Eine Pferdekutsche vor dem Hotel Elephant am Marktplatz in Weimar
Trotz Zahlungsunfähigkeit der Arcona-Hotelgruppe sind die Gehälter der rund 500 Mitarbeitenden bis Ende Januar gesichert - auch die des Hotel Elephant-Personals. Bildrechte: IMAGO / pictureteam

Gastgewerbe Hotelgruppe insolvent: Auch Elephant und Wartburg-Hotel gehören zum Unternehmen

28. November 2023, 18:30 Uhr

Die Arcona-Hotelgruppe ist zahlungsunfähig und hat deswegen Insolvenz in Eigenregie beantragt. In Thüringen gehören zwei traditionsreiche Häuser zur Gruppe.

Das Amtsgericht Rostock hat dem Insolvenzantrag der Arcona-Hotelgruppe stattgegeben. Zur Arcona-Gruppe gehören zwei der traditionsreichsten und besten Hotels in Thüringen - das "Hotel auf der Wartburg" in Eisenach und das Hotel Elephant in Weimar.

Gehälter der Mitarbeiter bis Ende Januar gesichert

Das Unternehmen teilte am Montagabend mit, dass es sich für die Zukunft neu aufstellen will. Auf den Geschäftsbetrieb habe der Insolvenzantrag derzeit keinerlei Auswirkung, sagte die Unternehmenssprecherin Christiane Winter-Thumann MDR THÜRINGEN. So würden keine Mitarbeiter entlassen und die Gehälter der rund 500 Betroffenen seien durch Insolvenzausfallgeld bis Ende Januar gesichert. Damit bleibe genug Zeit für die nächsten Sanierungsschritte.

Es werde nun im sogenannten Eröffnungsverfahren durch die Sachwalterin geprüft, ob eine Insolvenz vorliege, so ein Gerichtssprecher. Nach den bisherigen Darstellungen habe zumindest bei Antragstellung eine Zahlungsunfähigkeit gedroht.

Insolvenz soll Sanierungsplan ermöglichen

Die Information sei sowohl für ihn als auch die Belegschaft der Hotels überraschend gekommen, sagte Jens Löbel von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Demnach wurde ein großer Teil der Hotelmitarbeiter am Montagabend per E-Mail informiert. Die Gewerkschaft NGG sei bereits im Gespräch mit den Betriebsräten und beobachte die Situation aufmerksam. Auch zu den Oberbürgermeistern der Städte sowie zur Staatskanzlei habe die NGG Kontakt aufgenommen, so Löbel.

Das Hotel auf der Wartburg ist aktuell wegen einer Generalsanierung geschlossen. Das Hotel Elephant ist laut Winter-Thumann eines der Häuser, die in der Arcona-Gruppe sehr gut laufen. Allerdings stimme insgesamt das Umfeld für die Hotellerie in Deutschland an einigen Standorten nicht mehr. So gebe es Häuser, in denen Gäste lieber ihre Pizza mit aufs Zimmer nehmen, statt im Restaurant zu essen. Mit der Insolvenz sei es möglich, die Unternehmensgruppe neu aufzustellen und einen Sanierungsplan zu erarbeiten.

Hotelgruppe sieht Ukraine-Krieg und Inflation als Ursachen für Insolvenz

Das Unternehmen Arcona Hotels & Resorts mit Sitz in Rostock wurde 2008 gegründet. Die Entscheidung zur Insolvenz in Eigenverwaltung sei als Reaktion auf die "Kaufzurückerhaltung der Gäste (...) insbesondere in den Gastronomien des Hotels" getroffen worden. Den Ursprung davon sieht das Unternehmen in den Folgen des Ukraine-Kriegs, den Engpässen in der Energieversorgung und der hohen Inflation.

Schild mit der Aufschrift "Hotel auf der Wartburg"
Das Nobel-Hotel auf der Wartburg gehört zur Arcona-Gruppe, die Insolvenz in Eigenregie angemeldet hat. Bildrechte: MDR/Heidje Beutel

Zum Portfolio der Arcona-Hotelgruppe gehören auch Häuser auf Rügen und Sylt, sowie in Österreich und Spanien. Die ausländischen Betriebe sind von der Insolvenz nicht betroffen.

MDR (kuk/ost)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag | 28. November 2023 | 10:00 Uhr

24 Kommentare

Peter vor 13 Wochen

Freies Moria: "Die privaten Haushalte in Deutschland haben im Jahr 2022 durchschnittlich 2 846 Euro im Monat für den Konsum ausgegeben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis der Laufenden Wirtschaftsrechnungen mitteilt, waren das 8,5 % oder 223 Euro mehr als im Jahr 2021 (2 623 Euro). Damit stiegen die privaten Konsumausgaben etwas stärker als die Verbraucherpreise, die sich im Jahresdurchschnitt 2022 um 6,9 % gegenüber 2021 erhöhten." (Quelle: destatis.de)

Freies Moria vor 13 Wochen

Und futschi.
Natürlich hat der Ukraine Krieg mit den Hotels zu tun.
Mehr Geld für Ukraine ist weniger Geld für Dinge in Deutschland.
Weniger Geld hier ist weniger ausgegebenes Geld
Weniger ausgegebenes Geld wird bei verzichtbaren Dingen wie Reisen und Urlaub zuerst gespart.
Das gilt auch (und gerade) bei Leuten die eigentlich Geld haben - diese halten Geld auch besonders zurück bzw. geben es nur noch sehr gezielt aus.
Aber natürlich ist die Ukraine nur ein Teil, der Mindestlohn und die Bürokratie sind gewiss mindestens genauso wichtige Aspekte.

Wagner vor 13 Wochen

Siehe weiter unten :die Begründungen sind schon abenteuerlich.WZas hat der Ukraine-Krieg mit den Hotels zu tun ? ???? Oder wars vielleicht T.Mann ,dessen Roman Lotte in Weimar mit dem Herrn Mager im Elefant handelt —isses der Mannsche Satzbau,der zum Misserfolg führte. Vpelleicht sollte mal das Managementkonzept hinterfragen. Und das mal publizieren.
Da ist natürlich geistige Arbeit gefragt,statt platter Begründungen.

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