Fahlberg-List-Gelände in Salbke Neue Wohnungen an ehemaligem Chemiestandort in Magdeburg geplant

In der Stadt Magdeburg soll ein neues Wohnquartier inklusive Geschäften und öffentlichen Einrichtungen enstehen. Gebaut werden soll auf dem brachliegenden Gelände der ehemaligen Chemiefabrik Fahlberg-List.

Gelände des Pharma-Herstellers Fahlberg-List in Magdeburg, auf dem Abriߟfirmen tätig sind. 1995
Direkt an der Elbe auf dem Gelände der ehemaligen Chemiefabrik Fahlberg-List soll ein neues Wohnviertel entstehen. Bildrechte: dpa

Das brachliegende Areal der ehemaligen Chemiefabrik Fahlberg-List in Magdeburg soll wieder genutzt werden. Geplant ist, auf dem 52 Hektar großen ehemaligen Industriegebiet Tausende Wohnungen zu schaffen. Außerdem soll es Platz für Geschäfte und öffentliche Einrichtungen geben. "Insgesamt geht es um 300.000 Quadratmeter", bestätigt Daniel Slenters von der Eterra-Gruppe gegenüber MDR SACHSEN-ANHALT die Pläne. Zuvor hatte die Magdeburger Volksstimme darüber berichtet.

Davon soll ein Drittel für gewerbliche Zwecke genutzt werden, der Rest davon sollen Wohnungen werden, so Slenters. "Außerdem wollen wir Bewohner und Besucher wieder an die Elbe holen", sagte der Immobilienvermarkter. Auch der Elbradwanderweg soll wieder an das Ufer verlegt werden. "Das war schon lange ein Wunsch der Stadt, dem wir gern nachkommen", sagt Slenters.

Ehemaliges Fabrikgelände belastet

Die Eterra-Gruppe will das Projekt gemeinsam mit Partnern entwickeln. Insgesamt wird rund eine Milliarde Euro investiert. Das rund 40 Fußballfelder große Gelände gilt wegen seiner langen Nutzung als Chemie-Standort als stark belastet. "Wir beschäftigen uns intensiv mit dem Thema Altlasten und entwickeln gemeinsam mit unseren Experten einen Plan, um diese Mammutaufgabe zu bewältigen", versichert Slenters.

Traditionsunternehmen Fahlberg-List Das Unternehmen Fahlberg-List wurde 1886 gegründet. Mitbegründer Constantin Fahlberg schrieb als Erfinder des Sacharins Geschichte.

Von den rund 2.000 Beschäftigten zum Zeitpunkt der Währungsunion sind nach zwei Teilprivatisierungen derzeit nur noch 150 im Unternehmen tätig. Anfang dieses Jahres war der Pharmabereich von der bayerischen Familie Strüngmann übernommen worden und heißt jetzt "Salutas Fahlberg-List Pharma GmbH".

Im Frühjahr übernahm die Dr. Schirm AG (Dortmund) gemeinsam mit der Shell Agrar GmbH & Co. KG (Ingelheim) den Pflanzenschutzbereich, der jetzt unter dem Namen "Hermania Dr. Schirm GmbH" firmiert.

Zunächst muss noch der Stadtrat dem Vorhaben zustimmen. Einen konkreten Zeitplan gibt es noch nicht. Das Traditionsunternehmen Chemische und Pharmazeutische Fabriken Fahlberg-List GmbH wurde 1992 liquidiert. Fahlberg-List machte damals mit der Produktion von Keramik- und Emaillerohstoffen noch einen Jahresumsatz von einer Million Mark. Auf dem riesigen Werksgelände sollte damals ein Industriepark entstehen. Die Pläne sind aber nie realisiert worden.

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MDR (Cornelia Winkler, Hannes Leonard), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13. April 2023 | 09:00 Uhr

11 Kommentare

EOM vor 24 Wochen

Ja für Wohnbebauung ist diese Fläche in Ordnung. Für Wirtschaftsansiedlungen nicht.

Es ist viel zu klein, es ist unwirtschaftlicher als der Eulenberg, es fehlt an einem Autobahnanschluss, ….. diese Fläche ist einfach nicht mehr zeitgemäß für große Wirtschaftsansiedlungen.

Aber ist doch egal, die Fläche wird doch jetzt sowieso bebaut werden :)

EOM vor 24 Wochen

Nein kann man leider nicht. Wäre Magdeburg mit dieser Fläche ins Rennen gegangen dann wäre das ein großer Standort-Nachteil gewesen. Zum einen, weil diese Fläche Altlasten hat und zum anderen, weil diese Fläche viel zu klein ist.

Also wäre Magdeburg schon früh rausgewesen. Der Eulenberg ist wirtschaftlich gesehen ein perfektes Grundstück. Ich mein die Stadt Magdeburg wird sich doch nicht einfach so entschieden haben mit dem Eulenberg ins Rennen zugehen, obwohl man schon viele Brachflächen hat.

EOM vor 24 Wochen

Also das Gelände sollte auch schon vorher Intel entwickelt werden. Dann gab es irgendein Grund, dass es irgendwie nicht so richtig vorangegangen ist. Ich weiß es aber nicht mehr. Aber jetzt hat es wieder durch Intel einen Schub bekommen. Also ja es ist offensichtlich, dass dort wahrscheinlich Intel-Mitarbeiter wohnen werden :)

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