Mann spielt Musikiinstrument
Bildrechte: Henk van Twillert

"Overture" Neue Töne in Leipzig: Erstes Internationales Festival für Klassisches Saxophon

20. Februar 2024, 04:00 Uhr

Das Saxophon wird in erster Linie dem Jazz, Rock und Pop zugeordnet. Dass das Instrument aber nicht nur diesen Genres vorbehalten ist, soll nun das 1. Internationale Festival für Klassisches Saxophon in Leipzig zeigen. Die Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" möchte vom 20. bis zum 23. Februar das Saxophon in der Klassik feiern. Initiator Frank Liebscher verrät, welche Highlights zu erwarten sind und welche Pläne er für die Zukunft hat.

Am 20. Februar startet das 1. Internationale Festival für Klassisches Saxophon Leipzig 2024 unter dem Motto "Overture". Der englische Titel soll laut den Veranstaltern direkt klar machen, dass man bei der Veranstaltung auf Internationalität setzt. Der Austragungsort Leipzig hat dabei auch seine Bewandnis, schließlich haben viele mit Leipzig verbundene Komponisten zu dem Œuvre an Originalliteratur für das klassische Saxophon beigetragen.

Die Renaissance des klassischen Saxophons

Dass das Saxophon im klassischen Bereich im deutschsprachigen Raum ein Nischendasein führt, ist für den Initiator des Festivals, Frank Liebscher, ein Fakt. In den vergangenen beiden Jahrzehnten sei das aber ein bisschen aufgebrochen worden – schließlich könne man an einigen Hochschulen mittlerweile klassisches Saxophon studieren. Das sei aber die absolute Minderheit - und damit auch der ausschlaggebende Punkt für das neue Festival in Leipzig. Es soll über mehrere Tage einen Rahmen bieten, um möglichst viele Facetten des klassischen Saxophons zu zeigen.

Die Konzerte finden dabei an verschiedenen Orten in Leipzig statt. Auf dem Programm stehen zum Beispiel ein Lunchkonzert im Völkerschlachtdenkmal oder ein Abendkonzert in der Thomaskirche. Frank Liebscher ist sich sicher: "Das ist ein besonderes Highlight für alle, die sich mit Bach und seiner Musik beschäftigen." Auch einer der schönsten Schauplätze Leipzigs kommt zum Einsatz: Am Freitag wird im Alten Rathaussaal konzertiert.

Einzigartige Saxophon-Musik an historischen Orten

Die Spielstätten sind laut Frank Liebscher natürlich an die Musik angepasst. Im Völkerschlachtdenkmal gebe es zum Beispiel eine epische Akustik, mit einem Nachhall von bis zu 14 Sekunden. Dort würden choralartig angesiedelte Stücke mit moderaten Tempi sehr gut wirken, so der Musikdozent. "Die Klangfülle des Saxophons ist in dem Denkmal ganz außerordentlich und ganz besonders zur Wirkung zu bringen", sagt Liebscher. Auf dieses Konzert freue er sich sehr – und auch darüber, dass der Kurator des Denkmals eingewilligt hat, das Konzert dort zu geben.

Die Krypta im Völkerschlachtdenkmal Leipzig
Die Krypta im Völkerschlachtdenkmal Leipzig ermöglicht einen einzigartigen Saxophon-Sound. Bildrechte: imago images / PicturePoint

In der Thomaskirche werden vor allem Stücke von Bach und Mendelssohn zu hören sein, ohne Klavierbegleitung. Der Fokus liegt auf dem Instrument Saxophon, auf den kleineren Ensembles und dem vollen Saxophon-Orchester.

Leipzig strebt nachhaltiges Saxophonfestival an

Geht es nach Frank Liebscher ist das diesjährige Festival nur ein Auftakt. Im besten Fall soll es danach alle zwei Jahre stattfinden. Natürlich gebe es immer "die Grenzen der praktischen Planung", maßgeblich beeinflusst von dem zur Verfügung stehenden Budget. Ziel sei dieses Format zu etablieren und die Attraktivität des ganzen Genres so zu steigern, dass es möglich sei, namenhafte Künstlerinnen und Künstler für die Sache zu begeistern und nach Leipzig zu holen. "Das wäre die Vorstellung, die wir damit verbinden."

Plakat
Das Plakat des 1. Internationalen Festivals für Klassisches Saxophon Leipzig 2024. Bildrechte: Frank Liebscher

Konzerte des 1. Internationales Festival für Klassisches Saxophon Leipzig 2024

20. Februar

  • 19:30 Uhr, Großer Saal der HMT Leipzig: Eröffnungskonzert mit Werken von Mendelssohn, Glasunow, Gavin Whitlock u.a.

21. Februar

  • 12:30 Uhr, Völkerschlachtdenkmal: Lunchkonzert mit Werken von Bach, Barber u.a.
  • 20:00 Uhr, Alte Handelsbörse: Abendkonzert mit Werken von Mendelssohn, Bach Piazzolla u.a.

22. Februar

  • 20:00 Uhr, Thomaskirche: Abendkonzert mit Werken von Mendelssohn, Bach und Nystedt

23. Februar

  • 12:30 Uhr, Altes Rathaus: Lunchkonzert "KLANGPAUSE" mit Werken von Ferrer Trindade, Alfred Desenclos u.a.
  • 20:00 Uhr, Musiksalon im Dittrichring 21: Abschlusskonzert mit Werken von Mendelssohn, Glasunow, Brahms, Pedro Iturralde u.


Mehr Informationen finden Sie auf der Website der HMT Leipzig.

Quelle: MDR KLASSIK (Martin Hoferick)
Redaktionelle Bearbeitung: as

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