Tourismus Harzer Schmalspurbahnen bauen Streckennetz aus

Die Harzer Schmalspurbahnen wollen in Zukunft zwei neue Ziele anfahren und dafür ihr Streckennetz ausbauen. Die touristischen Züge sollen dann auch Braunlage in Niedersachsen sowie die Westernstadt Pullman City im Harz anfahren.

Ein Zug der Harzer Schmalspurbahn HSB fährt zum Brocken
Die Harzer Schmalspurbahnen wollen in Zukunft zwei weitere Ziele anfahren. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Das Streckennetz der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) soll deutlich ausgebaut werden. Das kündigte der Harzer Landrat Thomas Balcerowski (CDU) am Freitagvormittag bei einer Pressekonferenz an.

Nach seinen Worten sollen die Züge der Schmalspurbahnen künftig bis nach Braunlage in Niedersachsen und zur Westernstadt Pullman City in Hasselfelde fahren.

Das hätten Aufsichtsrat und Gesellschafter am Donnerstagabend einstimmig beschlossen. Einen genauen Zeitplan gebe es bislang nicht. Balcerowski, der auch dem Aufsichtsrat der HSB vorsitzt, bezeichnete die Schmalspurbahnen als "mit über 1,1 Millionen jährlichen Gästen eine der bedeutendsten Tourismusattraktionen unserer Harzregion."

Stadtrat Braunlage hatte über Anschluss abgestimmt

Der Stadtrat von Braunlage hatte nach Angaben der HSB im Juli einstimmig für einen Anschluss an das Streckennetz der Schmalspurbahnen gestimmt. Der Anschluss an die niedersächsische Stadt über einen Abzweig bei Elend war demnach bereits in einer Machbarkeitsstudie 2009/10 untersucht worden.

Auch der nun geplante Anschluss an die Westernstadt Pullman City in Hasselfelde war laut HSB in der Vergangenheit bereits in einer Machbarkeitsstudie geprüft worden, insbesondere die Möglichkeiten der Gleisanbindung von der Strecke der Selketalbahn sowie ein mögliches Betriebskonzept.

Bisher fahren die Harzer Schmalspurbahnen nach Angaben des Unternehmens auf einem Netz von insgesamt 140,4 Kilometern Strecke.

MDR (Luca Deutschländer,Elke Kürschner,Julia Heundorf)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 30. September 2022 | 10:30 Uhr

8 Kommentare

augu vor 8 Wochen

Nach einem Blick auf die Karte muss man da wohl zustimmen. Reizvoll und Grund für das Lösen eines Bahntickets für die HSB ist die Brockenstrecke von Schierke oder Drei Ahnen Hohne aus. Wenn zur Anbindung von Braunlage die alte Südharz strecke reaktiviert werden soll, bedeute dies eine sehr lange Anfahrt von Braunlage über Sorge -Elend- bis Drei Ahnen-Hohne auf einer landschaftlich weniger attraktiven Bahnstrecke; mit dem Auto hat man dies viel kürzer und kann danach gleich die landschaftlich attraktive Eisenbahnfahrt zum Brocken erleben. Und fast jeder Urlauber oder Tagestourist, der nach Braunlage kommt, ist mit seinem Auto gekommen (Bus wäre auch noch möglich)

Dampflokfan vor 9 Wochen

Das ist eine Idee die leider völlig an der Realität vorbei geht. Für Braunlage gilt z. B. das der Bahnhof oberhalb des Ortes liegen würde. Man schaue sich einfach einmal das Gelände an. Da gibt es einen riesigen Höhenunterschied zu überwinden. Die Nutzung der alten Strecke der Südharz- Eisenbahn wäre vom Gelände her möglich. Jedoch sind die alten Gleise der Südharz-Eisenbahn innerhalb des Ortes längst überbaut. Schon vor einigen Jahren gab es Pläne dazu. Das Land Niedersachsen war sogar bereit einen Großteil der Baukosten zu übernehmen. Jedoch die regelmäßigen - und unbedingt notwendigen - Zuschüsse wie sie von Sachsen-Anhalt und Thüringen geleistet werden wollte man nicht zahlen. Außerdem: Wer von Braunlage auf den Brocken will ist mit dem PKW oder dem Bus schnell in Schierke oder Drei Ahnen Hohe und steigt dort in die Bahn. Also leider viel (Lokomotiven -) Rauch um nichts. Ansonsten empfehle ich weitere Recherchen im Netz, da gibt es noch viel mehr Infos dazu.
M

ElBuffo vor 9 Wochen

Klar, zu DDR-Zeiten hatten wir viel weniger Knete und der Harz war gerammelt voll. Gut, bis Braunlage und auf den Brocken kam man nicht. Hat dem aber offensichtlich keinen Abbruch getan.

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