Bundeskanzler Olaf Scholz (r, SPD) und Alberto van Klaveren Stork (3.v.l), Außenminister von Chile, sitzen während der Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen (COP28) bei der Veranstaltung "Climate Club Full Launch" nebeneinander.
Bundeskanzler Olaf Scholz auf der Klimakonferenz in Dubai. Bildrechte: picture alliance/dpa | Soeren Stache

Klimakonferenz COP28 Scholz ruft Klimaclub ins Leben

01. Dezember 2023, 17:47 Uhr

Auf der Weltklimakonferenz COP28 in Dubai ist der von Bundeskanzler Olaf Scholz gegründete Klimaclub gestartet. Mehr als 30 Staaten wollen etwa die Bauindustrie klimaneutraler machen und gemeinsame Standards schaffen. Derweil fordert Frankreichs Präsident Macron einen schnelleren Kohleausstieg und auch UN-Generalsekretär Guterres verlangt mehr Engagement gegen den Klimawandel.

Der von Bundeskanzler Olaf Scholz ins Leben gerufene Klimaclub hat seine Arbeit aufgenommen. Auf der Weltklimakonferenz COP28 in Dubai sagte Scholz, inzwischen seien 36 Mitgliedern der Gruppe, die Scholz vor eineinhalb Jahren gründete, beigetreten. "Jetzt kann es losgehen!", sagte der SPD-Politiker.

Zu den 36 Mitgliedstaaten zählen neben den G7-Ländern auch Indonesien, Ägypten, Südkorea, Chile, die Schweiz sowie die Ukraine, Kenia, Mosambik und Kasachstan. Der Vorsitz liegt bis Ende 2025 bei Chile und Deutschland. Gemeinsames Ziel sei, industrielle Prozesse treibhausneutral umzubauen und das Wirtschaftswachstum von klimaschädlichen Emissionen zu entkoppeln.

Scholz: Bauindustrie soll klimafreundlicher werden

Scholz sagte auf der Konferenz vor zahlreichen Regierungschefs, der Club werde sich gemeinsam dafür einsetzen, die "richtigen Strategien und Standards für eine kohlenstofffreie Industrie zu entwickeln". Scholz strebt an, mittels Methodiken die Bemühungen der Länder vergleichbar zu machen. "Dies wird uns ermöglichen, die Leitmärkte für klimaneutrale Industrieprodukte wie klimafreundlichen Stahl und Zement oder klimafreundliches Aluminium auszubauen." Scholz erklärte, das würde dadurch erreicht, dass Wissen, Güter und Technologien im Klimaclub ausgetauscht werden.

In etlichen Wirtschaftszweigen ist es sehr aufwendig, klimaschädliche Emissionen zu vermeiden – etwa bei der Produktion von Zement, Stahl, Dünger und Chemikalien. Gleiches gilt für die Luft- und Schifffahrt sowie den Frachtverkehr auf der Straße. Zusammengenommen sind diese Sektoren verantwortlich für rund ein Drittel aller weltweiten Emissionen.

Macron fordert Kohleausstieg bis 2030

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die G7-Gruppe wichtiger Industriestaaten zu einem vollständigen Kohleausstieg bis 2030 aufgefordert. Auf der COP28 sagte Macron, die G7 sollten ein Beispiel setzen und "sich verpflichten, die Kohlenutzung bis 2030 zu beenden. In einem zweiten Schritt sollten sich dann auch die sogenannten Schwellenländer von der Kohle abwenden, sagte Macron weiter, insbesondere mit Blick auf Länder wie China. Den ersten Schritt müssten aber die G7-Staaten machen.

Macron sicherte zu, in Frankreich werde das letzte Kohlekraftwerk bis 2027 stillgelegt. Zwischen 2040 und 2045 solle dann in Frankreich der Abschied vom Öl folgen und bis 2050 auch vom Gas. Frankreich hatte erst im letzten Winter ein abgeschaltetes Kohlekraftwerk wegen einer Energiekrise wieder in Betrieb genommen.

Guterres fordert entschlosseneres Handeln

Die 28. UN-Klimakonferenz hatte am Donnerstag in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten begonnen. Für Samstag ist eine Rede des Bundeskanzlers bei einem Gipfel von Staats- und Regierungschefs geplant. UN-Generalsekretär António Guterres forderte am Freitag ein entschlosseneres Handeln gegen die Klimakrise. Das Pariser 1,5-Grad-Ziel sei nur erreichbar, wenn die Welt aufhöre, fossile Energieträger zu verbrennen, betonte Guterres. Es brauche einen Ausstieg mit einem klaren Zeitrahmen.

dpa,epd,AFP (kar)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 01. Dezember 2023 | 16:00 Uhr

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