Tarifverhandlungen Warnstreiks im Einzel- und Versandhandel am Freitag und Samstag

09. Juni 2023, 11:43 Uhr

Im Einzel- und Versandhandel in Sachsen-Anhalt und Thüringen wird am Freitag und Samstag gestreikt. Vor allem große Ketten wie Kaufland oder Ikea sind betroffen. Eine erste Tarifrunde vor einer Woche war ohne Ergebnis geblieben.

Die Beschäftigten des Einzel- und Versandhandels im Norden Sachsen-Anhalts sowie in Erfurt in Thüringen sind für Freitag und Sonnabend zum Warnstreik aufgerufen. Seit dem Vormittag gibt es laut der Gewerkschaft Verdi eine Kundgebung und anschließend eine Demonstration in der Innenstadt von Magdeburg geben. An einer Demonstration beteiligten laut Verdi rund 160 Beschäftigte. Sie seien aus zwölf Betrieben gekommen, darunter Kaufland, Netto Edeka und Ikea.

Vor allem große Ketten wie Kaufland und Ikea betroffen

Mit dem Demonstrationszug solle die Öffentlichkeit auf die Situation im Einzelhandel aufmerksam gemacht werden. Vor allem in großen Ketten wie zum Beispiel Kaufland oder Ikea habe man zum Streik aufgerufen. Es werde mit etwa 150 Demo-Teilnehmenden gerechnet.

Unterstützt wird die Aktion auch von Kolleginnnen und Kollegen aus dem Süden Sachsen-Anhalts. Laut Verdi-Gewerkschaftssekretärin Christine Stoffl werden sich Mitarbeitende von Kaufland Zeitz und aus Netto-Filialen der Region anschließen. Wie der Lebensmittelhändler Kaufland mitteilte, sind die betroffenen Filialen in Magdeburg und Zeitz dennoch geöffnet.

Auch in Erfurt in Thüringen legen die Beschäftigten aus dem Einzelhandel am Freitag die Arbeit nieder. Aufgerufen dazu sind Mitarbeitende von Kaufland, Netto, Ikea, H&M und SportScheck.

Verdi: Löhnte sollten um 2,50 Euro pro Stunde steigen

Verdi sieht das bisherige Tarifverhandlungsangebot der Arbeitgeber als unzureichend. Es bedeute Reallohnverlust für die Beschäftigten, die oft bis über die Belastungsgrenze hinaus den Laden am Laufen hielten, so Gewerkschaftssekretärin Stoffl.

Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Erhöhung der Löhne und Gehälter ab Juni 2023 um 2,50 Euro pro Stunde. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 250 Euro pro Monat steigen. Auch sollten die Arbeitgeber gemeinsam mit Verdi die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge in der Branche beantragen. Die Verträge sollten zwölf Monate laufen.

Tarifvertrag zu Ende Mai gekündigt

Der Tarifvertrag über Gehälter, Löhne und Ausbildungsvergütungen für die Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel wurde bereits im Januar zum 31. Mai 2023 gekündigt.

Bereits am Donnerstag wurde im Ostthüringer Einzelhandel gestreikt. Rund fünfzig Beschäftigte von Kaufland-Filialen hatten sich dort am Vormittag beteilitgt.

MDR (Max Hensch, Karin Roxer, Cornelia Winkler)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 09. Juni 2023 | 05:00 Uhr

8 Kommentare

Opamicha am 10.06.2023

Das Plakat macht mich stutzig !!!
Dort wird 2 Cent pro Minute gefordert.
Sind dann (wie ich es gelernt habe) 1,20 € in der Stunde.
Da ist dann wohl noch Luft bis zu 2,50 € / h .
Ich hoffe doch, dass Kassierende besser rechnen können, um eine Lohnerhöhung zu erhalten.

DanielSBK am 10.06.2023

Aber nur mit Azubis wird man wohl kein Kaufland alleine führen können... und es gibt auch diverse Filiaen von Kaufland die sind einfach unter aller Sa..u

knarf am 09.06.2023

Reuter4774:Stimmt leider viele sogenannte Kunden bilden sich ein weil der Kunde König sein sollte,
können sich benehmen wie aus der Gosse.Sie lassen ihren Frust an dem
Personal aus das dann auch noch höflich sein soll
Und das meist bei miserablen Lohn!

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