Versandhandel Testlauf für neues Logistikzentrum von Böttcher in Zöllnitz

Die Böttcher AG mit Sitz in Jena will zu den größten zehn Onlinehändlern in Deutschland gehören. Im neuen Logistikzentrum in Zöllnitz startete jetzt der Probebetrieb. Von dort aus will das Unternehmen täglich 120.000 Sendungen auf die Reise schicken.

Logistikzentrum von Böttcher in Zöllnitz von außen
Das neue Logistikzentrum von Böttcher in Zöllnitz. Bildrechte: MDR/Anke Preller

Im neuen Logistikzentrum des Versenders Böttcher in Zöllnitz bei Jena ist der Probebetrieb angelaufen. Nach Angaben von Vorstand Danilo Frasiak wurde das 29 Meter hohe Hochregallager mit Waren gefüllt. In dem vollautomatisch arbeitenden Lager sind über 30.000 verschiedene Artikel vorrätig.

Hinzu kommt ein ebenerdiges Zwischenlager - das sind Regale in der Logistikhalle. Die Förderbänder laufen, im Kommissionierbereich stellen Mitarbeiter auf drei identisch ausgestatteten Etagen Testpakete zusammen. Vorstand Frasniak sagte, das sogenannte Bahnhofssystem zum Befüllen der Pakete werde noch optimiert.

Danilo Frasiak, Vorstand von Böttcher, im Logistikzentrum Zöllnitz
Laut Vorstand Danilo Frasiak soll der neue Standort im August offiziell eingeweiht werden. Bildrechte: MDR/Anke Preller

Standort Jena soll erhalten bleiben

Vom neuen Standort Zöllnitz im Saale-Holzland-Kreis will Böttcher täglich 120.000 Sendungen auf die Reise schicken. Hinzu kommen rund 30.000 Pakete vom Standort Jena, der erhalten bleiben soll. Die Bauarbeiten für das neue Logistikzentrum unmittelbar an der A4 hatten 2020 begonnen.

Böttcher war in den Landkreis ausgewichen, weil sich für die 430 Meter lange Logistikhalle in Jena kein passendes Grundstück gefunden hatte. Laut Vorstand Frasiak liegt das Projekt finanziell und zeitlich im Plan. Offiziell eingeweiht werden soll der Standort am 19. August.

Logistikzentrum von Böttcher in Zöllnitz von außen
Das Unternehmen aus Jena investiert 100 Millionen Euro. Bildrechte: MDR/Anke Preller

Böttcher peilt Wachstum an

Das Unternehmen investiert 100 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter von aktuell 630 soll in den kommenden Monaten weiter steigen. Beim Umsatz peilt das Unternehmen nach 580 Millionen Euro im Vorjahr 640 bis 650 Millionen Euro im laufenden Geschäftsjahr an. Böttcher will zu den größten zehn Onlinehändlern in Deutschland gehören.

Angefangen hatte Firmengründer Udo Böttcher 1990 ganz klein mit einem Kopiershop. Er erkannte früh das Potenzial des Onlinehandels, das Sortiment wurde immer größer und umfasst mittlerweile 200.000 Artikel - vom Kopier- bis zum Klopapier, vom Bohrer bis zum Computer. Ein "Büromarkt" ist Böttcher längst nicht mehr. Deswegen wurde der Zusatz aus dem Firmennamen gestrichen.

MDR (prell/sar)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 01. Juni 2022 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

Hobby-Viruloge007 vor 8 Wochen

Ein Thüringer Unternehmen, dass die Zeichen der Zeit erkannt hatte und seine Chancen nutzte. Herzlichen Glückwunsch zum Neubau!

Es ist leider erstaunlich wie wenig Ostdeutsche-Unternehmen die Digitale Transformation als neue Geschäftsfelder erfolgreich genutzt haben. Hier war die letzten 20 Jahre Raum für neue Ideen.

Positive Beispiele sind Mercateo und Böttcher. Wenn ich es aber richtig sehe, dann ist kein Ostunternehmen (ohne Firmensitz Berlin) bei den Umsatz-Top 100 deutschen Onlineshops dabei.

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