Kerzen, dann erwärmt sich die Luft unter dem Topf und kann dort auch gespeichert werden.

Kohlenmonoxid-Vergiftungsgefahr

Doch Vorsicht bei diesen alternativen Heizmethoden, warnt Markus Walburg, Sprecher des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks: "Selbstgebastelte Möchtegernfeuerstellen wie zum Beispiel diese Teelichtöfen sind absolut lebensgefährlich." Gemeinsam mit Organisationen wie dem Feuerwehrverband haben die Schornsteinfeger deshalb eine Aufklärungskampagne gestartet. Denn für Walburg und seine Mitstreiter sind diese vermeintlichen Heizalternativen vor allem eines: ein großes Brand- und Sicherheitsrisiko.

Füllt sich der Raum mit Kohlenmonoxid bekommt man, wenn man dementsprechend vergiftet ist, Kopfschmerzen, man wird müde und wacht nie wieder auf.

Ein Teelichtofen habe keine Zulassung für geschlossene Räume, erklärt Walburg. "Hier besteht absolut die Gefahr der Kohlenmonoxid-Vergiftung." Interessant sei, dass die die Tonkrüge der selbstgebastelten Teelichtöfen 130 bis 140 Grad heiß würden. "Ich habe gestern einen Selbstversuch durchgeführt, da ist natürlich absolute Verbrennungsgefahr da“, sagt Walburg.

Walburg betont nochmal die Gefahr des Kohlenmonoxid, man riecht und schmeckt es nicht: "Füllt sich der Raum mit Kohlenmonoxid  bekommt man wenn man dementsprechend vergiftet ist, Kopfschmerzen, man wird müde und wacht nie wieder auf."

Teelichtöfen unterm Strich teurer als Gas

Auch Anke Schwark von der Verbraucherzentrale Thüringen hat eine klare Meinung zu diesen Teelichtöfen: "Schöner Schein – es hat einen Wohlfühlcharakter, nur zum Beheizen einer Wohnung ist es keine Variante." Die Energie-Beraterin hat mal ausgerechnet, wie viele einzelne Teelichter für einen etwa 20 Quadratmeter großen Raum benötigt werden, um den für vier Stunden warm zu bekommen: Es sind rund 81! "Das würde heißen: 489 Teelichter brauche ich pro Tag. Das sind etwa 24,50 Euro. Wenn ich Gas einsetze, zahle ich 15,60 Euro", rechnet Schwark vor.

Am Teuersten aber sind nach ihren Worten elektrische Heizgeräte, die würden für die gleiche Menge an Energie mehr als doppelt so viel Kosten verursachen. Sie rät dazu, nicht darauf zu verfallen, die Alternative zu nutzen, weil man meine, es sei kostengünstiger. "Das bringt nichts", betont die Expertin. Dann solle man doch besser den Thermostat runterregeln, damit nicht so viel Energie in den Raum gelange.

Sicherer ist es auf jeden Fall.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 18. Oktober 2022 | 06:00 Uhr

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