Tilo Kummer Hildburghausen: Bürgermeister lehnt Rücktritt nach Unterschriftenaktion ab

Im Stadtrat von Hildburghausen wurde eine Sammlung mit 1.000 Unterschriften vorgelegt, die den Rücktritt von Bürgermeister Tilo Kummer fordert. Der äußert sich nun in einer Stellungnahme.

Hildburghausen Bürgermeister Tilo Kummer beim Wahlkampf.
Hildburghausens Bürgermeister Tilo Kummer (l.) lehnt einen Rücktritt ab. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Nach einer Unterschriftenaktion vor rund zwei Wochen lehnt Hildburghausens Bürgermeister Tilo Kummer (Linke) seinen Rücktritt ab. In einer öffentlichen Erklärung teilte er am Dienstag mit, dass er sich nicht zum Werkzeug von einzelnen Bürgern machen wolle.

1.000 Menschen fordern Rücktritt Kummers

Den Initiatoren der Unterschriftensammlung warf Kummer vor, eigene wirtschaftliche Interessen zu verfolgen. Streitpunkte sind etwa die umstrittene Ansiedlung eines Supermarktes sowie überteuerte Mieten für eine Kinderkrippe.

In einer Stadtratssitzung am 22. September wurde die Unterschriftensammlung vorgelegt, in der Kummer zum Rücktritt aufgefordert wurde. An der Aktion hatten sich etwa 1.000 Menschen beteiligt. Die Unterzeichner der Unterschriftenaktion werfen Kummer eine negative Stadtentwicklung vor. Nach Angaben Kummers waren zahlreiche Unterschriften auf den Listen ohne Adresse, manche hatten mehrfach unterschrieben. Hildburghausen selbst hat rund 11.500 Einwohner.

Kindergarten oder Feuerwehr: Bürgermeister in der Kritik

In die Kritik geriet der Bürgermeister im Sommer unter anderem wegen Rücktritten bei der Feuerwehr. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN gab es damals neben persönlichen Gründen auch Differenzen mit dem Bürgermeister über die künftige Struktur und Finanzierung der Feuerwehr. Der Bürgermeister hatte in der Folge unter anderem angekündigt, eine Koordinierungsstelle zwischen Stadt und Feuerwehr einzurichten und eine anonyme Umfrage bei der Feuerwehr durchzuführen. Der ehrenamtliche Stadtbrandmeister wollte daraufhin von seinem Rücktritt zurücktreten.

Ein weiterer Kritikpunkt war der frisch sanierte Kindergarten "Werraspatzen", dessen Konzept laut Bildungsministerium völlig mangelhaft gewesen sei, sodass dem größten Hildburghäuser Kindergarten sogar die Schließung drohte. Nach der Überarbeitung mehrerer Konzepte konnte eine Schließung abgewendet werden.

"Egal, was der Bürgermeister anfasst, es geht schief", hatte daraufhin Thomas Schmalz Mitte Juli gesagt. Der Stadtrat in der Fraktion Pro Hildburghausen zählte dabei weitere Kritikpunkte auf: Sanierung des Freibades, Bau eines Fußballplatzes oder Pläne für die Umgestaltung des Stadtberges. In keinem dieser Fälle habe nach Angaben von Schmalz der Bürgermeister ohne Komplikationen oder Streit einen Kompromiss finden können. Doch mehrere Versuche für ein Abwahlverfahren gegen Bürgermeister Kummer kamen nicht zur Abstimmung.

Im Sommer wurde auch bekannt, dass neben der Stadtarchitektin unter anderem der Ordnungsamtsleiterin, der Kulturamtsleiter und mehreren EDV-Mitarbeiter gekündigt wurde oder sie selbst gekündigt hatten.

MDR (bee,jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 05. Oktober 2022 | 07:30 Uhr

27 Kommentare

Burgfalke vor 7 Wochen

Zitat:
"Dann dürften Sie ja mit meinen Kommentaren/meinen Einschätzungen keinerlei Problem haben und werden diese gewiss akzeptieren können! "

Respektieren, ja. Jedoch nicht immer akzeptieren, das ist ein wichtiger Unterschied. Diese Unterscheidung wird aber nur sehr selten vorgenommen.

Zitat:
"Keineswegs nur "eigentlich" . . . auch uneigentlich sind wir eine Demokratie. 😉"

Wäre ja prima. Dann bitte verzichten Sie bitte (wiederholt geäußert) auf Mutmaßungen, Unterstellungen usw.

Ehrliche Diskussionen wie hier bei diesem Artikel empfinde ich als konstruktiv mit gegenseitiger Achtung u. das sollte immer so sein. Liegt gewiß hier am Thema.

P.S. Auch Ihren Ausführungen habe u. werde ich auch zukünftig zutimmen, wenn diese sachlich u. nicht belehrend sind!

Harka2 vor 7 Wochen

Das EDV-Mitarbeiter kündigen ist aber kein Alleinstellungsmerkmal von Hibu. Bei der derzeitigen Entlohnung dieser Mitarbeiter in Thüringen, ist es kein Wunder, dass die Leute das Weite suchen, noch dazu wenn Bayern und Hessen in der lokalen Presse Stellen ausschreibt, bei der vom Start weg mehrere Gehaltsgruppen höher angeboten werden.

Der Matthias vor 7 Wochen

@ Shantuma

"Eine Unterschriftenaktion ist politisch nicht bindend. "

Habe ich doch bereits selber darauf hingewiesen!

"Aber die Abstimmung muss nicht zu Gunsten der Unterschriftensammler gehen."

Wo soll ich das angeblich behauptet haben? Ich habe lediglich gesagt, dass eine solche in einer Demokratie selbstredend LEGITIM und somit auch demokratisch ist.

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