Covid-19 Klinische Studien zu Corona Impfungen und Medikamenten: Wer finanzierte die Forschung?

Im Eiltempo wurden Impfstoffe gegen Covid-19 entwickelt und getestet, ebenso Medikamente gegen Covid-19. Eine neue Studie zeigt nun, wer diese klinischen Studien finanziert hat. Ohne Staat wäre es nicht gegangen.

Ein Wissenschaftler / eine Wissenschaftlerin trägt Daten auf einem Tablet ein.
Britische Forscher haben untersucht, wer die Studien gegen Corona finanziert hat. Bildrechte: IMAGO / Westend61

Die enorm schnelle Entwicklung der Impfstoffe gegen Covid-19 gilt als großer Erfolg der modernen Medizin und Pharmaindustrie. Zugleich konnte die Sterblichkeitsrate bei Infektionen mit dem Coronavirus ebenfalls rasch gesenkt werden, vor allem durch rasche Erkenntnisse darüber, welche Medikamente schwer Kranken weiterhelfen. Beide Fortschritte haben mit den zahlreichen klinischen Studien zu tun, die seit Beginn der Pandemie gestartet wurden. Eine neue britische Studie zeigt nun, wer diese Forschungen finanziert hat und wie wichtig Investitionen der Pharmaindustrie im Vergleich mit denen der öffentlichen Hand waren.

Über 1900 klinische Studien zu Covid-19 in etwas mehr als einem Jahr

Das Team um Elias Mossialos von der London School of Economics (LSE) hat insgesamt 1.977 klinische Studien zu Covid-19 ermittelt, die bei der US-Regierung zwischen Januar 2020 und August 2021 offiziell registriert wurden. Diese Corona bezogenen Studien machten in dieser Zeit rund 13,9 Prozent aller durchgeführten klinischen Studien aus.

Die öffentliche Hand finanzierte demnach mit 57,9 Prozent ganz klar die Mehrheit der Untersuchungen. Unternehmen dagegen bezahlten 27,3 Prozent der Studien. Auf gemeinsame Projekte von Staaten und Firmen, etwa im Rahmen der Operation Warp-Speed der US-Regierung, entfielen 14,8 Prozent.

Corona Impfungen versprachen sichere Gewinne

Die öffentliche Finanzierung spielte demnach vor allem zu Beginn der Pandemie eine große Rolle. Im April 2020 finanzierten Staaten 77,1 Prozent aller neuen Studien. Im August 2021 waren es nur noch 30,5 Prozent.

Regierungen konzentrierten sich dabei vor allem auf Projekte, bei denen Therapeutika für schwer Erkrankte getestet wurden, also etwa existierende Medikamente auf ihren Nutzen gegen Covid-19 untersucht wurden. Diese Studien machten etwa 85 Prozent aller Untersuchungen im Zusammenhang mit Covid-19 aus. Sie wurden zu 61,8 Prozent öffentlich und zu 24,6 Prozent privat finanziert.

Impfstoffe dagegen machten nur 15 Prozent aller klinischen Tests aus. Sie wurden allerdings zu 42,7 Prozent privat und nur zu 35,4 Prozent öffentlich finanziert. (Die jeweiligen fehlenden Prozent entfielen auf Public-Private-Partnerships). Als Grund für diesen Unterschied nehmen die Autoren an, dass Impfungen von Beginn an als lohnendere Investitionen erschienen, mit denen sich sicherer Gewinne erwirtschaften ließen.

Öffentliche Gelder entscheidend für den medizinischen Fortschritt gegen Corona

Zugleich zeigten die Daten, dass die öffentliche Hand vor allem zu Beginn der Pandemie eine entscheidende Rolle für den raschen Fortschritt bei der klinischen Forschung gespielt habe, so das Fazit der Autoren.

(ens)