Nach EU-Genehmigung Sachsen gewährt mehr Geld für Schutz vor Wölfen

Der Wolf fühlt sich in Sachsen wohl - zumindest gehen die Zahlen der Rudel und Paare seit Jahren nach oben. Das bringt Probleme mit sich. Denn immer wieder gibt es Angriffe aus Nutztiere. Deren Halter bekommen nun mehr Geld.

Sachsen gewährt ab sofort eine Übernahme der kompletten Kosten für den Schutz von Schafen, Ziegen und Gatterwild vor Wölfen. Zugleich wird der Schadensausgleich nach Wolfsrissen genehmigt. Das teilte Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) am Freitag in Dresden mit. Die Europäische Kommission habe zuvor die erforderliche Genehmigung erteilt. Bislang war die Förderung auf 80 Prozent der Nettokosten begrenzt.

Die Unterstützung von Herdenschutzmaßnahmen und der Ausgleich von entstandenen Schäden sind zentrale Elemente, um die vielfältigen Konflikte, die mit der Rückkehr des Wolfes in der Kulturlandschaft verbunden sind, zu minimieren.

Thomas Schmidt Landwirtschaftsminister Sachsen

Auch mehr Geld für Schadensausgleich

Auch sogenannte indirekte Kosten, die im Zusammenhang mit Wolfsübergriffen auf Nutztiere entstehen, wie Tierarztkosten oder die Kosten für die Suche nach vermissten Tieren, können ab sofort zu 100 Prozent ausgeglichen werden. Der Freistaat Sachsen gehört neben Niedersachsen und Sachsen-Anhalt damit zu den ersten deutschen Bundesländern, in denen die erhöhte Förderung und der erweiterte Schadensausgleich angeboten werden kann. Die Gelder stammen aus dem Doppelhaushalt 2019/20 des Freistaates.

Detaillierte Informationen und Beratung zur Förderung erhalten Tierhalter bei den vom Freistaat Sachsen benannten Beauftragten für Herdenschutz, der Bewilligungsstelle Investitionsförderung Landwirtschaft des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie sowie im Internet unter:

In Sachsen gibt es laut aktuellem Monitoring 18 Wolfsrudel und vier Paare und damit die meisten in Deutschland. In den vergangenen Jahren wurde der Konflikt um die Ausbreitung des Wolfes größer. Hintergrund sind die Angriffe von Wölfen auf Nutztiere.

Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.01.2019 | ab 14:30 Uhr in den Nachrichten aus dem Regionalstudio Bautzen

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Zuletzt aktualisiert: 19. Januar 2019, 06:00 Uhr

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4 Kommentare

20.01.2019 10:24 Sachse43 4

Die MA der Wolfsindustrie werden in der Produktion benötigt. Wenn es die Wölfe zu bunt treiben, sofort abknallen.

19.01.2019 12:20 Gohlis 3

Irre, diese Geldverschwendung. Abgesehen davon, dass das Geld kein getötetes Tier wieder lebendig macht. Sonst gehts doch immer ums Tierwohl - für Schafe gilt das offenbar nicht.

19.01.2019 11:22 Jörg mann 2

Wie immer in der BRD, die Wolfsinitiative gegen die Interessen des Volkes.
Es wird etwas getan, Hauptsache es ist gegen den Volkswillen.

19.01.2019 09:12 ach so 1

Natürlich hat Brüssel zugestimmt, ist ja auch das Geld das in Sachsen an anderer Stelle fehlt.
Die skandinavische Lösung wäre auch möglich gewesen.

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