Selbstbestimmt - Die Reportage | 15.03.2020 | Jetzt in der Mediathek Gewitter im Kopf – Leben mit Migräne

Migräne ist eine ernste neurologische Erkrankung. Sie ist laut Weltgesundheitsorganisation die Krankheit, die den Alltag der Betroffenen am stärksten beeinträchtigt. Doch noch immer stößt die Erkrankung auf Unverständnis.

Migräne hat viele Gesichter. Die Betroffenen erzählen von stechend pulsierenden Kopfschmerzen, die unerträglich sind. Meist sind sie begleitet von heftiger Übelkeit bis hin zum Erbrechen.

Ich hab das Gefühl, mir sticht irgendjemand mit Messern in den Kopf und es ist, als wär in meinem Kopf ein Gewitter. An den Schultern krieg ich dann immer total viele Verspannungen, als würde ein Blitz einschlagen.

Valentina K.

Eine Attacke kann mehrere Stunden oder sogar Tage dauern. Die Betroffenen sind währenddessen oft stark geräusch- und lichtempfindlich. Bei etwa einem Viertel der Migräne-Patienten kündigen sich die Anfälle durch eine sogenannte "Aura" an. Seh- und Sprachstörungen, ja sogar Lähmungen können in dieser Zeit auftreten. Dabei verstärkt körperliche Aktivität die Symptome. Arbeiten mit einem Migräneanfall ist so gut wie unmöglich.

Selbstbestimmt-Reportage: Gewitter im Kopf
Alexander S. Bildrechte: MDR/BR

Der Schichtleiter kam zu mir - beziehungsweise mein Teamleiter - und sagte: Pass auf, du hast so viele Krankheitstage, das fällt auf. Bei mir waren es teilweise - wenn man es zusammenrechnet - drei Monate im schlechtesten Jahr. [...]

Alexander S.

Starke Beeinflussung im Alltag

Geschätzte acht bis zwölf Millionen Menschen in Deutschland leiden an dieser neurologischen Erkrankung. Die Weltgesundheitsorganisation sieht Migräne als eine der Krankheiten, die den Alltag der Betroffenen am stärksten beeinflussen. Und doch ist sie gesellschaftlich nicht wirklich akzeptiert. Nichtbetroffene haben meist wenig Verständnis für das "Kopfweh" der Betroffenen. Und die Symptome werden von vielen Ärzten immer noch nicht richtig erkannt und diagnostiziert.

Die Migräne wird sicherlich nach wie vor nicht wirklich als Krankheit gesehen und ernst genommen. Die Hausärzte haben sicherlich das Knowhow, eine Migräne zu diagnostizieren. Aber einfach häufig nicht die Zeit. […]

Dr. med. Stefanie Förderreuther, Neurologin

Fest steht: Migräne lässt sich nicht heilen, da die Ursachen der Erkrankung noch immer rätselhaft sind. Migräniker müssen mit ihrer Erkrankung leben!

Selbstbestimmt-Reportage: Gewitter im Kopf
Aktiver Umgang mit der Migräne: Ausdauersport kann dabei helfen Bildrechte: MDR/BR

Der Film begleitet Menschen mit Migräne in ihrem Alltag, beschreibt die Auswirkungen der Erkrankung auf ihr Leben und die oft lange Suche nach den geeigneten Therapien. Dabei kommen nicht nur Pillen zum Einsatz. Auch mit Physio- und Verhaltenstherapie, Entspannungsübungen, Biofeedback und Ausdauersport finden die Betroffenen oft einen Weg, ihre Schmerzen in den Griff zu bekommen. Wichtigster Gedanke dabei: Selbst aktiv sein im Umgang mit der Erkrankung. Die Migräne soll nicht diktieren dürfen, wie die Betroffenen ihr Leben gestalten!

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Selbstbestimmt - Die Reportage | 15. März 2020 | 08:00 Uhr