US-Physiker berechnen Corona-Hustenwolken ohne Masken ein Vielfaches größer

Masken können die Ausbreitung von Coronaviren in geschlossenen Räumen deutlich eingrenzen. US-Physiker fanden heraus, dass das Volumen von Hustenwolken ohne Masken zwischen sieben und 23-mal größer ist als mit Masken.

Hustende Frau mit Maske
Eine hustende Frau: Mund-Nasen-Bedeckungen schränken das Volumen von Hustenwolken deutlich ein. Bildrechte: imago images/Panthermedia

Der Husten eines an der Atemwegserkrankung Covid-19 erkrankten Patienten kann in geschlossenen Räumen ein Luftvolumen mit Sars-Cov-2-Viren kontaminieren, welches 23-mal so groß ist wie die ursprüngliche Hustenluft selbst. Das haben Physiker des American Institute of Physics (AIP) berechnet. Ihre Studie erschien in dem AIP-Fachjournal "Physics of fluid".

Zurückgelegte Entfernung entscheidend

Wie stark eine erkrankte Person ohne Maske hustet, ist demnach nicht das Entscheidende. Anfangsgeschwindigkeit und Volumen der ausgestoßenen Hustenluft haben auf die Größe der daraus entstehenden Hustenwolke keinen entscheidenden Einfluss. Anders ist das bei der Entfernung, welche die ausgestoßene Hustenluft zurücklegt. Je weiter sie sich vom Mund entfernt, desto mehr vermischt sie sich mit der Umgebungsluft, wodurch das Volumen der Hustenwolke zunimmt.

Ausbreitung von Hustenluft in geschlossenen Räumen
Das Volumen der Hustenwolke, die von einem Menschen erzeugt wird, nimmt mit Entfernung und Zeit zu, da die Umgebungsluft in die Wolke eindringt. Bildrechte: Amit Agrawal and Rajneesh Bhardwaj

Masken schränken Wolken-Volumen ein

Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung schränkt diesen Prozess erheblich ein. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass das Wolken-Volumen ohne Maske etwa siebenmal größer ist als mit einer chirurgischen Maske und 23-mal größer als mit einer N95-Maske.

Angela Merkel und Jens Spahn in Plenarsitzung im Bundestag
Kanzlerin Merkel und Gesundheitsminister Spahn mit Mund-Nasen-Bedeckung. Bildrechte: imago images / Christian Spicker

Aber auch andere Maßnahmen können die Expansion der Hustenluft zur großen Hustenwolke einschränken: "Wir fanden heraus, dass alles, was die von der Wolke zurückgelegte Strecke verringert, wie eine Maske, ein Taschentuch oder das Husten in einen Ellenbogen, den Raum, in dem sich die Tröpfchen beim Husten verteilen, und damit die Infektionsgefahr stark verringern", sagt Rajneesh Bhardwaj, ein Autor der Studie.

Wolke sekundenlang in der Luft

Die US-Forscher stellten auch fest, dass die ersten fünf bis acht Sekunden nach dem Husten für die Tröpfchen- und damit Viren-Verbreitung in der Luft entscheidend sind. Nach dieser Zeit beginne sich die Hustenwolke aufzulösen.

Die gewonnenen Erkenntnisse über Ausbreitung und Eigenschaften von Hustenwolken sind nach Angaben der Forscher wichtig, um die Belüftung geschlossener Räume besser zu gestalten und so die Ausbreitung des Sars-Cov-2-Virus zu reduzieren.

(dn)

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2 Kommentare

MDR-Team vor 5 Wochen

Das stimmt - allerdings hat Klaus Reinhardt dabei darauf verwiesen, dass es auch daran liege, dass die Masken halbfeucht getragen oder eine Woche nicht gewaschen würden.

wo geht es hin vor 5 Wochen

Da hat der Chef der Ärztekammer gestern bei Lanz aber was ganz anderes behauptet.

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