Preisentwicklung Wohnungswirtschaft: Mieten in Sachsen bisher nur moderat gestiegen

Steigende Energie- und Baukosten belasten die Wohnungswirtschaft. Während die Mieten nach Angaben der Branche in Sachsen bisher nur moderat stiegen, wird schon an Modernisierung und Instandhaltung gespart.

Junge Frau sitzt lesend auf einem Sofa
Die neue Wohnung könnte teurer werden, wenn die Wohnungswirtschaft ihre steigenden Kosten auf die Mieter umlegt. Bisher gibt es nur moderate Anstiege. Bildrechte: imago/Westend61

Die sächsische Wohnungswirtschaft hat vor einem massiven Einbruch bei Investitionen gewarnt und mehr Verlässlichkeit von der Politik verlangt. Während sich die Unternehmen 2021 als "Stabilitätsanker" erwiesen hätten, könnten "explodierende Energiekosten, immens steigende Baupreise und ein nie dagewesenes Förderchaos" dem aber schon in diesem Jahr ein jähes Ende setzen, teilte die Branche in Dresden mit. Die Branchenvertreter warnten vor ausbleibenden Investitionen.

Wenn sich bei den Rahmenbedingungen nichts ändert, droht ein Investitionskollaps.

Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Sachsen

Durchschnittsmiete liegt bei 5,36 Euro

Nach der Jahresstatistik des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft ist der Anstieg der Wohnkosten trotz Corona-Pandemie und schon absehbarer Erhöhung der Energiekosten überschaubar geblieben. Die Nettokaltmiete bei Mitgliedsunternehmen des Verbands sei 2021 im Schnitt um neun Cent höher gewesen als im Jahr zuvor und damit auf 5,36 Euro pro Quadratmeter moderat gestiegen.

Dr. Karamba Diaby, Raimund Fichtenberger, Terence und dessen Frau (v.l.) 3 min
Bildrechte: MDR SPUTNIK

Spielräume für sozialen Wohnungsbau werden kleiner

Verbandsdirektor Rainer Seifert sagte, "trotz der enorm gestiegenen Kosten im Baubereich, die den Unternehmen besonders bei Instandhaltungen und Sanierungen zu schaffen machen, sind die Mieten damit weiterhin sehr stabil geblieben". Das zeige, wie ernst vor allem die kommunalen Wohnungsunternehmen ihre soziale Verantwortung nehmen würden: "Die Spielräume, das Wohnen in Sachsen bezahlbar zu halten, werden aber immer enger."

Rückgang bei Modernisierung und Instandhaltung

Laut Verband haben die 120 Mitgliedsunternehmen 2021 rund 432 Millionen Euro in ihre Wohnungs- und Immobilienbestände investiert (2020: 417 Millionen Euro). Mit Blick auf den sozialen Wohnungsbau in den Metropolen Dresden und Leipzig sei dabei ein stärkerer Fokus auf Neubau zu erkennen, hieß es. Die Investitionen in Neubauten seien um 27,7 Prozent gestiegen. Bei Instandhaltung und Modernisierung habe es einen Rückgang um jeweils knapp sieben Prozent gegeben.

ein Bauarbeiter wechselt an einem Haus die Fenster aus
Bei Modernisierungen sparen viele Vermieter bereits. Bildrechte: colourbox

Wohnungswirtschaft sieht Politik in der Pflicht

Vor allem im ländlichen Raum werde es angesichts der hohen Baukosten bei gleichzeitig niedrigen Mietniveaus für die Unternehmen immer schwieriger, Investitionen im Bestand umzusetzen, betonte Seifert. Die Politik müsse mit einer langfristig angelegten, nachvollziehbaren Förderpolitik und verlässlichen Rahmenbedingungen Unterstützung leisten. Leider sei aber das Gegenteil der Fall.

Plötzliche Förderstopps, Unklarheiten zu neuen Förderbedingungen, eine Hängepartie beim Thema CO2-Preis, Stillstand beim Thema Altschulden und unzureichende Reaktionen auf die extrem gestiegenen Baupreise und Kapazitätsengpässe hätten der Wohnungswirtschaft viele Steine in den Weg gelegt. So könne es keinesfalls weitergehen, betonte der Verbandschef.

MDR (lam)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Radioreport | 02. Mai 2022 | 18:00 Uhr

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