Gas Chemnitzer Energieversorger "eins" warnt vor Preisschock

Beim Chemnitzer Energieversorger "eins" verdreifachen sich nach eigenen Angaben derzeit die Gasrechnungen für Privathaushalte. Die Politik müsse den Haushalten deshalb helfen und eine Obergrenze für Energiekosten einführen.

Roland Warner (Vorsitzender der Geschäftsführung der 'eins energie')
Roland Warner, Geschäftsführer des Energieversorgers "eins energie" rechnet im kommenden Jahr mit "wirklich dramatischen" Preissprüngen und sorgt sich um den sozialen Frieden. Bildrechte: eins energie

Der kommunale Energieversorger "eins" in Chemnitz warnt vor einem Preisschock für die Kunden. Die Gasrechnung für Privathaushalte verdreifache sich derzeit, sagte Geschäftsführer Roland Warner der Nachrichtenagentur Reuters.

Haushalte auf Preissprünge nicht vorbereitet

Viele Haushalte ahnten nicht, welche Preissprünge auf sie zukämen, warnte Warner. So laufe für etwa 2.000 Kunden Ende September ein 24-Monate-Gas-Produkt mit einer Preisbindung aus. Bislang hätten die Kunden dafür etwa 1.500 Euro im Jahr bezahlt, ab Oktober betrage der Preis 4.700 Euro.

Das sei natürlich ein Schock, räumt Warner ein. Aber wenn der Kunde den neuen Vertrag nicht abschließe, trage er das Risiko, "dass die Preise dann nochmal um 50 Prozent teurer sind."

"Wirklich dramatischer" Preisschock erst im nächsten Jahr

Bei vielen Kunden kommen die Preissteigerungen nur verzögert an. Das liege auch an der Einkaufspolitik der Stadtwerke, die sich viele Monate im Voraus eindeckten, sagte Warner. So spiegele der Energiepreis im August den durchschnittlichen Einkaufspreis der vergangenen drei Jahre wieder. "Deshalb wird der dramatische, und ich meine wirklich dramatische Preisanstieg, in 2023 kommen.", befürchtet Warner.

Forderung nach Preis-Deckel

Um den Durchschnittshaushalten zu helfen, fordert Warner die Einführung einer Obergrenze für Energiekosten. Gleichzeitig sorgt er sich um den sozialen Frieden.

Wenn wir soziale Unruhen bekommen, hält der Staat das nicht aus.

Roland Warner "eins - energie in sachsen" I Geschäftsführer

Gas-Kosten steigen weiter an

Auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund erwartet weiter stark steigende Gas-Preise. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte im ZDF-Morgenmagazin, die Preise stiegen um das Fünf- bis Zehnfache. Er fordert deshalb ein weiteres Entlastungspaket für die Bürger.

Auch die Bundesnetzagentur rechnet mit steigenden Gaskosten. Sie geht von mindestens einer Verdreifachung der Verbraucherpreise aus.

Energiekrise war Thema im Sächsischen Landtag

Der sächsische Landtag hat sich am Donnerstag in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause mit den steigenden Energiepreisen beschäftigt. In der Aktuellen Stunde wurden zwei Anträge diskutiert. Die Linken forderten, die Verbraucher vor den Folgen der steigenden Preise zu schützen. Die Grünen wollen Energiesouveränität mit Klimaschutz verbinden und erneuerbare Energien stärker fördern.

MDR (Reuters)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 14. Juli 2022 | 19:00 Uhr

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