Fehlende Fahrgäste Sächsische Dampfschiffahrt denkt über kleinere Flotte nach

09. März 2016, 13:48 Uhr

Der heiße Sommer 2015 hat der Sächsischen Dampfschiffahrt in Dresden zugesetzt. Wegen des Niedrigwassers konnten die Raddampfer und Salonschiffe an vielen Tagen nicht fahren. Wochenlang fuhren die Ausflugslinien gekürzt, da manche Anleger nicht angesteuert werden konnten. Eine genaue Bilanz will die Dampfschiffahrts-GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG - an der GmbH ist der Freistaat zu 51 Prozent beteiligt - erst im Sommer ziehen. Geschäftsführerin Karin Hildebrand denkt aber schon heute über Einsparpotenziale nach. Im Blick hat sie dabei die beiden Motorschiffe "Bad Schandau" und "Lilienstein".

Eines dieser Schiffe mit je rund 80 Plätzen könnte verkauft werden, so die Geschäftsführerin. Zum möglichen Wert machte sie keine Angaben. Die Schiffe wurden 1982 beziehungsweise 1987 gebaut.

Sachsen MS "Bad Schandau"

MS "Bad Schandau"

Sachsen MS "Lilienstein"

MS "Lilienstein"

Ein möglicher Käufer könnte das Schiff auf Talsperren oder auf Tagebauseen einsetzen. Die beiden Motorschiffe haben einen größeren Tiefgang als die speziell für die Elbe konstruierten historischen Raddampfer und die beiden in den 1990er-Jahren angeschafften Salonschiffe. Bei Niedrigwasser müssen sie deshalb zuerst pausieren. Zudem sind die beiden kleineren Motorschiffe nicht fest im Fahrplan eingesetzt. Sie würden nur bei schlechtem Wetter mit wenig Fahrgästen oder für Charterfahrten eingesetzt und wären am ehesten verzichtbar, so Hildebrand. An den beiden großen Salonschiffen will die Dampfschiff-Chefin in jedem Fall festhalten. "Sie sind zwar in Dresden nicht unbedingt beliebt, aber eignen sich hervorragend für größere Veranstaltungen."

Kein Stellenabbau geplant

Bekannt ist die Dampfschiffahrt für ihre neun historischen Raddampfer. Sie sollen in der Hauptsaison wieder täglich auf Linienfahrten zwischen Bad Schandau und Diesbar-Seußlitz unterwegs sein. Zudem werde auch an Einzelfahrten ins tschechische Decin festgehalten. "Die Fahrpläne stehen, wir können nur leicht nachjustieren", erklärte die Dampfschiff-Chefin. Im reinen Schiffsbetrieb beschäftigt das Unternehmen rund 70 Mitarbeiter, überwiegend hochspezialisierte Binnenschiffer und Techniker.

Ausbau des Gastronomie-Geschäftes geplant

Die noch junge Catering-Tochter "Elbezeit" beschäftigt etwa 100 Mitarbeiter, wobei der Personalstamm je nach Saison und Aufträgen durch Pauschalkräfte kurzfristig angepasst werden kann. "Elbezeit" ist nicht nur für die Bewirtung auf den Schiffen zuständig, sondern betreibt auch die Flughafengastronomie und Teile der Zoo-Restaurants in Dresden. Geschäftsführerin Hildebrand sagte, beim Personal solle nicht gespart werden. Das Geschäft mit der Gastronomie will die Geschäftsführerin perspektivisch ausbauen und damit Schwankungen bei der Schiffahrt ausgleichen.

Die Fahrgastzahlen der Dampfschiffahrt sind stark witterungsabhängig. Im Flutjahr 2013 wurden 499.000 Passagiere und im Jahr darauf 670.000 Ausflügler gezählt.

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