Frank Müller-Rosentritt (FDP), Mitglied des Deutschen Bundestages, spricht im Plenum im Bundestag.
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02.11.2019 | 14:30 Uhr Frank Müller-Rosentritt ist neuer FDP-Chef in Sachsen

Nachdem die FDP in Sachsen erneut den Einzug in den Landtag verpasste hatte, kündigte der gesamte Landesvorstand seinen Rückzug an. Am Sonnabend wurde der Chemnitzer Frank Müller-Rosentritt zum Nachfolger des langjährigen sächsischen FDP-Chefs Holger Zastrow gewählt. Der rechnete indessen in seiner letzten Rede als Vorsitzender mit seiner Partei ab.

Frank Müller-Rosentritt (FDP), Mitglied des Deutschen Bundestages, spricht im Plenum im Bundestag.
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Der Chemnitzer Frank Müller-Rosentritt ist neuer Parteivorsitzender der FDP in Sachsen. Der 37-Jährige wurde am Sonnabend auf einem Parteitag in Neukieritzsch mit 189 von 250 möglichen Stimmen gewählt. 49 Delegierte stimmten gegen Müller-Rosentritt, zwölf enthielten sich. Das entspricht einer Zustimmung von 75,6 Prozent. Müller-Rosentritt hatte keinen Gegenkandidaten. Er löst den langjährigen Parteichef Holger Zastrow ab, der seit 1999 im Amt war.

Frank Müller-Rosentritt Der Chemnitzer Frank Müller-Rosentritt sitzt seit 2017 für die FDP im Bundestag. Im alten Vorstand seiner Partei in Sachsen war er stellvertretender Vorsitzender. Müller-Rosentritt wuchs in Gersdorf im Erzgebirge auf. Der Vater dreier Töchter lebt mit seiner Familie in Chemnitz. Er bezeichnet sich als leidenschaftlichen Hobby-Musiker, spielt Trompete und hat kurz vor seiner Wahl eine erste CD eingespielt.

Zastrow teilt gegen seine Partei aus

Holger Zastrow, Spitzenkandidat der FDP für die Landtagswahl in Sachsen, am Rande der Wahlparty seiner Partei.
Holger Zastrow war 20 Jahre lang Vorsitzender der FDP in Sachsen. Bildrechte: dpa

Zastrow hatte zuvor bei seinem letzten Auftritt als Vorsitzender mangelnden Rückhalt in der Partei beklagt. Seine Ergebnisse seien in der Bevölkerung immer besser geworden, in der eigenen Partei zeitgleich immer schlechter, kritisierte der 50-Jährige. Zastrow sagte in seiner Rede in Neukieritzsch, es sei nicht besonders schlau, den Spitzenkandidaten mit nur rund 60 Prozent der Delegiertenstimmen in eine Landtagswahl zu schicken.

Wir haben nun mal als FDP, als außerparlamentarische Opposition nur ganz wenige Momente, in denen wir landesweit wahrgenommen werden. Und da ist es dann unsere eigene Klugheit zu sagen, welche Botschaft schicke ich. Schicke ich die Botschaft 'Lasst uns gemeinsam nach vorne gehen' oder schicke ich die Botschaft 'Der steht auf dünnem Eis. Wir mögen den eigentlich nicht.' Freunde, dann stellt doch einen anderen Mann auf.

Holger Zastrow

Zastrow zieht für sich Konsequenzen. Er habe entschieden, eine landespolitische Pause einzulegen. Er wolle sich auf sein kommunales Mandat in Dresden konzentrieren. Für seine emotionale Rede erhielt Zastrow viel Applaus.

Seiner Partei empfahl er, sich mehr um die älteren Wähler und ihre Probleme zu kümmern. Man habe die Wahl in der Altersgruppe ab 60 Jahren verloren - und diese Gruppe werde immer größer.

Bei der Landtagswahl am 1. September hatte die FDP mit 4,5 Prozent zum wiederholten Mal den Einzug in das Parlament verpasst. Der Landesvorstand hatte daraufhin seinen Rückzug angekündigt.

Quelle: MDR/jr/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 02.11.2019 | 15:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 02. November 2019, 14:39 Uhr

5 Kommentare

Strafrechts-Profit-eur vor 5 Wochen

Das Foto von Frank Müller-Rosentritt erinnert an Motivationstrainer ... ich kann nichts aber ich will.
.
Schaut der auch mal in den Spiegel und registriert, dass er für sein 37 Jahre deutlich zu alt aussieht?

Strafrechts-Profit-eur vor 5 Wochen

"Zastrow (...) Seiner Partei empfahl er, sich mehr um die älteren Wähler und ihre Probleme zu kümmern. Man habe die Wahl in der Altersgruppe ab 60 Jahren verloren - und diese Gruppe werde immer größer."

Ja genau

Solche Politiker brauchen wir, deren einziges politisches Konzept es ist zu schauen, wo und wie man Wählerstimmen abfassen kann, um dann genauso weiter zu machen wie bisher.

part vor 5 Wochen

So ist es eben wenn der Turbokapitalismus auch bei uns und in Europa den Mittelstand verschwinden lässt, ganze Zweige des Wahlwerbungsklientels brechen weg, während die CDU es schon immer mit den etwas Mächtigeren gehalten hat und eine neue Partei noch radikalere Gewinnaussichten erhoffen lässt. Aber bitte nicht wundern, hinter der ungehinderten Gelderschaffung und- Vernichtung ohne Wertschöpfung steckt ein Zyklus, erschwerend kommt dabei aber die Globalisierung hinzu...unendliches Wachstum gibt es nur im Space.

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