Straßenbahn
Seit Samstagmorgen sind die Straßenbahnen im Land – so wie hier in Halle – wieder regulär unterwegs. (Archivbild) Bildrechte: picture alliance/dpa | Jens Schlüter

Warnstreik im Nahverkehr Streik beendet: Busse und Bahnen fahren wieder

02. März 2024, 09:48 Uhr

Die zweitägigen Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr sind am Samstag zu Ende gegangen. Einschränkungen gab es in Magdeburg, Halle, Dessau-Roßlau und im Burgenlandkreis. Hinzu kamen mehrere Aktionen des Klimabündnisses "Friday for Future"

Im kommunalen Nahverkehr in Sachsen-Anhalt wurde seit Donnerstag zwei Tage lang gestreikt. Beteiligt haben sich Beschäftigte der kommunalen Verkehrsunternehmen in Dessau-Roßlau, Halle und Magdeburg sowie im Burgenlandkreis. Der Streik war Teil einer bundesweite Warnstreik-Woche im öffentlichen Personennahverkehr.

Betroffen vom Arbeitskampf war auch der Schülerverkehr. In Halle, Magdeburg und Dessau-Roßlau konnten die Menschen zumindest teilweise auf regionale Bus- und Bahnunternehmen ausweichen. Zuletzt hatten die Beschäftigten des Nahverkehrs am 19. Februar gestreikt.

Höhere Nachfrage bei Taxiunternehmen

Die Taxiunternehmen verzeichneten unterdessen eine hohe Nachfrage. Das bestätigten Anbieter in Halle, Magdeburg und Dessau MDR SACHSEN-ANHALT. Mehr Fahrzeuge und Personal wurden aber deswegen nicht in die Spur geschickt, weil dafür keine Reserven seien.

Fridays for Future unterstützen mit Klimastreik

Unterstützt wurde der Streik am Freitag von "Fridays for Future". Das Klimabündnis hatte am Freitag in Halle und Magdeburg zu gemeinsamen Protesten mit den ÖPNV-Beschäftigten aufgerufen. In Magdeburg startete die Demo am Hauptbahnhof. Anschließend übergaben Beschäftigte und Klimabewegung ihre gemeinsamen Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen und mehr Geld für den Nahverkehr auf dem Domplatz an die Landespolitik. An der Demonstration unter Federführung von Verdi beteiligten sich am Freitagnachmittag in Magdeburg etwa 300 Menschen.

Verdi-Demo auf einer Straßenkreuzung in Magdeburg
Auf einer Demonstration in Magdeburg forderten Beschäftigte der Verkehrsgesellschaften mehr Lohn. Bildrechte: MDR/ Engin Haupt

Fridays for Future und die Gewerkschaft Verdi fordern, dass bis 2030 rund 100 Milliarden Euro mehr in den Nahverkehr investiert werden. Caroline Starke von Fridays for Future in Halle teilte in einer Pressemitteilung mit, die Klimakrise und soziale Fragen seien viel zu lange gegeneinander ausgespielt worden, damit sei jetzt Schluss: "Wir alle wollen pünktlich und sicher zur Arbeit, zur Schule oder zum Sport kommen, doch das klappt nur mit einem Ausbau vom Nahverkehr und fairen Arbeitsbedingen für die Beschäftigten."

Tarifverhandlungen: Verdi fordert 550 Euro mehr Gehalt

Hintergrund des Streiks sind die aktuell laufenden Tarifverhandlungen der Gewerkschaft Verdi mit dem kommunalen Arbeitgeberverband Sachsen-Anhalt. In Sachsen-Anhalt fordert die Gewerkschaft unter anderem 550 Euro mehr Gehalt pro Monat, die Einführung von Zeitzuschlägen für Samstagsarbeit in Höhe von 15 Prozent. Zudem sollen die Schichtzulagen auf bis zu 240 Euro angehoben werden. Für Auszubildende fordert Verdi 250 Euro mehr Entgelt pro Monat.

Die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) kritisierten, mit den Forderungen der Gewerkschaft würden die Kosten um 25 Prozent steigen. Die Einnahmen seien aber durch das Deutschlandticket im Prinzip gedeckelt.

Neue Warnstreiks haben unterdessen auch im Einzelhandel in Sachsen-Anhalt begonnen. Hier soll der Ausstand laut Gewerkschaft Verdi bis einschließlich Sonnabend, 2. März, dauern.

MDR (Susanne Liermann, Karin Roxer, Christoph Dziedo, Hanna Kerwin, Maximilian Fürstenberg)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 29. Februar 2024 | 06:10 Uhr

8 Kommentare

steka vor 6 Wochen

"Unterstützung kommt am zweiten Streiktag vom Klimabündnis "Fridays for Future". Die gemeinsame Demonstration finde ich sehr gut. Wenigsten werden dann wenn die Busse und Bahnen mal wieder fahren sollten die Straßen nich gleich wieder mit der nächsten Demo blockiert.
Aber eigentlich sollten doch "Fridays for Future" für die Nutzung des ÖPNV sein. Auf dieser Solidaritätkundgebung signalen sie aber gerade "Schafft euch eigene Fahrzeuge an, auch in Zukunft wird auf die ÖPNV-Mitarbeiter kein Verlaß sein.

DanielSBK vor 6 Wochen

Die stellen überhaupt nicht ein und fahren auf Sicht - hatte selber mal das Vergnügen bei der MVB in Magdeburg ... im Nachhinein hätte ich mich so oder so gegen diese Arbeit entschieden.

mikeR vor 6 Wochen

Gegenfrage, warum werden Sie nicht Ɓus oder Straßenbahnfahrer und arbeiten dann auch in so einem " überbezahltem" Job, bei dem Sie nicht mal "tatsächlich " arbeiten müssen? Die betreffenden Firmen stellen Sie sofort ein, wegen des Personalmangels und bezahlen Ihnen sogar die Ausbildung.

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