Landtagswahl 2021 FDP Sachsen-Anhalt strebt Wiedereinzug ins Parlament an

Die FDP in Sachsen-Anhalt sieht gute Chancen für einen Wiedereinzug in den Landtag. Die Spitzenkandidatin der Liberalen in Sachsen-Anhalt, Hüskens, sagte MDR AKTUELL, sie sehe ihre Partei nicht zuletzt wegen der Corona-Krise im Aufwind. Den Menschen werde klar, dass man Freiheit nicht geschenkt bekomme. Eine Politik, die tatsächlich auf die Freiheit und die Verantwortung der Menschen setze, sei bei wenigen Parteien ausgeprägt. Bei den Liberalen sei das die DNA.

Lydia Hüskens, Spitzenkandidatin der FDP Sachsen-Anhalt
Lydia Hüskens, Spitzenkandidatin der FDP Sachsen-Anhalt Bildrechte: dpa

Lydia Hüskens läuft mit den Händen in den Manteltaschen über den zugigen Vorplatz des Landtags. Bei launigem Aprilwetter wäre ein Gespräch in den warmen Räumen des Parlaments womöglich angenehmer, aber die FDP hat dort schon seit 2011 keinen Sitz mehr. Das soll sich in diesem Jahr ändern, sagt die Spitzenkandidatin der Liberalen für Sachsen-Anhalt.

Hüskens sieht ihre Partei nicht zuletzt durch die Corona-Krise im Aufwind: "Wir profitieren definitiv davon, dass den Menschen jetzt sehr klar wird, dass Freiheit nichts ist, was man geschenkt bekommt und jeden Tag automatisch hat. Sondern dass eine Politik, die tatsächlich auf die Freiheit, auf die Verantwortung der Menschen setzt, bei wenigen Parteien so ausgeprägt ist. Bei uns ist das die DNA und dadurch haben wir mehr Zustimmung als bisher."

Freie Demokraten wollen acht Prozent

Acht Prozent will die Partei bei der Landtagswahl erreichen. Bezieht man sich auf den Bundestrend, könnte das klappen. Deutschlandweit klettern die Liberalen in den Umfragen langsam nach oben – liegen aktuell bei etwa neun Prozent. In Sachsen-Anhalt hatten in den letzten Analysen aber nur um die fünf Prozent der Befragten angegeben, die FDP wählen zu wollen.

Kai Krause, Vorsitzender der Jungen Liberalen, hält trotzdem am selbst gesteckten Ziel fest: "Wenn man in eine Prüfung reingeht, geht man ja auch nicht mit dem Anspruch rein, sie irgendwie zu bestehen, sondern sie möglichst gut zu bestehen. Und deshalb halte ich die acht Prozent auch angesichts der aktuellen Lage, in der vieles offen ist und man den Wählerwillen nicht ganz so klar herauslesen kann, durchaus für realistisch und machbar."

Grafik Wahltermine in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. 3 min
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Wahlprogramm als Antwort auf die Krise

Am Samstag berät Krause dafür mit bis zu 150 anderen Delegierten auf dem größtenteils virtuellen Landesparteitag der FDP über das neue Wahlprogramm. Das soll vor allem die Themen in den Fokus rücken, die in der Corona-Pandemie in den Hintergrund getreten sind. Kai Krause: "Was ja so ein bisschen traurig ist, dass durch die Corona-Pandemie die katastrophale Bildungspolitik der letzten Jahre etwas untergegangen ist, beziehungsweise man das im Wust der Krise auf die aktuelle Lage schiebt."

Daneben will die FDP mit Digitalisierung, Bürokratieabbau, Wirtschaftsförderung und profitabler Landwirtschaft punkten. Immer auf Abgrenzung zur aktuellen Kenia-Koalition bedacht: Dem Drama und der Unfähigkeit ein Ende bereiten, das Land hochfahren, so lauten die markigen Worte der Wahlkampagne.

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Weniger Einmischung vom Staat

Spitzenkandidatin Lydia Hüskens: "Man kann ja bei den Liberalen immer sehen, dass wir Menschen vertrauen. Dass nicht der Staat der Klügere ist. Natürlich gibt es Aufgaben, die eine Gesellschaft gesamt stemmen muss, da ist der Staat gefragt. Aber bei vielen Dingen eben nicht, wo sich die Politik gerade extrem einmischt."

Ob das die Wähler überzeugt und das nächste Interview mit Hüskens dann vielleicht in den Räumen des Landtags stattfindet, wird die Wahl am 6. Juni zeigen.

MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 10. April 2021 | 06:08 Uhr

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