Kosmetik-Tipps Natürliche Pflege für Haut und Haar: mit Kaffee, Tee und Co.

Honig macht spröde Lippen geschmeidig, Kaffeesatz ist ein tolles Peeling und schwarzer Tee beruhigt juckende Hautpartien. Mehr natürliche Beautytipps gibt es hier und auch ein Rezept zur Herstellung von Seifenkugeln.

Für eine kleine Schönheitskur braucht es gar keine luxeriöse Cellulite-Lotion oder eine teure Anti-Aging-Creme. Ganz natürliche Kosmetik gibt es auch in der Küche. Mit ein bisschen Übung lassen sich sogar aufwendigere Rezepturen selbst herstellen. Wir haben einige natürliche Kosmetiktricks, mit denen man jede Menge Geld sparen kann. Und vor allem: man weiß, was drinsteckt.

Kaffeesatz – zur Regeneration der Haut

Warum ein Peeling mit Koffeinzusatz kaufen, wenn es Kaffeesatz gibt? Eine Massage mit Kaffeesatz regt die Durchblutung an, befreit die Haut von Hautschuppen und fördert die Zellneubildung. Wer den Kaffeesatz mit etwas pflanzlichem Öl vermischt, hat zugleich einen pflegenden Effekt und schützt die Haut vor Austrocknung. Olivenöl hat übrigens für viele Hauttypen hierzulande einen zu hohen Säuregehalt. Besser ist es oft, Sonnenblumenöl oder Mandelöl zu verwenden.

Honig – zur Lippenpflege

Trockene Lippen können richtig nerven. Abhilfe schafft ein süßes Hausmittel: Honig! Einfach etwas Honig auf die rauen Stellen auftragen und zehn Minuten einwirken lassen. Danach schmecken lassen!  Auch spröde Hautstellen am Ellenbogen lassen sich gut mit Honig pflegen. Schon Kleopatra wusste übrigens, dass Honig schön macht. Die ägyptische Herrscherin soll in Eselsmilch und Honig gebadet haben, um ihre legendäre Schönheit zu pflegen.

Schwarzer Tee – bei entzündeter Haut

Bei juckender oder stark gereizter Haut kann eine Auflage mit Schwarztee helfen, das ist mittlerweile sogar in Studien belegt. Die Gerbstoffe im Tee wirken antientzündlich und können sogar einen Neurodermitisschub mit nässenden Entzündungen lindern.

Und so funktioniert die Behandlung:

  • Ein Beutel mit schwarzem Tee zieht zehn Minuten in heißem Wasser.
  • Der erste Aufguss wird weggeschüttet.
  • Der zweite Aufguss, der wieder zehn Minuten gezogen hat, wird abgekühlt verwendet.
  • Fünf Mal täglich wird ein in Tee getränktes Tuch auf die Problemstelle gelegt.
  • 20 Minuten einwirken lassen.
  • Nach jeder Behandlung sollte die Haut anschließend mit einer wirkstofffreien fetthaltigen Crème eingefettet werden.

Gurke – gegen Müdigkeit

Gurke ist ein Geheimtipp für alle, die müde sind und die ihrer Haut eine kleine Erfrischung gönnen möchten. Gurke besteht zu 96 Prozent aus Wasser und hat dadurch eine kühlende, erfrischende Wirkung. Außerdem enthält das Gemüse die Vitamine A, B und C und lindert kleine Fältchen und Augenringe. Man schneidet die Gurke in Scheiben und lässt sie 10 bis 15 Minuten einwirken. Etwas Entspannungsmusik auflegen – und schon fühlt man sich fast wie neugeboren.

Bier – für mehr Haarvolumen

Zu einer schönen Haut gehören glänzende Haare. Eine Haarspülung mit Bier soll dem Haar mehr Glanz und Volumen bringen sowie die Kopfhaut stärken. Dazu das Bier nach dem Haarewaschen in Kopfhaut und Haare einmassieren. Wenn man das Bier in eine Sprühflasche füllt, kann man es auch als Haarfestiger verwenden. Angeblich verfliegt der Geruch im Nu.

Tipp: Apps checken handelsübliche Kosmetik auf Schadstoffe

Mikroplastik, Palmöl oder Konservierungsmittel in Kosmetikprodukten belasten unsere Gesundheit und die Umwelt. Das weiß inzwischen jeder. Doch die handelsüblichen Bezeichnungen auf der Zutatenliste sind für den Laien kaum zu verstehen. Und auch wo Naturkosmetik draufsteht, ist nicht immer nur Natur drin.

Verschiedene Apps für das Smartphone helfen, kritische Inhaltsstoffe zu erkennen und zu vermeiden. Ein Scan des Barcodes auf dem Produkt genügt. Mit rund 4,5 Millionen Nutzern zählt CodeCheck zu den meistgenutzten Apps. Auch ToxFox des Bundes für Umwelt und Naturschutz e.V. scannt rund 80.000 Körperpflegeprodukte auf Schadstoffe. Zudem kann man über diese App bei einem Hersteller anfragen, ob ein Produkt Schadstoffe enthält. Der Hersteller ist verpflichtet, innerhalb von 45 Tagen zu antworten.

