Abschied von Zeitzeugen Chemnitzer Ehrenbürger Justin Sonder verstorben

Justin Sonder
Justin Sonder wurde 95 Jahre alt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Auschwitz-Überlebende und Chemnitzer Ehrenbürger Justin Sonder ist tot. Er starb nach Angabe der Stadt gestern im Alter von 95 Jahren in Chemnitz. Er war einer der letzten Zeitzeugen des Holocaust. Justin Sonder wurde 1925 als Sohn jüdischer Eltern in Chemnitz geboren, erlebte in seiner Heimatstadt die Pogromnacht am 9. November 1938 und musste während des Zweiten Weltkrieges Zwangsarbeit in einem Rüstungsbetrieb leisten. 1943 wurde Justin Sonder ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Dort überlebte er insgesamt 17 Selektionen. In mehreren Todesmärschen gelangte Justin Sonder schließlich im April 1945 ins fränkische Wetterfeld, wo er am 23. April 1945 durch die amerikanische Armee befreit wurde. Im Juni 1945 kehrte Justin Sonder gemeinsam mit seinem Vater in seine Heimatstadt zurück, wo er bis zu seinem Tod lebte.

Chemnitzer Ehrenbürger seit 2017

Seit den 1990er Jahren war Sonder regelmäßig in Schulen unterwegs und berichtete dort über seine Erlebnisse als Verfolgter des Nazi-Regimes. Dafür erhielt er 2015 die Ehrenmedaille des Internationalen Auschwitz-Komitees. Die Ehrung wird an jene verliehen, die als Überlebende des Konzentrationslagers ihre Stimme erhoben haben, um Aufklärungs- und Präventionsarbeit zu leisten. Bereits 2008 erhielt Sonder den Ehrenpreis des Chemnitzer Friedenspreises. 2017 wurde er Chemnitzer Ehrenbürger.

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 04.11.2020 | 08:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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