Ein Schüler sitzt mit einer Lehrerein am Tisch.
Immer mehr Kinder in Sachsen-Anhalt haben Probleme mit der Sprache und beim Sprechen. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

Barmer Kinderatlas-Studie Mehr Sprach- und Bewegungsdefizite bei Kindern in Sachsen-Anhalt

09. Juli 2023, 12:23 Uhr

Die Krankenkasse Barmer hat den Kinderatlas 2023 veröffentlicht. In der Studie wird deutlich, dass Kinder in Sachsen-Anhalt vermehrt Probleme mit der Sprache und Bewegung haben. Ein Einblick.

Probleme mit Sprache und Bewegung nehmen bei Kindern in Sachsen-Anhalt nach Daten der Krankenkasse Barmer zu. Im Jahr 2021 sei bei rund 16.300 Mädchen und Jungen im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren eine Sprachentwicklungsstörung festgestellt worden, teilte die Barmer am Freitag mit. Vor 15 Jahren seien noch rund halb so viele Betroffene (7.800) gezählt worden. Defizite bei der Motorik hatten demnach rund 4.800 Kinder (2006: rund 1.100).

Zu den Sprech- und Sprachstörungen zählten in der Studie ein begrenztes Vokabular, Schwierigkeiten in der Satzbildung und bei der Grammatik sowie Probleme in der Ausdrucksfähigkeit und bei der Lautbildung. Eine Ursache für die Störungen der Motorik sei ein zunehmender Bewegungsmangel, teilte die Barmer mit. "Viele Kinder können heute weder Hampelmann noch Purzelbaum. Dabei sind gut entwickelte, motorisch koordinative Fähigkeiten wichtig für Schule und Alltag", sagt Axel Wiedemann, Landesgeschäftsführer der Barmer in Sachsen-Anhalt.

Viele Kinder können heute weder Hampelmann noch Purzelbaum. Dabei sind gut entwickelte, motorisch koordinative Fähigkeiten wichtig für Schule und Alltag.

Axel Wiedemann, Landesgeschäftsführer der Barmer in Sachsen-Anhalt

Die Krankenkasse hat nach eigenen Angaben die Daten ihrer Versicherten in den Jahren 2005 bis 2021 ausgewertet. Diese seien dann auf die Bevölkerung in den einzelnen Bundesländern hochgerechnet worden.

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MDR (Johanna Daher), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08. Juli 2023 | 18:00 Uhr

7 Kommentare

Fischlein vor 40 Wochen

Ich würde sagen einfach mal Smartphone, Spielkonsole und TV einschränken. Da muss man raus oder ein Buch lesen...
Aber diese Lösung ist wahrscheinlich wieder zu einfach für ein so komplexes Problem... 😕

Gohlis vor 40 Wochen

Neben den unsäglichen Coronamaßnahmen spielen sinkende Elternkompetenz und das digitale Spielen schon im jüngsten Kindesalter eine große Rolle. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, hier Änderungen herbeizuführen, sonst kann kein Bildungssystem der Welt später noch was reparieren.

wwdd vor 40 Wochen

Die Kinder sind zwar nicht mehr so sportlich wie (wir) früher, dafür kennen sie sich heute gut mit den mobilen Endgeräten aus. Das ist doch auch etwas positives...

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