Von der Altmark nach Wittenberge A14-Nordverlängerung: Spatenstich zu neuer Elbbrücke

Richtung Brandenburg kommt die Nordverlängerung der A14 nun entscheidend voran: Der Startschuss für den Bau der Strecke zwischen Wittenberge und Seehausen ist gefallen – mit dem Spatenstich für die Brücke über die Elbe. Die Strecke von knapp neun Kilometern soll bis 2025 fertig sein.

Eine Computervisualisierung zeigt eine Brücke über die Elbe
So soll die neue Brücke zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt über die Elbe bei Wittenberge einmal aussehen. Bildrechte: DEGES

Für die Autobahn 14 von der Altmark in Richtung Schwerin startet nun der nächste Bauabschnitt: Die ersten Bagger sind angerollt, um die Autobahn zwischen Seehausen in der Altmark und Wittenberge in Brandenburg weiterzubauen. Die Strecke ist rund neun Kilometer lang, führt über die Elbe und soll in fünf Jahren fertig sein.

Knapp 305 Millionen Euro sind dafür veranschlagt, die Brückenarbeiten eingerechnet. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) kam am Freitagnachmittag zum offiziellen Baustart nach Wittenberge und betonte die Bedeutung der A14 – "eines der größten Infrastrukturprojekte im Osten Deutschlands". In Wittenberge beginnt ein spektakulärer Schritt im Zuge der Arbeiten: die neue gemeinsame und länderübergreifende Elbbrücke. Bislang besteht sie nur als Computer-Visualisierung.

Bisher ist die A14 nördlich von Magdeburg lediglich bis zur Abfahrt Tangerhütte befahrbar. Erst im September dieses Jahres war der dafür fertig gestellte Abschnitt freigegeben worden. Damit sind bisher zwei der insgesamt acht Abschnitte fertig, die am Ende notwendig sind, um die Durchfahrt bis nach Schwerin zu gewährleisten. Ist der nun begonnene Abschnitt zwischen Seehausen und Wittenberge fertig, ist die A14 immerhin auch in Brandenburg komplett befahrbar.

Die anderen Abschnitte in Sachsen-Anhalt sind fertig geplant und befinden sich in unterschiedlichen Bauvorbereitungs- beziehungsweise Bauphasen. Zwischen Tangerhütte und Lüderitz zum Beispiel laufen die Bauarbeiten bereits seit August 2018. Dieser Abschnitt ist knapp 15 Kilometer lang und soll 2023 fertig sein.

Besseren Lärmschutz für Seehausen durchgesetzt

Gerichtsprozesse mit Naturschützern und umliegenden Kommunen hatten den Bau um Jahre verzögert. Zuletzt hatte die Gemeinde Seehausen selbst eine Klage gegen die Planungen zurückgezogen. Knackpunkt war der Lärmschutz, bei dem sich die Kommune in den Verhandlungen zuletzt auch durchgesetzt hatte. Die Elbquerung bei Wittenberge war ebenfalls umstritten. Hier hatte die Umweltschutzorganisation BUND geklagt. Im Sommer 2019 einigte sich der BUND mit dem Land auf einen Kompromiss.

Die gesamte Nordverlängerung der Autobahn 14 soll einmal die Städte Magdeburg, Wittenberge und Schwerin verbinden. Die Strecke hat 155 Kilometer. Davon liegen etwa 97 Kilometer in Sachsen-Anhalt, 32 Kilometer im Land Brandenburg und 26 Kilometer in Mecklenburg-Vorpommern. Die Gesamtkosten werden auf mehr als 1,5 Milliarden Euro geschätzt. Die Fertigstellung wird für 2025 erwartet.

Spatenstich  - Sand auf Spaten 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE Fr 16.10.2020 19:00Uhr 02:11 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Quelle: MDR,dpa/mg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 16. Oktober 2020 | 19:00 Uhr

4 Kommentare

Reiner202 vor 5 Tagen

Da ich diese Strecke oft fahre, bin ich froh über den Fortschritt. Aber es sollte aber auch die Qualität nicht leiden. Die Strecke von Colbitz bis Tangerhütte ist eine Rumpelpiste.

pkeszler vor 6 Tagen

Das Bauwesen wird doch von der Corona-Krise kaum negativ beeinflusst. Das gilt auch für Brücken und für Autobahnen, Irgendwo müssen doch die Arbeitsplätze her kommen, wenn schon in anderen Firmen Homeoffice angesagt ist.

der Harzgeist vor 6 Tagen

ja, wieder eine große Spatenstichaktion... Aber mit Maske UNTER(!) der Nase und ohne Abstand??? Schöne Vorbilder, gestern im MDR- Programm gesehen. Und schön die Viren aus den Nasenlöchern geschnieft. Aber Beherbergungsverbote sollen das Virus eindämmen? Ich glaube der Politik schon lange nicht mehr.

Mehr aus Sachsen-Anhalt