Vollmond im Oktober und die dunkle Seite des Mondes

Am 20. Oktober wird der Erdtrabant in seiner monatlichen Opposition stehen. Somit befindet er sich in einer Linie zur Erde und Sonne: Es wird Vollmond sein. Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum wir immer nur eine Seite des Trabanten sehen? Wann entstand das erste Foto seiner Rückseite? Mehr Infos finden Sie hier:

Um 3.30 Uhr (UT) des 7. Oktober 1959 wird das erste Foto von der Rückseite des Mondes geschossen. Aufgenommen von der sowjetischen Raumsonde Lunik III.
Das erste Foto der Mondrückseite enstand vor 62 Jahren. Bildrechte: Luna 3-1 / Russian Space Agency

Seine monatliche Opposition wird der Erdtrabant am 20. Oktober erreichen. Dann wird er als Vollmond am Erdhimmel zu sehen sein. Zu diesem Zeitpunkt werden Sonne, Mond und Erde auf einer Linie stehen - der Mond wird sich dabei hinter die Erde stellen.

Das letzte Mal befand sich der Erdtrabant am 21. September im Vollmond. Um seinen nächste Vollmondphase zu erreichen braucht der Mond 29,56 Tage. Das ist die Zeit, die er für eine komplette Umrundung der Erde benötigt – auch Mondzyklus oder Mondperiode genannt.

Wie funktioniert der Mondzyklus?

Der Mondzyklus fängt üblicherweise bei Neumond an. Dann befindet sich der Erdtrabant in Konjunktion und steht in einer Linie zwischen Erde und Sonne. Da nun seine von der Erde abgewandte Seite von der Sonne bestrahlt wird und die uns zugewandte Seite dunkel bleibt, können wir am 6. Oktober keinen Mond am Himmel sehen.

In den nächsten Tagen werden wir eine zunehmende Mondsichel am Nachthimmel erkennen können. Am 13. Oktober zeigt sich der Trabant als zunehmender Halbmond. Von der Sonne aus gesehen steht er nun neben der Erde. Bei seiner Wanderung um die Erde wird seine scheinbare Fülle weiter zunehmen. Nach einer Woche wird er als Vollmond am Nachthimmel stehen.

Mondphasen 1 min
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29,53 Tage braucht der Mond, um die Erde einmal zu umrunden. Von uns aus wirkt es so, als nehme der Mond zu, erstrahle dann rund und voll und nehme wieder ab.

Fr 28.06.2019 10:04Uhr 01:24 min

https://www.mdr.de/wissen/astrokalender/Mondzyklus-Mondphasen-102.html

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In den darauffolgenden Tagen wird er abnehmen. Zumindest sieht es von der Erde aus so aus. Am 24. Oktober wird er als Mini-Mond am Himmel stehen. Das heißt, dass seine scheinbare Größe kleiner ist als üblich. Das hat der Mond seiner elliptischen und eiernden Umlaufbahn zu verdanken. Er wird dann 405.615 Kilometer von der Erde enfernt sein.

Am 28. Oktober wird er dann als abnehmender Halbmond zu sehen sein. Die nächste Neumondphase und ein neuer Mondzyklus beginnen am 4. November. Der nächste Vollmond wird am 19. November erscheinen – es ist ein Mini-Vollmond. Außerdem findet an diesem Tag eine Halbschattenfinsternis statt.

Warum zeigt der Mond uns nur eine Seite?

Übrigens: Der Mond braucht für eine Umrundung um die eigene Achse genau so lange, wie er für seine Wanderung um die Erde benötigt. Die Eigendrehung ist an die Umlaufbahn gekoppelt – auch gebundene Rotation genannt. Bei eng zusammenstehenden Himmelskörpern ist dies keine Seltenheit. Deshalb dreht der Mond der Erde stets dieselbe Seite zu. Diese erstrahlt auch bei Vollmond, während bei Neumond genau die andere angestrahlt wird. Mondtage und Mondnächte dauern jeweils so lang wie die Zeit zwischen diesen beiden Stellungen, nämlich etwa 14,76 Tage.

Das erste Foto der Mondrückseite

Seitdem der erste Mensch auf der Erde gewandert ist, kennt er nur eine Seite des Mondes: die uns zugewandte Vorderseite. Das änderte sich am 7. Oktober 1959. Um 4.30 Uhr (MEZ) befand sich die sowjetische Raumsonde Lunik III auf der Dunklen Seite des Mondes – mit 6.200 Kilometer Entfernung zur Mondoberfläche. Schließlich schoss sie das erste von 29 Fotos. Die Qualität war jedoch so schlecht, dass der damalige Vorsitzende der sowjetischen Akademie der Wissenschaften, Mstislaw Keldysch, dazu sagte: "Der Mond ist empört, dass wir seine verbotene Seite anschauen."

Um 3.30 Uhr (UT) des 7. Oktober 1959 wird das erste Foto von der Rückseite des Mondes geschossen. Aufgenommen von der sowjetischen Raumsonde Lunik III.
Um 3.30 Uhr (UT) des 7. Oktober 1959 wird das erste Foto von der Rückseite des Mondes geschossen. Aufgenommen von der sowjetischen Raumsonde Lunik III. Bildrechte: Luna 3-1 / Russian Space Agency

Wirklich dunkel ist die Rückseite natürlich nicht, da auch dort zwei Erd-Wochen am Stück Tag herrscht. Trotzdem hat es der Begriff auch in die Popkultur geschafft. 1973 brachte die Band Pink Floyd ihr achtes (und erfolgreichstes) Album heraus: The Dark Side of the Moon. Die Dunkle Seite des Mondes ist bis heute ein geläufiger Begriff.