Illegale Fahrmanöver 150 Autos driften auf verschneitem Parkplatz bei Oberhof

Kaum ist Schnee gefallen, treffen sich Autofahrer auf Parkplätzen vor allem in Oberhof zum Driften. Dabei bringen sie ihre Fahrzeuge in teils riskanten Manövern zum Schleudern. Die Polizei schritt am Wochenende mehrmals ein. In Weißensee wurde ein Parkplatz beim Driften beschädigt.

Dutzende Autofahrer aus Thüringen und Bayern haben sich auf einem verschneiten Parkplatz bei Oberhof erneut zum Driften verabredet. Am Freitagabend stellte die Polizei etwa 150 Autos fest, die am Grenzadler auf dem schneebedeckten Boden zum Schleudern gebracht wurden.

Wie die Polizei am Sonntag weiter mitteilte, hatten sich die Fahrer in sozialen Medien zum Driften verabredet. Die Beamten hätten versucht, die Manöver zu verhindern und einige Ordnungswidrigkeiten geahndet, sagte ein Sprecher. Weitere geplante Drift-Aktionen sei durch offensives Einschreiten der Polizei verhindert worden.

"Junge und vermeintlich junggebliebene" Autofahrer erwischt

In den Abend- und Nachtstunden am Wochenende sei wiederholt ein hohes Aufkommen von "jungen und vermeintlich junggebliebenen Verkehrsteilnehmenden" auf Parkplätzen in und um Oberhof festgestellt worden, so die Suhler Polizei. Im Zusammenhang mit dem Driften rutschte laut Polizei ein 19-Jähriger mit seinem Auto in den Straßengraben, er blieb unverletzt.

Parkplatz in Weißensee durch Driften beschädigt

In Weißensee im Landkreis Sömmerda erwischte die Polizei am Samstagabend einen 21-Jährigen und einen 23-Jährigen auf frischer Tat. Zeugen hatten die Beamten gerufen. Die beiden Männer haben laut Polizei bei ihren Fahrmanövern den geschotterten Parkplatz am Gondelteich erheblich aufgewühlt und beschädigt. Der Schaden durch das Driften wird auf mindestens 5.000 Euro geschätzt. Die Männer müssen sich nun dafür verantworten.

Die Polizei appellierte an Autofahrer, gefährliche Fahrmanöver zu unterlassen. Es drohten neben Bußgeldern im Schadensfall auch Geld- oder Freiheitsstrafen sowie der Entzug der Fahrerlaubnis.

Gefahr durch unkontrolliert driftende Autos

In Thüringen hatte es in den vergangenen Wintern teils verhängnisvolle Zwischenfälle mit driftenden Autos gegeben. Anfang 2021 war auf einem Feld bei Gera ein vierjähriges Mädchen ums Leben gekommen, als ein Autofahrer beim Schleudern die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hatte. Das Auto prallte gegen den Schlitten, auf dem das Kind saß. Das Mädchen wurde zwischen dem Auto und einem geparkten Bus eingeklemmt, es starb an seinen Verletzungen.

MDR (dpa/uka)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 04. Dezember 2022 | 16:00 Uhr

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