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Kosmetik einfach selber machen: Rezepte für Kräuter-Öl-Peeling, Seifenkugeln

Dr. Friederike Fellmer setzt bei Cremes, Salben und Seifen auf natürliche Zutaten. Die Besitzerin einer Salbenmanufaktur in Leipzig hat hier einige Rezepte parat, die sich auch leicht in der häuslichen Produktion nachmachen lassen.

Kräuter-Öl-Peeling                          

Das Kräuter-Öl-Peeling entfernt zuverlässig Hautschuppen und hinterlässt durch den Ölanteil eine streichelzarte, gepflegte Körperhaut.

Zutaten:

  • 85 g feines Meersalz
  • 10 g Sonnenblumenöl
  • 1 g getrocknete Zitronenmelisse (oder Blüten)
  • 5 - 10 Tropfen reines ätherisches Öl (z.B. Zitronengras)

Zubereitung:

  • Die getrocknete Zitronenmelisse in kleine Stücke zerkleinern.
  • In einer sauberen, trockenen Schüssel das Salz und die Kräuter mit einem Löffel vermischen.
  • Anschließend das Öl hinzugeben und gründlich unterrühren.
  • Nun vorsichtig das ätherische Öl dazu tropfen und ebenfalls gründlich untermischen.
  • Anschließend das Kräuter-Öl-Peeling in ein sauberes, trockenes Marmeladenglas oder eine leere Cremedose füllen und zuschrauben. Das Glas mit Namen und Herstelldatum beschriften.

Tipp: Das Peeling ist ungekühlt und dunkel aufbewahrt bis zu einem Jahr haltbar.

Anwendung:

  • Das Kräuter-Öl-Peeling unter der Dusche mit kreisenden Bewegung auf die feuchte Körperhaut auftragen.
  • Danach warm abduschen und die Haut sanft trocken tupfen, damit das pflegende Öl auf der Haut verbleibt.

Tipp: Bei sehr empfindlicher Haut kann auch Zucker statt Salz verwendet werden.

Savonnettes (Seifenkugeln)

Savonnettes (französisch für Fein- und Toilettenseife) sind zauberhaft duftende, bunte Seifenkugeln, die mit geraspelter Rohseife oder Seifenflocken hergestellt werden. Sie können als Hand- oder Körperseife verwendet werden.

Zutaten:

  • 1 Handvoll Rohseife oder fertige Seifenraspel (im Bioladen oder Drogerien erhältlich)
  • ½ TL Blüten oder gerebelte Kräuter (z.B. Melisse, Lavendel oder Ringelblume)
  • 5 Tropfen ätherische Öle (z.B. Lemongras, Orange, Lavendel)
  • Einweghandschuhe

Zubereitung:

  • Die Rohseife wird mit Hilfe einer Küchenreibe geraspelt (immer kleine Portionen, damit die Raspeln nicht austrocknen). Bei der Verwendung fertiger Seifenraspel diese regulär mit wenig Wasser besprühen und einweichen lassen.
  • Die getrockneten Blüten oder Blätter etwas zerkleinern. Eine Handvoll Seifenraspel mit einem halben Teelöffel getrockneter Blüten oder Blätter gründlich verkneten, bis eine homogene Kugel entsteht. Dabei immer wieder kräftig kneten und zusammen drücken. Geduld ist das Zauberwort.
  • Anschließend in die Kugel mit dem Daumen ein Loch drücken und 5 Tropfen ätherisches Öl hineingeben. Wieder alles gründlich verkneten und zu einer Kugel formen.
  • Vor Benutzung die Kugel 3 Tage offen trocknen lassen.

Tipp: Sollte sie verschenkt werden, dann in Servietten, Pappboxen oder Papiertüten luftig aufbewahren.

Achtung: Nicht mit den Fingern im Auge reiben, es brennt, weil es ja Seife ist. Am besten verwenden Sie Einweghandschuhe beim Kneten, denn das ätherische Öl sollte nicht pur auf der Körperhaut, da es unverdünnt reizen könnte. In der Seife sind die ätherischen Öle abgebunden sehr gut verträglich, wenn man nicht zu viel nimmt.

Tipp zur Lagerung

Die Rohseife am besten in einem Pappkarton aufheben. Die Seifenraspeln können prinzipiell in einer Plastikbox gelagert werden, dafür aber den Deckel nicht fest zumachen, sondern nur leicht auflegen, damit die Seife weiter atmen kann und nicht ranzig wird. Getrocknete Seifenraspeln mit ein wenig Wasser einsprühen und etwas einweichen lassen zum Verarbeiten.

Quelle: MDR Hauptsache Gesund

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 07. Oktober 2021 | 21:00 Uhr

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