Rücktritt von Stefan Gebhardt Linke: Neue Doppelspitze wird erst im März 2023 gewählt

Die im März gewählte Doppelspitze der Linken in Sachsen-Anhalt war schon nach einer Woche zu einer Ein-Frau-Führung geworden. Einen neuen Co-Chef will die Partei erst im März 2023 wählen. Bis dahin gebe es noch genug andere Aufgaben, die erledigt werden müssten, meint die Landesvorsitzende Janina Böttger. Der bisherige Mit-Vorsitzende war nur eine Woche nach seiner Wahl zurückgetreten.

Eine Stimmkarte hält eine Delegierte auf einen Landesparteitag der Partei Die Linke hoch.
Der neue Co-Chef der Linken in Sachsen-Anhalt soll im März 2023 gewählt werden. Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalts Linke will die Nachfolge für das Amt des Co-Parteichefs erst im nächsten Jahr regeln. Eine Nachwahl für den zurückgetretenen Stefan Gebhardt soll auf einem Landesparteitag im März 2023 erfolgen, sagte die Landesvorsitzende Janina Böttger.

Auf "heißen Herbst" vorbereiten

Böttger begründete die Entscheidung damit, dass die Partei aktuell ihr sozialpolitisches Profil nach außen tragen und sich auf den "heißen Herbst" vorbereiten will.

Janina Böttger, Vorsitzende der Partei Die Linke in Sachsen-Anhalt.
Landesvorsitzende Janina Böttger will sich auf "heißen Herbst" konzentrieren. Bildrechte: dpa

Rücktritt nach Wahl

Die Linke hatte auf einem digitalen Parteitag im März 2022 mit Janina Böttger und Stefan Gebhardt erstmals in Sachsen-Anhalt eine Doppelspitze gewählt. Gebhardt war jedoch nur eine Woche nach seiner knappen Wahl (50,5 Prozent) zurückgetreten.

Janina Böttger und Stefan Gebhardt, Landesvorsitzende der Partei die Linke in Sachsen-Anhalt, stehen beim Parteitag im Kulturhaus Leuna nebeneinander.
Janina Böttger und Stefan Gebhardt wurden im März 2022 zur Linken-Doppelspitze in Sachsen-Anhal gewählt. Eine Woche später trat Gebhardt bereits zurück. Bildrechte: dpa

Kritik an Ausrichtung der Partei

In einem fünfseitigen Brief hatte der Landtagsabgeordnete die Landespartei scharf kritisiert. Er kritisierte nicht nur die unklare strategische Ausrichtung seiner Partei, sondern auch den Umgang einiger in der Parteispitze miteinander. Zudem beklagte er Gräben zwischen Landtagsfraktion und Partei sowie einen misslungenen Wahlkampf.

Die Linke hatte bei der Landtagswahl 2021 so viele Stimmen verloren wie keine andere Partei, kam laut amtlichen Endergebnis auf 10,9 Prozent. Die Fraktion schrumpfte damit von 16 auf 12 Abgeordnete. Zu Jahresbeginn 2022 hatte die Linke in Sachsen-Anhalt rund 3.100 Mitglieder. Seit 2007 (rund 6.100) hat sich die Zahl ihrer Mitglieder damit halbiert.

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dpa, MDR (Moritz Arand)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 13. September 2022 | 06:30 Uhr

2 Kommentare

Burgfalke vor 12 Wochen

Da treten einige Realpolitiker aus dieser Partei aus, aber man tut in der Partei so als wäre das normaler "Schwund".

Wann findet diese Partei wieder die Bodenhaftung zurück u. zeigt die in unserer Gesellschaft vorhanden Probleme auf? Kümmert sich trotz Widerstand u. Häme um die Sorgen der Bürger u. wird zu dem wieder als einzige noch verbliebene Friedenspartei aktiv?

Warum haben eigentlich diese beiden Politiker das Handtuch geschmissen, wobei einer ausgetreten ist?

Ich persönlich habe trotz aller dummer Kritik größte Achtung vor mutigen Parteimitgliedern u. diese wird gedeckt durch weite Teile in der Bevölkerung!

Klare Aussagen trotz Diffamierungen, Dinge aussprechen, die die Bürger bewegen, statt im eigenen "ideologischen Käfig" zu verharren u. damit überflüssig werden u. die Bürger in Stich zu lassen!

Im aktuellen Zustand könnte ich diese Partei, noch eine andere, wählen!

Burgfalke vor 12 Wochen

Wenn das so weitergeht, so kann die Linke bald die "Glocke" läuten hören.

Im Gegensatz zu anderen hier, bin ich der Meinung, daß es eine echte (!) linke Partei in D. gebraucht wird, ist ist notwendig!

So wie sie allerdings derzeit ist, so wird sie nicht gebraucht. Abgehoben von ihren Wählern sind ihr eigene Grabenkämpfe fast schon an der Tagesordnung. Dazu mkommen solche Dinge wie das völlig unnötige "Gendern", das völlig überzogen und an den Vorstellungen der Bürger bzw. deren Wähler vorbei geht.
Von Friedenspolitik u. den Sorgen der Bürger hält man erkennbar nicht mehr viel. Man hat sich in weiten teilen dieseer Partei dem "Mainstream" angepaßt.

Nur sehr wenige Mitglieder haben den Mut u. die Größe ihre Meinung öffentlich zum Ausdruck zu bringen u. vertreten die Interessen ihrer Wähler bzw. sehr vieler Bürger!
Doch schon kommen die stetig "besserwissenden Ideologen" aus den eigenen Reihen u. fordern den Parteiaustritt. Gut, daß die Führungsspitze noch (?) standhaft bleibt!

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