"DART"-Mission NASA-Sonde erfolgreich in Asteroid gekracht

Der erste Versuch, einen Himmelskörper im All absichtlich zu rammen, war ein voller Erfolg. In der Nacht zu Dienstag (27.09.2022) ist eine NASA-Sonde in den Asteroiden Dimorphos geflogen. Mit der "DART" genannten Mission sollen Erkenntnisse für den Schutz der Erde geliefert werden.

Livestream der NASA DART Mission
Der Livestream der NASA zur DART-Mission kurz vor dem Einschlag auf Dimorphos. Bald darauf brach die Übertragung ab. Bildrechte: IMAGO / UPI Photo

Wohl selten wurde ein Störbild so beklatscht, wie am Dienstag um 1:14 Uhr unserer Zeit. Wie geplant traf die DART-Sonde der US-Raumfahrtbehörde NASA auf den Asteroiden Dimorphos, woraufhin die Übertragung durch die auf der Sonde angebrachten Kamera abbrach. Bis kurz vorher war nicht klar gewesen, ob die am 24. November 2021 gestartete Sonde auch wirklich ihr Ziel in rund elf Millionen Kilometern Entfernung von der Erde erreichen würde. Immerhin war die etwa Getränkeautomaten-große Sonde mit einer Geschwindigkeit von mehr als sechs Kilometer pro Sekunde unterwegs und musste in den unendlichen Weiten des Weltalls auf einen Himmelskörper von den Ausmaßen eines Fußballfelds treffen. Dimorphos ist nämlich nur eine Art Mond des deutlich größeren Asteroiden Didymos, den er in gut einem Kilometer Entfernung umkreist.

"Neue Ära der Menschheit beginnt"

Mit der Mission DART (Double Asteroid Redirection Test) will die NASA untersuchen, wie sich die Flugbahn eines Asteroiden durch einen solchen gezielten Aufprall verändern lässt. Damit soll vor allem ein Beitrag zum Schutz der Erde vor dem möglichen Einschlag eines Asteroiden geleistet werden. Didymos und Dimorphos sind zwar als potenziell gefährliche Himmelskörper eingestuft, das bedeutet aber nur, dass sie sich in den nächsten 100 Jahren der Erde auf maximal 7,5 Millionen Kilometer annähern. Nach Angaben der NASA besteht auch nach dem DART-Experiment keine Gefahr durch die beiden Asteroiden.



Stattdessen habe die 330 Millionen Euro teure Mission Geschichte geschrieben, betonte die NASA-Managerin Lori Glaze. "Wir brechen jetzt in eine neue Ära der Menschheit auf, in der wir die Möglichkeit haben könnten, uns gegen den Einschlag eines Asteroiden zu schützen." Nach dem erfolgreichen Aufprall beginne nun die eigentliche wissenschaftliche Arbeit, so Glaze. Neben der NASA sind an der Analyse auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Museum für Naturkunde Berlin beteiligt. 2024 startet dazu auch die "Hera"-Mission der europäischen Raumfahrtbehörde Esa.

Links/Studien

Die NASA veröffentlicht hier regelmäßig Updates zur DART-Mission.

cdi/dpa

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