Ehrenamt Claudia Koch aus Ilmenau ist "Thüringerin des Monats" Dezember

Als Sprecherin der Landeselternvertretung vermittelt Claudia Koch zwischen Elternschaft und Bildungsministerium und kämpft für die Bildungschancen der Kinder. Für ihr außergewöhnliches Engagement in der Coronakrise erhält sie die Auszeichung: Thüringerin des Monats Dezember!

Claudia Koch mit Auszeichnung und Blumenstrauß
Claudia Koch ist Thüringerin des Monats Dezember. Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für so viel ehrenamtliches Engagement! Bildrechte: MDR/Dienemann

Das Corona-Jahr 2020 hat die Schulen besonders getroffen. Der Unterricht und das Schulleben wurden mehrfach eingeschränkt. Die Situation verlangte von Kindern, Eltern, Lehrern und politisch Verantwortlichen viel Einsatz ab. Gut, wenn es da statt gegenseitiger Vorwürfe möglichst viele gemeinsame Anstrengungen gibt. Dafür setzt sich Claudia Koch, die Sprecherin der Landeselternvertretung und Schulelternsprecherin der Goetheschule in Ilmenau ein. Für ihr außergewöhnliches Engagement in diesem Krisenjahr zeichnen sie MDR THÜRINGEN und die Thüringer Ehrenamtsstiftung als Thüringerin des Monats aus.

Diplomatin und Kommunikationsexpertin der Landeselternvertretung

Mit dem System Schule kennt sich Claudia Koch aus. Denn sie hat in Jena Pädagogik mit Schwerpunkt Fremdsprachen studiert. Sie will Eltern und Schülern erklären, wie dieses System funktioniert und warum wegen der Corona-Pandemie manch unpopuläre Entscheidung notwendig ist. Die 51-Jährige scheut sich aber auch nicht, an den verantwortlichen Stellen bis hin zum Ministerium den Finger in die Wunde zu legen und zu sagen: "Ich weiß, dass Ihr das umsetzen könnt. Das ist zwar unangenehm. Aber es muss gehen."

Für ihre Arbeit beim Vermitteln, Insistieren und Kommunizieren schätzt auch Thüringens Bildungsminister Helmut Holter Claudia Koch sehr und hat ihr deshalb persönlich zur Auszeichnung als "Thüringerin des Monats" gratuliert: "Sie arbeitet beispielgebend für viele, die im Ehrenamt tätig sind. Wir haben ein gutes, konstruktives kritisches Verhältnis – und das ist auch gut so – aber immer von einer guten Menschlichkeit geprägt. Und das zeichnet sie auch aus."

Laudatio von Bildungsminister Helmut Holter
Kleine Laudatio von Bildungsminister Helmut Holter bei der Preisverleihung. Bildrechte: MDR/Dienemann

Gesicht und Stimme der Landeselternvertretung

In der Landeselternvertretung ist Claudia Koch nicht die Chefin, aber diejenige, die in diesem Jahr von den Medien am häufigsten zitiert und für Interviews oder Gesprächsrunden angefragt wurde. Der gemeinsame Landeselternsprecher aller Schularten, Roul Rommeiß, schätzt ihre Arbeit im Team, ihr fundiertes Fachwissen und ihre Art zu kommunizieren. "Sie hat uns als Gesicht und Stimme der Landeselternvertretung voran gebracht, sich gerade in der Corona-Pandemie als Kommunikationsknotenpunkt zu den Eltern entwickelt und kann diese Aufgabe mit unheimlichem Engagement und Empathie umsetzen."

So muss Claudia Koch derzeit zum Beispiel oft erklären, dass Forderungen nach geteilten Klassen und mehr Video-Unterricht wegen der Corona-Pandemie gar nicht realisierbar sind. An vielen Schulen sind zahlreiche Lehrer selbst in Quarantäne oder erkrankt. Deshalb sagt sie: "Wir haben schon nicht genug Lehrer, um überhaupt noch Unterricht durchführen zu können, geschweige denn doppelt so viele." Und die Sache mit dem Video-Unterricht scheitere sehr oft noch an zu langsamen Internet-Zugängen der Schulen.

Fulltime-Job im Ehrenamt plus Familie und Unternehmen

"Im Moment versuche ich meinen Tag ganz streng zu strukturieren, ansonsten schwimmt mir die Zeit weg", erklärt die selbständige Übersetzerin englischsprachiger Literatur und Mutter von zwei Söhnen. Sie habe ihren jüngeren Sohn vor ihrer Kandidatur für die Landeselternvertretung gefragt, ob das für ihn okay ist. Und das ist es – er ist jetzt in der zehnten Klasse und selbst stellvertretender Schülersprecher an der Ilmenauer Goetheschule.

Die Familie weiß, warum ihr Ehrenamt so wichtig ist. Keiner habe aber wissen können, dass es so heftig kommt, bilanziert Claudia Koch dieses Jahr. Sie vergleicht die Corona-Krise mit einem Tsunami. Dies kam plötzlich mit unerwarteter Heftigkeit. Alle hätten versucht den Überblick zu behalten, möglichst wieder vor die Welle zu kommen und wieder Herr der Lage zu werden. Das sei eine Aufgabe, die noch eine Weile andauern werde. Claudia Koch will in ihrem Ehrenamt auf alle Fälle weiter machen und wünscht sich von allen noch mehr Kreativität im Umgang mit der Situation:

Ich würde mir wünschen, dass Entscheidungsträger auf jeder Ebene wissen, welche Entscheidungen sie treffen können und diese dann auch treffen. - Da gehört sicherlich viel Mut dazu.

Claudia Koch, Sprecherin der Landeselternvertretung

Aktion "Thüringer des Monats" "Thüringer des Monats" ist eine Aktion von MDR THÜRINGEN und der Thüringer Ehrenamtsstiftung. Seit 1994 wird die Auszeichnung vergeben. Das Engagement von Menschen, die in ehrenamtlicher Arbeit Außergewöhnliches geleistet oder sich in besonderer Weise für Mitmenschen in Thüringen eingesetzt haben, wird hiermit besonders gewürdigt.

Eine Jury aus Hörfunk- und Fernsehjournalisten von MDR THÜRINGEN sowie der Thüringer Ehrenamtsstiftung hat die Qual der Wahl: Jeden Monat gehen viele Bewerbungen ein - per Mail oder per Post. Aber nur eine oder einer kann mit dem Titel "Thüringer des Monats" ausgezeichnet werden. Die Jury macht es sich mit der Entscheidung nicht leicht, denn eigentlich hat jede(r) Kandidat(in) diese Auszeichnung verdient.

Im Dezember wird dann aus den 12 Thüringern des Monats von den Hörern von MDR THÜRINGEN, den Zuschauern des MDR THÜRINGEN JOURNAL sowie den Nutzern von MDR.DE der "Thüringer des Jahres" gewählt und im festlichen Rahmen im MDR LANDESFUNKHAUS THÜRINGEN in Erfurt ausgezeichnet.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dvs

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 04. Dezember 2020 | 19:00 Uhr

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