Ostball | Folge 11 Romy Bär: Die Legende und ihr schwierigster Moment

Daniel George
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Sie war jahrelang das Gesicht der Nationalmannschaft. National und international gewann sie Titel um Titel. Dank ihrer unkonventionellen Spielweise war sie Vorbild für viele Talente. Doch nun, mit 35 Jahren, erlebte Romy Bär aus Chemnitz die schwierigste Situation ihrer Karriere. Ein eigentlich unvorstellbares Szenario. Folge 11 von Ostball, dem Podcast über erstklassigen Basketball aus dem Osten.

Ostball – der Basketball-Podcast aus dem Osten

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Eigentlich war Romy Bär auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft. Mit den Rheinland Lions stand die gebürtige Chemnitzerin an der Spitze der Damen-Basketball-Bundesliga. Doch dann der Schock.

Insolvenz. Das Aus im Spielbetrieb. Und das mitten in der Saison. Ein Szenario, eigentlich unvorstellbar im deutschen Profisport.

Doch Romy Bär wäre nicht Romy Bär, wenn sie nicht trotz dieser schwierigsten Situation ihrer Karriere, trotz ihres fortgeschrittenen Basketball-Alters von 35 Jahren weitermachen würde.

Folge 11 von "Ostball" in der Übersicht:

Das Thema

Wie kann es sein, dass der Tabellenführer einer deutschen Profisportliga mitten in der Saison aus finanziellen Gründen den Spielbetrieb einstellen muss? Und was sagt das über den Zustand des deutschen Damen-Basketballs aus? Was muss sich dringend ändern?

Zwar hat Romy Bär fast zehn Jahre lang im Ausland gespielt. Doch natürlich macht sie sich Gedanken über die Zukunft der DBBL. Warum war sie für viele Basketballerinnen ein Vorbild? Warum gilt sie als Legende des deutschen Damen-Basketballs? Und was macht ihr Spiel so besonders? Auch diese Fragen werden im Podcast beantwortet.

Romy Bär am Ball bei einem Länderspiel
Romy Bär (am Ball) feierte im November vergangenen Jahres ihr Comeback in der Nationalmannschaft – und will sich mit der DBB-Auswahl nun für die EM qualifizieren. Bildrechte: IMAGO / Eibner

Die Gäste

Romy Bär spricht im Podcast über die vergangenen Monate. "Die schwerste Zeit meiner Karriere", wie sie sagt. Aber auch auf die schönsten Momente blickt sie zurück, auf die Zeit in der Nationalmannschaft und alles, was noch kommen mag – denn mit 35 Jahren ist ihre Karriere längst noch nicht vorbei.

Simon Roth moderiert den Podcast "Talkin' Her Game". In diesem beschäftigt er sich mit dem deutschen Damen-Basketball. Im Podcast schätzt er die Bedeutung von Romy Bär und die Insolvenz der Rheinland Lions ein.

Nina Probst arbeitet als Basketball-Journalistin unter anderem für das Fachmagazin "BIG". Seit Jahren begleitet sie den deutschen Damen-Basketball und hat auch die Situation rund um die Rheinland Lions genau beobachtet.

Die spannendsten Aussagen

Romy Bär sagt: "Das war die schwierigste Situation in meiner Karriere. Keiner hat daran gedacht, was das Ganze mit den Spielerinnen macht. Ich weiß gar nicht, wie wir es geschafft haben, uns noch auf Basketball zu konzentrieren." (ab Minute 12:30)

Romy Bär (Rheinland Lions) am Ball
Mit 35 Jahren war Romy Bär bei den Rheinland Lions noch Leistungsträgerin und Führungsfigur. Bildrechte: IMAGO / osnapix

Simon Roth sagt: "Ich sehe die Liga am Scheideweg. Möchte sie diesen Abwärtstrend weiterführen und in eine komplette Irrelevanz schlittern? Oder möchte sie den Kahn herumreißen?" (ab Minute 27:00)

Simon Roth, Podcast Talkin Her Game
Simon Roth glaubt, dass die DBBL-Klubs noch mehr auf deutsche Spielerinnen setzen sollten. Bildrechte: MDR/Lucas Kröger

Nina Probst sagt: "Also mir führt das einmal mehr vor Augen, wie wenig Geld eigentlich im deutschen Damen-Basketball vorhanden ist. Vor allem für die Fans und Spielerinnen ist das eine Situation, die nicht tragbar ist und mit professionellem Sport dann am Ende wenig zu tun hat." (ab Minute 18:10)

Nina Probst, Basketball-Journalistin
Nina Probst übt ob der Insolvenz der Rheinland Lions strukturelle Kritik an der Damen-Basketball-Bundesliga. Bildrechte: MDR/Probst

Über den Podcast "Ostball" – das ist der Podcast über erstklassigen Basketball aus dem Osten. Alle zwei Wochen erzählt Moderator Daniel George in einer neuen Folge die besten Geschichten des ostdeutschen Basketballs.

Mit Chemnitz, Rostock und Weißenfels bei den Männern sowie Halle bei den Frauen gibt es schließlich drei Erstliga-Standorte im Osten. Aber auch viele Protagonisten wie Spieler, Trainer und Verantwortliche, die mittlerweile anderswo tätig sind, haben dort ihre Wurzeln.

Wo der Podcast zu hören ist

Podcasts FCM und HFC
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Daniel George
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Über den Moderator Daniel George wurde 1992 in Magdeburg geboren. Er erkannte schnell, dass es auf dem Parkett für mehr als eine stabile Landesliga-Karriere beim großartigsten Dorfverein der Welt, dem TSV Niederndodeleben, nicht reicht.

Also begann der Zwei-Meter-Center mit dem Schreiben über Basketball. Zunächst für die Mitteldeutsche Zeitung über den Oberligisten BC Anhalt aus Dessau, dann über den Regionalligisten Aschersleben und schließlich über den Bundesligisten Weißenfels.

Inzwischen hat er für den MDR mehrere Dokumentationen über Basketball produziert: unter anderem "Plan A" über Nationalspieler Andreas Obst und "Built to win" über die SBB Baskets Wolmirstedt. Außerdem schreibt er für das Fachmagazin "BIG" über Basketball im Osten. Im Podcast "Ostball" spricht er nun auch regelmäßig über den Sport seines Herzens.

MDR (Daniel George)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 19. Januar 2023 | 08:00 Uhr

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