Milliarden-Investition Magdeburg offenbar als Standort für neue Chip-Fabrik im Gespräch

Es wäre ein Hauptgewinn für den Wirtschaftsstandort Sachsen Anhalt: Offenbar überlegt das US-Unternehmen Intel, eine neue Chipfabrik im Süden der Landeshauptstadt zu bauen. Gespräche mit einem "weltweit agierenden Investor" bestätigte Magdeburgs Oberbürgermeister Trümper jetzt der Volksstimme. Die Größenordnungen der Fabrik wären beeindruckend.

Intel Chip
Das US-Unternehmen Intel denkt offenbar darüber nach, sich in Magdeburg anzusiedeln. (Archivfoto) Bildrechte: IMAGO

Der US-Computer-Chip-Hersteller Intel denkt offenbar über eine Ansiedlung in Magdeburg nach. Das schreibt die Volksstimme am Freitag. Die Größenordnungen der möglichen Ansiedlung sind beeindruckend: Investitionen in Milliarden-Höhe würden in die Region fließen, die Fabrik hätte eine Grundfläche von mindestens 500 Fußballfeldern, 1.500 neue Arbeitsplätze könnten entstehen. Intel-Geschäftsführer Pat Gelsinger sagte neulich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: "Auf jeden Mitarbeiter kommen dann zwischen fünf und zehn Arbeitsplätze bei Zulieferern und Dienstleistern hinzu."

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) bestätigte der Volksstimme jetzt, man führe Gespräche mit einem weltweit agierenden Investor. Seit rund einem halben Jahr sei man in einem intensiven Austausch. Namen nannte Trümper allerdings nicht. Man habe Verschwiegenheit vereinbart.

Lutz Trümper
Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper Bildrechte: dpa

Lage spricht für Standort Magdeburg

Dem Zeitungsbericht zufolge sollen Vertreter von Intel bereits das Industriegebiet Eulenberg im Süden Magdeburgs besucht haben. Dort stünden aktuell rund 360 Hektar für die "Mega-Fab" zur Verfügung. Allerdings benötigt der Chip-Hersteller nach eigenen Angaben eine Fläche von 500 Hektar. Deshalb wird offenbar erwogen, angrenzende Grundstücke dazuzukaufen.

Für den Standort in Magdeburg spricht die zentrale Lage zwischen den Autofabriken von VW (Wolfsburg) und Tesla (Grünheide). Künftig sollen in der brandenburgischen Kleinstadt etwa 12.000 Beschäftigte bis zu 500.000 Elektroautos im Jahr bauen. Die Werke in Niedersachsen und Brandenburg könnten Hauptabnehmer der Intel-Chips sein.

Ein Mann in einem Interview
Frank Bösenberg sieht den Standort Sachsen klar im Vorteil. Bildrechte: MDR SACHSEN

Allerdings prüft Intel der Volksstimme zufolge auch Standorte im bayerischen Landkreis Landsberg und in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden. Frank Bösenberg, Geschäftsführer des Branchenverbands Silicon Saxony, machte im Handelsblatt die Vorzüge einer Ansiedlung in Sachsen deutlich: "Wir sind die Nummer eins unter den Halbleiterstandorten in Europa. Es dürfte schwerfallen, Argumente zu finden, die gegen Sachsen sprechen."

Fördermittel entscheidend für Ansiedelung

Ausschlaggebend für eine Intel-Fabrik in Deutschland sind allerdings staatliche Subventionen. Der Chip-Hersteller will in Europa zwei Fabriken bauen, für jeweils rund zehn Milliarden Euro. Im Gespräch sind Zuschüsse von 30 bis 40 Prozent. Das wären Beihilfen von bis zu acht Milliarden Euro. Die beiden Fabriken sollen vor allem die gestiegene Nachfrage der Autoindustrie an Chips und Halbleitern bedienen. Bis zum Jahresende will sich Intel entscheiden.

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MDR/dpa, Hannes Leonard

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 05. November 2021 | 06:00 Uhr

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