Diskussion um Welterbetitel Altar aus dem Naumburger Dom geht auf Reisen

Der Altar von Lukas Cranach dem Älteren aus dem 16. Jahrhundert wird aus dem Naumburger Dom entfernt und an andere Einrichtungen verliehen, zuerst an ein Museum in Paderborn. Weil er im Dom in Naumburg die berühmten Stifterfiguren verdeckt hatte, diskutierten Experten in diesem Jahr, ob der Unesco-Welterbetitel des Doms noch gerechtfertigt war.

Marienaltar im Dom zu Naumburg von unten gesehen.
Der Altar wurde zwischen 1517 und 1519 geschaffen. Bildrechte: Falko Matte

Der umstrittene Altar des Naumburger Doms geht auf Reisen. Er ist am Sonntag zum vorerst letzten Mal im Dom zu sehen. Dann wird er nach Paderborn in Nordrhein-Westfalen gebracht, um im Diözesanmuseum gezeigt zu werden.

Weitere Stationen sind nach Angaben einer Sprecherin geplant. Der Altar soll demnach 2024 oder im ersten Halbjahr 2025 zurückgebracht werden.

Altar hatte wertvolle Figuren verdeckt

Nachdem der Altar im Juli wieder aufgestellt worden war, wurde diskutiert, ob der Unesco-Welterbetitel des Naumburger Doms aberkannt werden sollte. Der Direktor der Domstifter, Holger Kunde, sagte, die Reise des Altars soll etwas Ruhe in die Debatte bringen.

Der Altar von Lukas Cranach dem Älteren hatte die berühmten Stifterfiguren im Dom verdeckt. Das kritisierten Experten des Weltdenkmalrates Icomos. Die Stifterfiguren waren ausschlaggebend für den Welterbetitel gewesen.

Dauer der Ausstellung verkürzt

Dass der Titel, der 2018 vergeben worden war, aberkannt worden wäre, falls der Altaraufsatz nicht abgebaut würde, wies der Icomos-Experte und Professor für Denkmalpflege Achim Hubel zurück. Seiner Einschätzung nach, könnte der Dom höchstens auf die "Rote Liste" des gefährdeten Welterbes und zu einer Verhandlung mit der Unesco kommen. Auch das könne er sich nicht vorstellen.

Der Altar sollte drei Jahre lang im Dom ausgestellt werden. Die Dauer wurde nun auf Wunsch des Landes Sachsen-Anhalt verkürzt.

dpa, MDR (Julia Heundorf)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 04. Dezember 2022 | 09:00 Uhr

1 Kommentar

Burgfalke vor 9 Wochen

Gut daß es jetzt eine Lösung gegeben hat.

Ein in drei (?) Anläufen erbettelt bzw. errungenes Weltkulturerbe so fahrlässig auf Spiel zu setzen, das war schon sehr fmerkwürdig und zugleich dumm!

Wobei die Naumburger, aus welchem Grund auch immer, in Magdeburg scheinbar Narrenfreiheit in jeder Hinsicht haben. So die äußerst kostenaufwendige "Grundreinigung" des Domes von Außen mit Mitteln aus der Kohleumstrukturierung in Höhe von ca. 900 T€ (?).
So undankbar durfte/ wollte man nun wirklich nicht handeln u. hat damit eine Lösung gefunden.

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