Wirtschaft Heinz-Glas will 55 Millionen Euro in Thüringer Standort investieren

08. November 2022, 12:15 Uhr

Die Firma Heinz-Glas stellt unter anderem Flakons für die Parfümindustrie her. Im Thüringer Werk Piesau will die Firma 55 Millionen Euro in zwei stromgeheizte Schmelzwannen investieren. Nicht allen Anwohnern gefällt das.

Heinz-Glas mit Sitz in Kleintettau in Oberfranken hat seine Pläne am Montagabend in Piesau erstmals öffentlich vorgestellt. Piesau ist ein Ortsteil von Neuhaus am Rennweg. Wie eine Firmensprecherin MDR THÜRINGEN sagte, soll die erste von zwei strombetriebenen Glasschmelzwannen bis Ende 2023 entstehen. Ende 2024 solle die zweite Wanne in Betrieb gehen. Den Angaben nach wird dafür eine vorhandene Produktionshalle aufgestockt und mit einem Anbau erweitert.

Gegner sprechen von "Vergrößerungswahn"

Gegen die Pläne hat ein Teil der direkten Anwohner Mitte September eine Petition beim Thüringer Landtag gestartet. Sie fürchten, dass die Belastung durch Lärm, Staub und Geruch deutlich zunehmen. Die Pläne des Unternehmens werden in der Petition als "Vergrößerungswahn" bezeichnet. Laut Heinz haben bereits 80 Menschen unterzeichnet. In Piesau wohnten Ende 2018 nach offiziellen Angaben 721 Menschen; aktuellere Zahlen liegen nicht vor.

Unterstützt werden die Erweiterungspläne unter anderem von der Feuerwehr. Seit über 400 Jahren gehörten die Glasmacher und die Glashütte zur Geschichte des Dorfes, sagte Feuerwehrleiter Steffen Ulbrich.

Das Unternehmen will eigenen Angaben zufolge mit den Piesauern im Gespräch bleiben. Gemeinsam soll nach Wegen gesucht werden, wie die Auswirkungen für die Anwohner so gering wir nur möglich gestaltet werden können. Unter anderem sollen die Fassaden begrünt werden.

MDR (bee/mm)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 08. November 2022 | 12:00 Uhr

20 Kommentare

Ralf G am 08.11.2022

Carletta Heinz, Chefin des Unternehmens, sagte mit Blick auf die Energiepreise in einem Stern-Interview: "Wenn es so weitergeht, können wir uns noch ein halbes Jahr über Wasser halten". Vermutlich etwas übertrieben, aber Optimismus klingt anders. Die Millionen-Investition in die strombetriebenen Schmelzen ist offenbar unausweichlich.

MDR-Team am 08.11.2022

So, wir erklären diesen Teil nun für ausdiskutiert, alle anderen User konnten sich ihr Bild machen und weder Gegner noch Publikum erfahren etwas Neues.

Wessi am 08.11.2022

Mann...können Sie nicht in Gänze auf posts eingehen?Ihre Stückelung,ohne die entsprechenden user anzureden, ist unverständlichst!Zitat und dann etwas herausbringen entspricht nicht der nötigen Diskussionskultur.Ihr Stil...!

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