Hohenwarte-Stausee 78 Jahre nach Sprengung: Mit riesigem Ballon Neubau der Linkenmühlenbrücke gefordert

13. April 2023, 12:05 Uhr

Mit einem Zeppelin-förmigen Ballon ist am Mittwoch der Sprengung der Linkenmühlenbrücke durch die Wehrmacht vor 78 Jahren gedacht worden. Gleichzeitig bekräftigten Befürworter den Wiederaufbau - zugunsten des Tourismus.

Mit Böllerschüssen und im Beisein von mehreren Hundert Zuschauern ist am Mittwochabend an die Sprengung der Linkenmühlenbrücke am Hohenwartestausee vor 78 Jahren erinnert worden. Sie war wie alle wichtigen Saalebrücken kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs durch deutsche Truppen gesprengt worden.

Forderung nach Wiederaufbau

Die Befürworter des Wiederaufbaus um den Saalfelder Ex-Landrat Hartmut Holzhey haben sich nun erneut zum Jahrestag getroffen und ihre Forderung wiederholt. Dafür wurde die Silhouette der Brücke mit Hilfe eines Ballons in Zeppelin-Form und Fahnen nachgestellt. Es ist die dritte größere Aktion um den Brückenbau an der Linkenmühle gewesen.

Vor 13 Jahren war ein Ponton-Steg über den Stausee errichtet worden, vor fünf Jahren hatte die Hochseiltruppe Weisheit ihr Können über dem Stausee gezeigt.

Bürgermeister hoffen auf Tourismus-Schub

Die Bürgermeister der direkt angrenzenden Gemeinden Gossitz und Drognitz an der Grenze zwischen Saale-Orla-Kreis und dem Kreis Saalfeld-Rudolstadt erhoffen sich von dem Neubau einen Schub für den Tourismus. Außerdem könnten nur mit Arbeitsplätzen - beispielsweise im Tourismus - junge Menschen bewegt werden, in der Region am Stausee zu bleiben.

Im Sommer vorigen Jahres hieß es, die Linkenmühlenbrücke werde von Seiten des Ministeriums und von den Landräten der beiden betroffenen Kreise als touristisch wichtiges Projekt eingestuft. Allerdings sei die weitere Planung der Brücke Aufgabe der Kreise, da die Brücke keine Landesstraßen miteinander verbinde.

Brücke kostet mindestens zwölf Millionen Euro

Bezahlen soll die Brücke inzwischen der Bund. Frühere Anläufe mit Geld vom Land waren gescheitert. Mit Fördermitteln vom Land haben die beiden Landkreise für rund 200.000 Euro die Brücke bisher nur planen lassen. Nach Angaben des Landratsamtes in Saalfeld soll die Brücke rund zwölf Millionen Euro kosten - berechnet mit den Baupreisen von 2020. Dazu kommen demnach noch mehrere Millionen Euro für auszubauenden Zufahrtstraßen.

MDR (uwk/dst)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 13. April 2023 | 19:20 Uhr

9 Kommentare

B.Ramelow am 14.04.2023

Ich widerspreche nicht. Gegen die Abstufung der L1100 hätte der Landrat Hartmut Holzhey Widerspruch einlegen, was ich ihm geraten habe und klagen müssen. Leider hat er das nicht gemacht, sondern eine Sinnlose Klage betrieben, um zu beweisen, dass das Baurecht der alten Brücke nie untergegangen sei. Diese Sinnlose Klage hat Zeit und Geld vergeudet. Der damalige Landrat Holzhey hatte von der Ministerpräsidentin Lieberknecht 10Mio€ für den Neubau zugesagt bekommen. Da der Landrat aber die Baugenehmigung nicht erstellen lassen wollte, wurde das Geld nie abgerufen und somit auch nicht Etatisiert.
Die Planungsphase 1bis 3 wurde mittlerweile erreicht und auf diese Planung habe ich verwiesen. Wer aber eine Landesstraße oder Bundesstraße will, der muß den dafür notwendigen Verkehr auch erzielen wollen. Auf diesen Widerspruch wollte ich verweisen. Für die neue Fähre braucht man diese Strassenbreiten und Eingriffe nicht und eine Hängebrücke kann ganz anders geplant werden.

Harka2 am 13.04.2023

@J.Bischoff
Kennen sie die Zufahrtsstraßen? Das sind sehr enge Straßen die sich zudem an steilen Hängen befinden. Diese zu verbreitern ist extrem kostenintensiv und bedarf eines tiefen Einschnittes in die Natur. Die Masse der Benutzer dieser Straße fährt auch keine schmalen Trabbies mehr. Selbst PKW müssen da mitunter rechts ranfahren, um aneinander vorbei zu kommen. Für eine Hochstufung dieser Straße reicht der aktuelle Lichtraum nie und nimmer aus.

Die Brücke wird mit dem Tourismus begründet, aber der mag die Ruhe des Saaletals und die Fähre ist ein Tourismusmagnet. Die Abfahrtszeiten sind bekannt und somit kein Problem. Wenn dort erst mal 40-Tonner rollen sieht das aber anders aus.

J.Bischoff am 13.04.2023

Hallo Herr Ramelow
Zu der Hoch Stufung der Straßen Zuwegung möchte ich erwähnen , dass die Straße erst nach der Wende durch das Land Thüringen herabgestuft wurde. Vorher war sie die L1100 , die jetzt in Drognitz entet . Mann müsste nur den alten Zustand wieder herstellen . Was die Fähre betrifft , die Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen befördert (auch die neue Elektrische ?) fährt nur tagsüber und nicht zur Mittagspause und auch nicht im Winter , was bedeutet , dass zu anderen Uhrzeiten keine Überquerungsmöglichkeit gibt . Auch nicht für Rettungsfahrzeuge oder Pendler . Warum müsste eigentlich die Zufahrtsstraßen bei einer Brücke bis 7,5 Tonnen erneuert werden wenn eine Fähre die gleichen Fahrzeuge befördert ? Oder fliegen dann die Autos bis zur Fähre ? Übrigens , was die alte Fähre bis jetzt an Zuschüssen gekostet hat , hätte man auch eine Brücke bauen können , die jetzt noch stehen würde !

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