Waikiki Freizeitbad Zeulenroda
Die Wiedereröffnug des seit Monaten geschlossenen Freizeitbad Waikiki ist völlig offen. Jetzt besteht die Gefahr einer Insolvenz. (Archivfoto) Bildrechte: IMAGO / Karina Hessland

Freizeitbad Insolvenzgefahr: Hoffnung für Wiedereröffnung des Waikiki in Zeulenroda schwindet

27. November 2023, 13:27 Uhr

Die Gefahr einer Insolvenz für das Freizeitbad Waikiki in Zeulenroda-Triebes wächst. Eine Stadtratssitzung war am Wochenende gescheitert. Der politische Streit dreht sich um 800.000 Euro.

Die Gefahr einer Insolvenz für das Freizeitbad Waikiki in Zeulenroda-Triebes wächst. Der Geschäftsführer der Stadtwerke, Frank Kruwinnus, sagte MDR THÜRINGEN am Montag, voraussichtlich Ende der Woche werde er den Insolvenzantrag stellen.

Bis dahin wolle er noch abwarten, ob sich eine andere Lösung findet. Er warte erst noch das Ergebnis eines Gespräches ab, das Bürgermeister Nils Hammerschmidt am Montag mit der Landesregierung führen wolle. Es geht um einen städtischen Zuschuss von 800.000 Euro für das Bad bzw. für die Stadtwerke als Betreiber, der bereits im Haushalt festgeschrieben ist. Die Mehrheit der Stadträte hatte die Zahlung vor zwei Wochen auf Antrag der CDU abgelehnt, obwohl der Zuschuss im Haushalt bereits vorgesehen ist. Von den dort verankerten 1,49 Millionen Euro wurden erst 690.000 Euro ausgezahlt.

Stadtrat zum Waikiki scheitert am Wochenende

Nun sollte der Stadtrat am Samstag in einer Sondersitzung erneut über die Zahlung entscheiden, es kam jedoch gar nicht erst zur Abstimmung. Weil die Hälfte der Stadträte der Meinung war, dass nicht form- und fristgerecht eingeladen wurde, scheiterte die Sondersitzung nach wenigen Minuten. Eine Abstimmung über die 800.000 Euro war damit passé - ein Fiasko für das krisengeschüttelte Freizeitbad.

Das Bad ist nicht nur für Zeulenroda-Triebes wichtig, sondern auch für die gesamte Region.

Frank Kruwinnus Geschäftsführer der Stadtwerke

Bürgermeister Nils Hammerschmidt (IWA Pro Region) will nun offenbar ohne Zustimmung des Stadtrats über die Zahlung der dringend benötigten 800.000 Euro entscheiden. Das aber ist rechtlich heikel, der Bürgermeister hofft daher bei dem Gespräch am Montag auf Rückendeckung vom Land.

Freizeitbad seit Monaten geschlossen

Das Freizeitbad Waikiki ist seit Jahresbeginn 2023 geschlossen. Die Umbauarbeiten sollten ursprünglich im Frühsommer starten. Das Bad soll ein Vierteljahrhundert nach seiner Eröffnung umfassend saniert werden, mehr als 16 Millionen Euro wurden damals veranschlagt. Vom Land gab es eine Zusage für einen Fördermittelbescheid von über 10,5 Millionen Euro. Eigentlich war geplant, dass das Bad im Herbst 2025 wiedereröffnet werden sollte. Dieser Termin war schon verschoben worden. Das Bad ist laut Kruwinnus nicht nur für Zeulenroda-Triebes wichtig, sondern auch für die gesamte Region, so der Stadtwerke-Chef.

Abwahlantrag gegen Bürgermeister Hammerschmidt gescheitert

Im vergangenen April hatte die AfD-Fraktion die Abwahl Bürgermeister Nils Hammerschmidt beantragt. Ihm wurden unter anderem verschleierte Kosten für das Freizeitbad Waikiki sowie Probleme beim Betrieb der Strandbäder vorgeworfen. Stadträten von AfD und CDU war etwa unklar gewesen, warum für ein geschlossenes Spaßbad jährlich 1,5 Millionen Euro im Haushalt eingeplant werden müssten. Der Abwahlantrag war gescheitert.

MDR (kabe/rom)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 27. November 2023 | 11:30 Uhr

2 Kommentare

Eddi58 vor 13 Wochen

@Thorsten Pfeiffer
Das es bis 2023 gedauert hat, dass die einmalige Dichte an Spaßbädern in Thüringen zu einem richtig großem Problem wird, ist an sich schon erstaunlich. Wie witzelten die Thüringer seinerzeit über den Wirtschaftsminister Schuster von der CDU:
Man könne doch die Thüringer Spaßbäder mit einem Kanal verbinden?!🤣
Aber einmal im Ernst: wie bei den Kläranlagen regierte das Prinzip Hoffnung und Größenwahn…🙄

Thorsten Pfeiffer vor 13 Wochen

Die Firma Bauernfeind, als Betreiber eines großen Biohotels in der Nähe, in bester Lage am "Th.-Meer" würde doch als Sponsor in Frage kommen. Aber die Pleitewelle der großen Spassbäder steht noch bevor. Wenn der Haushaltscrash 2024 kommt.

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