Konstituierende Sitzung nach Landtagswahl Kirchner bleibt AfD-Fraktionschef

Oliver Kirchner führt auch in der neuen Legislaturperiode die AfD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt. Er ist am Donnerstag auf der konstituierenden Sitzung zum Fraktionsvorsitzenden gewählt worden. Die neue Fraktion hat 23 Abgeordnete.

Oliver Kirchner, Fraktionsversitzender der AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt, steht im Plenarsaal des Landtages am Rednerpult.
Oliver Kirchner im Magdeburger Landtag. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Der alte Fraktionsvorsitzende der AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt ist auch der neue Vorsitzende. Oliver Kirchner ist auf der konstituierenden Sitzung der AfD-Fraktion nach der Landtagswahl in seinem Amt bestätigt worden. Er erhielt eine Gegenstimme.

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MDR extra So 06.06.2021 20:15Uhr 10:01 min

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Nach seiner Wahl sagte Kirchner, alle seien sich einig, geschlossen in diese Periode zu gehen. Mit den vielen neuen Gesichtern habe man den Wählerauftrag bekommen, sich regierungsfähig zu machen in den kommenden fünf Jahren. Zum neuen Parlamentarischen Geschäftsführer der Fraktion wurde Tobias Rausch gewählt. Er tritt die Nachfolge von Robert Farle an, der für den Bundestag kandidiert.

Ergebnisse Wahlkreise und Gemeinden

Grafik zur Landtagswahl 2021, Gemeindeergebnisse
Mindestens 83 Abgeordnete ziehen nach der Wahl am 6. Juni 2021 in den achten Landtag in Sachsen-Anhalt ein. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auch drei Stellvertreter gewählt

Auf der ersten Sitzung nach der Wahl haben die 23 Abgeordneten auch die Stellvertreter von Fraktionschef Kirchner gewählt. Der 1. Stellvertreter ist Ulrich Siegmund, an zweiter Stelle folgt Hans-Thomas Tillschneider und dritter Vertreter ist Gordon Köhler.

Kirchner führt Fraktion seit 2018

Oliver Kirchner führt die AfD-Fraktion seit März 2018. Die Partei erreichte bei der Landtagswahl am Sonntag 20,8 Prozent der Stimmen. Sie wurde damit wie schon bei der Landtagswahl 2016 wieder zweitstärkste Fraktion im Magdeburger Landtag.

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Die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten der sechs großen Parteien zur Landtagswahl Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/Mario Köhne

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 10. Juni 2021 | 19:00 Uhr

8 Kommentare

aus Elbflorenz vor 3 Tagen

@Der Matthias
"So hatte die AFD mit Kirchner einen dieses Mal besonders blassen Spitzenkandidaten ins Rennen geschickt..."
Eben, er wirkt blass, aber das täuscht. Warum sollte man jemandem nicht die Chance eines zweiten Blicks bieten?

Der Matthias vor 4 Tagen

@ aus Elbflorenz

Dass Sie als AfD-Wähler das politische Personal Ihrer Partei über den grünen Klee loben (müssen), überrascht mich nicht wirklich! Geschenkt! Allerdings sind die objektiven Tatsachen andere. So hatte die AFD mit Kirchner einen dieses Mal besonders blassen Spitzenkandidaten ins Rennen geschickt, der nicht einmal seine eigene Anhängerschaft zu überzeugen wusste (fast die Hälfte der AFD-Wähler wollte lieber weiterhin Haseloff als MP), die (bezogen auf seine politische Arbeit) Zufriedenheits- und persönliche Beliebtheitswerte Kirchners rangierten in Vorwahlumfragen unter ferner liefen. Nicht umsonst hat die AfD bei der Wahl auch 3,4% der Stimmen und 14 von ehemals 15 Direktmandaten verloren. Und die, die auch dieses Mal wieder AFD gewählt hatten, taten dies nicht wegen Herrn Kirchner, sondern TROTZ dieses blassen und pöbelhaft auftretende Spitzenkandidaten.

Thommi Tulpe vor 4 Tagen

Es ist bezeichnend für diese Partei, mit Herrn Kirchner jemanden im Amt zu bestätigen, welcher u. a. mit dem Faschisten Björn Höcke die "Erfurter Erklärung" unterschrieben hat, welche die Gründung des offiziell (aber nicht wirklich) wieder abgeschafften "Flügels" bedeutete.
Im Morgenmagazin des ZDF am 4. Juni (also vor der Wahl) sagte dieser Herr Kirchner sinngemäß: Er mache für die AfD Politik, weil diese Partei zu 60 bis 80 Prozent dem entspricht, was er denkt. "Toll"! Folglich ist diese Führungsperson der Rechtsaußen nur etwas mehr als die Hälfte bis drei Viertel von dem überzeugt, was er dann aber zu 100 Prozent tut?
Ich wäre weniger frustriert, hätte diese AfD "nur" 60 bis 80 Prozent der Stimmen erhalten, welche sie trotz eigentlicher Unwählbarkeit erhalten hat. Aber "gute" 20 Prozent werden diesen Rechtsaußen auch wieder nur dazu reichen, im Landtag laut zu "brüllen" und zu provozieren. Versprochene Politik für das Volk ist das nie gewesen, ist es nicht, wird es nie werden!

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