Mieter in Sorge In Dresden Erstanträge auf Wohngeld mehr als verdoppelt

Ein Stift liegt auf einem Antrag von Sozialhilfe und einem Wohngeldantrag auf einem Tisch
In den Sozialämtern in Sachsen sind die Anträge auf Wohngeld im Vergleich zum Vorjahr stark angestiegen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

In den Sozialämtern in Sachsen sind die Anträge für Wohngeld stark angestiegen. Eine Sprecherin der Stadt Dresden sagte, die Zahl der Erstanträge habe sich im September mehr als verdoppelt, verglichen mit dem Vormonat. Das Sozialamt in Chemnitz meldete von Januar bis August mehr als 6.800 Anträge für Wohngeld, rund 1.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Ein Grund für die Antragswelle sei die für 2023 angekündigte Reform des Wohngelds. Ein anderer, dass nur Bedürftige Geld aus dem Zweiten Heizkostenzuschuss für die Monate September bis Dezember 2022 erhalten sollen, die auch Wohngeld beziehen, erklärte die Dresdner Stadtsprecherin.

Wenn sich der Kreis der Empfänger ausweitet, ist das von den Behörden nicht mehr einfach so zu bewältigen, hieß jedoch es in Chemnitz. Dann wären mehr Mitarbeiter nötig oder es müsse länger gearbeitet werden. Von der Wohngeldreform sollen nach Aussage der Bundesregierung bundesweit rund zwei Millionen Haushalte profitieren. Die Zahl der Anspruchsberechtigten werde sich dann verdreifachen.

Verbraucherberater erleben große Verunsicherung und Ängste

Hoher Andrang auch bei der Verbraucherzentrale Sachsen (VZS). Die Nachfragen für Energie-Beratungen sind bis Anfang Oktober, verglichen mit dem Vorjahr, um etwa 80 Prozent gestiegen, sagte der Energiereferent der Verbraucherzentrale, Lorenz Bücklein.

Bei Anfragen sowie Verbraucherhinweisen und -beschwerden haben sich die Zahlen laut Bücklein vervierfacht: "Wir erwarten eine weitere Zunahme, wenn nun die Zeit der Betriebskostenabrechnungen und Energiepreis-Erhöhungen beginnt." Grund für den aktuellen starken Anstieg ist eine große Verunsicherung, meint Bücklein: "Bei den Beratungen nehmen wir teils große Verunsicherung, Sorgen und Zukunftsängste wahr."

Wir erwarten eine weitere Zunahme, wenn nun die Zeit der Betriebskostenabrechnungen und Energiepreis-Erhöhungen beginnt.

Lorenz Bücklein Verbraucherzentrale Sachsen

MDR (phb)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 08. Oktober 2022 | 10:00 Uhr

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