Corona-Bekämpfung Sachsen will ab Juli nur noch drei Impfzentren betreiben

Impfzentrum Leipzig auf dem Neuen Messegelände in der Messehalle 5.
Nur in Chemnitz, Dresden und Leipzig sollen die großen Impfzentren den Sommer über geöffnet bleiben. Bildrechte: dpa

In Sachsen sollen ab Juli bis zunächst September nur noch die Impfzentren in Chemnitz, Dresden und Leipzig geöffnet bleiben. Das sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping am Dienstag. Derzeit werden mehr 13 Impfzentren, davon zwei mit Außenstellen, betrieben. Sie verwies darauf, dass bis dahin immer mehr Arztpraxen in die Impfkampagne einbezogen würden. Zudem sollen 30 mobile Impfteams dezentral im Freistaat unterwegs sein und in Absprache mit Kommunen vor Ort Impfungen anbieten. Diese Teams seien bisher in Pflegeheimen und Seniorenheimen unterwegs. Die Bewohnerinnen, Bewohner, Patientinnen und Patienten sowie Pflegekräfte und Betreuungspersonal in diesen Einrichtungen seien allerdings bis Sommer durchgeimpft - sofern sie der Impfung zugestimmt haben.

Täglich 11.000 Impftermine ab Juli

Köpping spricht von sogenannten Impfstationen, die von den mobilen Teams eingerichtet werden sollen. Zudem empfahl sie Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, sich an den örtlichen DRK-Kreisverband zu wenden und die Teams zu bestellen. Die SPD-Politikerin verwies auf Projekte, die jetzt schon erfolgreich in Kommunen umgesetzt würden. Rathäuser böten in Absprache mit dem DRK zu bestimmten Tagen ihren Bürgerinnen und Bürgern Impftermine an, zu denen dann die Impfteams in die Kommunen kommen. Rund 11.000 Impftermine sollen im Juli in Sachsen täglich angeboten werden, plant Köpping.

Mehr Impfdosen für Praxen als für Impfzentren

Eine Patientin wird in einer Hausarztpraxis gegen Corona geimpft
Mehr als 1.800 Hausarztpraxen bieten jetzt schon Corona-Schutzimpfungen an. Bildrechte: imago images/Wilhelm Mierendorf

Derzeit unterstützten bereits 1.850 Hausärzte in ihren Praxen die Impfzentren. Nächste Woche werden die Arztpraxen laut Köpping bereits mehr Impfstoffe erhalten als die Impfzentren. Für die Zentren sind 116.000 Dosen vorgesehen, für die Hausärzte 146.000 Dosen.

Ab Juni sollen Betriebsärzte in Sachsen ebenfalls Corona-Schutzimpfungen anbieten. Über den Einstieg von Fachärzten in die Impfkampagne will Köpping in den kommenden Tagen mit der Kassenärztlichen Vereinigung beraten. Sie verwies auf Anfrage nochmals darauf, dass Hausärzte von der strengen Impfverordnung abweichen dürften - dies treffe besonders dann zu, wenn Impfstoffe etwa abends übrig seien. Diese sollten in jedem Fall verimpft und keinesfalls weggeworfen werden, so die Ministerin.

Neue Schutzverordnung soll einfacher werden

Für den 10. Mai kündigte Ministerin Köpping eine neue Corona-Schutzverordnung des Freistaates an, die bis Ende Mai gelten soll. Sie solle alles regeln, was gilt, wenn in Sachsen die Inzidenz unter100 liegt - also unterhalb der Bundesnotbremse.

Ferner kündigte die Ministerin Anspassungen bei der Maskenpflicht im Innen- und Außenbereich an. Die Verordnung soll nach Bürgerhinweise neu gegliedert und damit übersichtlicher werden, hieß es. Eine Gliederung nach Lebensbereichen soll es erleichtern, die für jeden einzelnen relevanten Regeln zu finden.

Laut Sachsens Gesundheitsministerin hatte Sachsen am Dienstag mit 226,5 die bundesweit höchste Sieben-Tage-Inzidenz. In vier sächsischen Landkreisen lag die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an sieben Tagen bei mehr als 300.

Quelle: MDR/lam/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 27.04.2021 | 15:00 Uhr in den Nachrichten

19 Kommentare

Kritische vor 1 Wochen

Was auch gern vergessen wird, in wenigen Monaten müssen ja die ersten Leute schon das dritte Mal geimpft werden, nämlich die, die im Januar ihre erste Impfung erhalten haben. Und das fällt dann direkt in den Winter. Schon allein räumlich ist das in den Praxen gar nicht zu stemmen. Und wenn dann einer mit 40 Fieber kommt, muss der ewig warten, weil vorher noch 30 Leute geimpft werden oder umgekehrt. Warum ohne Not so eine gut funktionierende Infrastruktur vorschnell aufgeben? Mindestens ein Jahr, bis alles wirklich Routine ist und die Leute wirklich nur noch zum Nachimpfen kommen, müssten die Zentren bestehen bleiben. Dort sind die Leute eingespielt, es gibt genügend Platz und verläuft zügig. Man denkt manchmal wirklich, es handelt sich um einen Aprilscherz, wenn man Nachrichten liest derzeit. Noch vor gefühlt wenigen Tagen wurde um den Aufbau jedes einzelnen Impfzentrums gerungen...

nasowasaberauch vor 1 Wochen

Erst ging es nicht richtig los und kaum funktioniert die DRK Maschine wird sie wieder abgeschaltet. Der Impfstoff fehlt immer noch, jedenfalls der, der von den Impflingen ohne Vorbehalte akzeptiert wird. Das DRK Impfzentrum als zentraler Anlaufpunkt ist für die Massenabfertigung besser geeignet, als nun den Schwerpunkt auf die Hausärzte zu verlegen. Von der Logistik der Stoffe bis zur Erfassung der Berechtigten sind die Hausärzte im Nachteil. Anstatt die Priorisierung abzuarbeiten und die erste Welle nach der Freigabe abzuwarten wird überhastet die Reißleine gezogen. So wird die angepeilte Herdenimmunität und die Freiheit für alle nicht erreicht.

Inge0753 vor 1 Wochen

Hat unsere Frau Ministerin bei der Schließung der Impfzentren auch daran gedacht, dass im Sommer viele Hausärzte ihre Praxen wegen Urlaub mindestens 14 Tage schließen?
Inge 0753

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