Asyl Sachsen verzeichnet steigende Flüchtlingszahlen

Mehr Menschen suchen in Sachsen Asyl. Der Freistaat bereitet deshalb eine Vergrößerung seiner Erstaufnahmeeinrichtungen vor. Innenminister Schuster plädiert für mehr Abschiebungen.

Stempel mit der Aufschrift Asyl und Abschiebung
In Sachsen kommen derzeit mehr Geflüchtete an. Bildrechte: imago/Christian Ohde

Nach Sachsen kommen laut Innenminister Armin Schuster wieder deutlich mehr Geflüchtete. "Die Zahlen galoppieren regelrecht", sagte der CDU-Politiker. Bisher seien in diesem Jahr im Vergleich zu 2021 etwa 20 Prozent mehr Menschen gezählt worden.

Täglich kämen derzeit mindestens hundert Asylbewerberinnen und Asylbewerber im Freistaat an. Etwa drei Viertel von ihnen seien aus Syrien geflohen. Zudem kämen Menschen unter anderem aus Afghanistan und der Türkei.

2.000 Geflüchtete im August

Schuster befürchtet, dass Sachsen bald an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Wurden in den ersten fünf Monaten des Jahres jeweils 500 Menschen im Freistaat aufgenommen, seien es im Juni 1.000 gewesen, im Juli 1.500 und im August 2.000. Auch in den ersten Septembertagen sei die Tendenz weiter steigend, sagte der Innenminister.

Armin Schuster
Sachsens Innenminister Schuster geht von weiter steigenden Zahlen von Geflüchteten aus und will mehr abschieben. Bildrechte: dpa

Etwa 80 Prozent der sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen sei aktuell belegt. Sachsen bereite eine Ausweitung der Kapazitäten vor. "Wir befürchten, dass das notwendig wird", sagte Schuster, "wir sind unter Druck". Dazu käme der "nicht kalkulierbare" Zuzug von Menschen aus der Ukraine. Bundesweit sei bis zum Jahresende von 170.000 bis 200.000 Geflüchteten auszugehen, die in Deutschland Schutz suchen.

Schuster will "Rückführungsoffensive"

Schuster zufolge haben sich aus dem Verteilsystem nach dem Königsteiner Schlüssel derzeit zwölf von 16 Bundesländern abgemeldet. Für Sachsen bedeute dies, dass die im Freistaat aufgenommenen Asylbewerberinnen und Asylbewerber nicht mehr verteilt werden könnten. Sie kämen aber trotzdem, viele von ihnen über Tschechien. Der Bund müsse eine "Rückführungsoffensive" anstoßen, forderte Schuster.

Sachsens Linke sieht die Lage anders und ist gegen Abschiebungen. Der Freistaat nehme weniger Geflüchtete auf als er müsste, erklärte die Abgeordnete Juliane Nagel Ende August in Dresden.

MDR (ama)/epd

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 13. September 2022 | 16:00 Uhr

Mehr aus Sachsen