Historische Windmühle.
In Bad Düben gibt es mehrere Mühlen: Unter anderem diese Bockwindmühle und die mit Wasser betriebene Obermühle. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bad Düben Dudelsäcke, altes Handwerk und gute Unterhaltung beim Mühlentag

20. Mai 2024, 20:04 Uhr

Seit fast 600 Jahren wird hier in Bad Düben das Korn gemahlen. Wenn der Museumsdorf Dübener Heide e.V. das Gebäude in den 90er-Jahren aber nicht gerettet hätte, wäre davon heute wahrscheinlich nur noch wenig zu sehen. Inzwischen erstrahlt die Mühle wieder im alten Glanz und lockte am Museumstag hunderte Besucher an.

Die Mühlräder platschen ins Wasser, aus dem Inneren rattern die Zahnräder und vor dem alten Mühlenhaus tummeln sich die Besucher. Organisator und Vereinsvorsitzender des Museumsdorf Dübener Heide e.V., Werner Wartenburger, ist sichtlich zufrieden: "Den Mühlentag vorzubereiten ist immer viel Arbeit, es hat sich aber gelohnt. Es ist bestes Wetter und eine unglaubliche Masse an Menschen ist gekommen." Der Verein hat ein buntes Programm mit Händlern aus der Region, Workshops und Unterhaltung aufgestellt: Highlights sind unter anderem ein Dudelsackbauer, der Fledermausgarten oder die Drehorgel.

Sächsische Dudelsäcke

Zum Mühlentag in Bad Düben sind viele Händler und Handwerker gekommen, einer von ihnen ist Bodo Schulze. Der Trossiener ist gelernter Holzblasinstrumentenmacher und hat sich auf Dudelsäcke spezialisiert. Angefangen habe seine Berufung Anfang der 80er-Jahre in Ost-Berlin, erzählt er. Weil es in der DDR keine Dudelsäcke gegeben habe, musste er sich sein Wissen selber aneignen.

Mann mit Dudelsack an einem Verkaufsstand.
Bodo Schulze ist gelernter Holzblasinstrumentenbauer und hat seine Leidenschaft für Dudelsäcke über die Musik entdeckt. Mit dem Dudelsackbau hat er sein Hobby zum Beruf gemacht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Wir haben damals rumexperimentiert und auch echt ganz gute Ergebnisse erzielt. So richtig professionalisieren konnte ich mich dann aber erst nach dem Mauerfall, dann konnte ich mal im Ausland schauen, wie es dort gemacht wird." Mit seinem Stand sei er nur noch selten unterwegs, meist sei er in seiner Werkstatt in Torgau, wo er auch Dudelsackunterricht gibt. Eigentlich sei er schon in Rente, aber "wen es einmal gepackt hat, den lässt es nicht mehr los."

Die alte Dessauerin

Für musikalische Begleitung beim Mühlentag sorgt die Drehorgel der alten Dessauerin - so zumindest nennt sich Annegret Andräß, wenn sie mit ihrer Orgel unterwegs ist. Letztes Jahr sei sie als Besucherin hier gewesen, damals hätte es aber keine Musik beim Mühlentag gegeben: "Da dachte ich mir, dass meine Drehorgel doch super zu dieser historischen Umgebung passt." Die Musik scheint bei den Besuchern gut anzukommen, einige dürfen auch selber mal das Drehrad der Orgel betätigen.

Frau steht an einer Drehorgel.
Auf den Künstlernamen "Die alte Dessauerin" ist Annegret Andräß gekommen, als sie mit ihrer Drehorgel noch in Koblenz unterwegs war. Dort kannte man Dessau nicht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sie lebe erst seit ein paar Jahren wieder in Dessau und arbeitet hier als Musikerin mit ihrer Drehorgel. Es fehle hier allerdings an Liedern, die die Region beschreiben, sagt sie. Deswegen habe sie inzwischen eigene Stücke über die Elb- und Mulderegion für ihre Drehorgel geschrieben. Der Tag heute laufe gut, wenn es möglich ist, dann würde sie auch gerne im kommenden Jahr wieder zum Mühlentag nach Bad Düben kommen.

Der Museumsdorf Dübener Heide e.V. hatte 1999 die Verantwortung für die Obermühle übernommen, seitdem kümmern sich die Ehrenamtlichen des Vereins um das Gelände und die Mühle.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 20. Mai 2024 | 19:00 Uhr

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