04.12.2019 | 05:00 Uhr Sachsen: Kleinbäuerliche Landwirte begrüßen Koalitionsvereinbarung

Ein junger Landwirt füttert braune Kühe mit Stroh
Landwirt Clemens Risse betreibt seinen Hof unweit von Meißen Landwirtschaft nach strengen ökologischen Regeln. Bildrechte: MDR/L. Müller

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) begrüßt den Koalitionsvertrag von CDU, Grünen und SPD in Sachsen. Landessprecher Danilo Braun sagte: "Es ist ein gutes Zeichen, dass im jetzt ausgehandelten Koalitionsvertrag Lösungsansätze für viele wichtige landwirtschaftliche Themen festgeschrieben wurden. Er nennt die Unterstützung regionaler Wertschöpfungsketten und die Stärkung ortsansässiger Landwirte. "Sehr beachtenswert ist auch, dass der Zugang zu Boden für außerlandwirtschaftliche Investoren erschwert werden soll."

Hier gebe es "dringenden Handlungsbedarf, denn der verdeckte Ausverkauf von Boden auch in Sachsen ist im vollen Gang. Das angestrebte Agrarstrukturgesetz sollte deshalb "so schnell wie möglich beschlossen werden", so Braun. Die AbL begrüße, dass der Einsatz von Antibiotika in der Viehhaltung weiter reduziert werden und Tierhaltung, die weit über die geltenden Standards hinausgeht, besonders gefördert werden sollen.

Wir halten nichts von Vorschusslorbeeren oder Verunglimpfungen. Wir werden die neue Landesregierung an ihren Taten messen und sind jederzeit zu konstruktiver Mitarbeit bereit.

Michael Grolm, Vorsitzender der AbL in Mitteldeutschland

Trotz Zustimmung auch Kritik

Dennoch übt die AbL auch Kritik am Koalitionsvertrag. "Wir hätten uns unter anderem gewünscht, dass eine besondere Förderung für Junglandwirte und Junglandwirtinnen, orientiert am Vorbild von Sachsen-Anhalt, Erwähnung gefunden hätte." Außerdem sehe man auch die Förderung von Smart-Farming kritisch, denn neben völlig ungeklärten Fragen der Datenhoheit seien hier hohe Investitionen notwendig. "Dies kann schnell dazu führen, dass die Betriebe noch stärker in die Abhängigkeit der Agrarindustrie geraten", sagte Braun.

Die AbL vertritt traditionelle Familienbetriebe, die nachhaltig und klimaschonend wirtschaften. Ihr gehören sowohl biologisch als auch konventionell wirtschaftende Betriebe an. Vor der Landtagswahl hatten sich die Bauern der AbL bei einer Demo in Dresden für eine Agrarwende eingesetzt.

Landesbauernverband wenig begeistert

Der Chef der Landesbauernverbandes in Sachsen, Torsten Krawczyk, hat sich hingegen offen enttäuscht darüber gezeigt, dass das Landwirtschafts- und Umweltressort nicht bei den Christdemokraten bleibt. Der Bauernverband sieht sich traditionell auch als Vertreter der Agrarindustrie.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 01.12.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Dezember 2019, 05:00 Uhr

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