Ostern in Bulgarien: Neue Kleider symbolisieren Neuanfang

Wie in allen christlich-orthodoxen Ländern ist auch in Bulgarien Ostern das wichtigste kirchliche Fest des Jahres. "Welikden", großartiger Tag, nennt man das Fest in Bulgarien.

Festlich gekleidete Mönche sitzen während des Osterfestes in der mit farbenfrohen Fresken verzierten Kirche des Klosters Batschkovo bei Plovdiv in Bulgarien.
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Gefeiert wurde Ostern natürlich auch in den Jahrzehnten, als die Bulgarische Kommunistische Partei (BKP) das Land regierte und religiöse Zeremonien und Bräuche nicht so gern gesehen wurden. Viele österliche Rituale und Bräuche begingen die Bulgaren in diesen Jahren daher eher im familiären Kreis. 1990, als die Macht der BKP gebrochen war, feierten Tausende Bulgaren vor der Alexander-Newski-Kathedrale im Zentrum der Hauptstadt Sofia das erste Mal eine Osterfeier gemeinsam in aller Öffentlichkeit.       

Ewige Lichter und neue Kleider

Höhepunkt der Osterfeiern der bulgarisch-orthodoxen Kirche ist die Ostermesse, die am Karsamstag, eine Stunde vor Mitternacht, beginnt und bis in den frühen Morgen des Ostersonntags andauert. Aus der Kirche nehmen die Leute dann die vom Geistlichen entzündeten Kerzen mit nach Hause, die sogenannten "ewigen Lichter", die das gesamte Osterfest über brennen. Am Ostersonntag gehen die Leute dann noch einmal in die Kirche, anschließend gibt es ein opulentes Mahl im Kreis der Familie. Traditionell wird Lammfleisch gegessen.

Ein eigentümlicher Brauch in Bulgarien besteht übrigens darin, dass sich die Leute für die Osterfeier neue Kleider kaufen. Sie sollen den Neuanfang und die Auferstehung symbolisieren.

Prozessionen und Mitternachtsmessen in den Klöstern

In den zahlreichen Klöstern des Landes, die stets auch Horte des Widerstands gewesen waren (zunächst und über fast 500 Jahre lang gegen die osmanische Fremdherrschaft, alsdann gegen die kommunistische Regierung), wurden seit jeher opulente festliche Ostermessen zelebriert - mit Prozessionen und  Mitternachtsmessen.

Auf den großen Wiesen rund um das Batschkovo-Kloster (gelegen in der Nähe von Plovdiv) treffen sich seit Jahrzehnten schon Roma aus ganz Bulgarien, um gemeinsam Ostern zu feiern. Am Ostersonntag schlachten sie Schafe, entzünden große Feuer, singen schwermütige Lieder und trinken hochprozentigen Rakia. 

Über dieses Thema berichtete der MDR u.a. auch im TV: MDR Aktuell | 27.03.2016 | 19:30 Uhr

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