Raumfahrt Virgin Galactic: Richard Branson fliegt am 11. Juli ins All – vor Jeff Bezos

Richard Branson soll mit einer kleinen Crew aus vier Missionsspezialisten und zwei Piloten in den Weltraum aufbrechen. Am 11. Juli wird sich das Startfenster der "Unity 22"-Mission öffnen. Das ganze Event wird live übertragen. Damit hat der Startschuss für den privaten Weltraum-Tourismus offiziell begonnen.

Vier Männer und zwei Frauen in blauen Uniformen vor einem Fenster
Die Unity 22 Crew: Chefpilot Dave Mackay, leitender Betriebsingenieur Colin Bennett, Chef-Astronautenausbilderin Beth Moses, der Gründer von Virgin Galactic Richard Branson, die Vizepräsidentin für Regierungsangelegenheiten und Forschungsbetrieb Sirisha Bandla und der Pilot Michael Masucci (v.l.n.r.). Bildrechte: Virgin Galactic

Was bisher Gerüchte zu einem ersten Weltraumflug des Unternehmers und Milliardärs Sir Richard Branson waren, ist jetzt bestätigt. Der Gründer des privaten Raumfahrtunternehmens Virgin Galactic soll am 11. Juli in den Weltraum fliegen – gemeinsam mit einer kleinen Crew.

Damit nimmt das Geschäft mit dem Weltraum-Tourismus Fahrt auf. Virgin Galactic bringt die ersten Menschen auf einem rein privaten Trip in den Orbit (alle bisherigen Weltall-Touristen flogen mit russischen Raketen). Die Tickets für die nach diesem bemannten Test anstehenden Flüge konnten schon lange vorbestellt werden – der Preis: 250.000 US-Dollar. Trotz des zunächst hoch erscheinenden Preises ist die Warteliste lang. Auch nach jahrelangen Verzögerungen ist das Interesse an einem Weltraumflug bei Bransons Kundinnen und Kunden immer noch da.  

Ich glaube wirklich, dass der Weltraum uns allen gehört.

Richard Branson

Das Trägerflugzeug und Raumschiff von Virgin Galactic heben ab.
Das Trägerflugzeug und Raumschiff von Virgin Galactic heben ab. Bildrechte: Virgin Galactic

Konkurrenzdruck beim Weltraum-Tourismus

Erst schien es, als müssten die ersten Weltraumtouristen, die mit einem privaten Start-up ins All fliegen wollen, noch lange warten. Dann verkündete Bransons Konkurrent Jeff Bezos, der Gründer von Amazon, dass er am 20. Juli 2021 mit seinem Bruder und einer Touristin ins All fliegen wird – natürlich mit seiner eigenen Rakete: der New Shepard von Blue Origin.

Und auch Elon Musk kündigte an, dass er in das Geschäft des Weltraum-Tourismus einsteigen wird. Mit der der Moon-Mission wird er die ersten Menschen auf eine Mondrundreise schicken. 2023 soll es soweit sein. Gemeinsam mit dem in Houston ansässigen Startup Axiom Space soll SpaceX Ende 2021 auch noch drei Touristen für einen zehntägigen Aufenthalt auf die Internationale Raumstation ISS schicken.

Nach dem unbemannten Testflug von Virgin Galactics Raumschiff am 22. Mai kamen dann die ersten Gerüchte auf: Richard Branson wolle noch vor Jeff Bezos ins All fliegen. Das Unternehmen konnte die Gerüchte nur teilweise bestätigen. Zwar soll Branson in den Weltraum aufbrechen, einen Termin gebe es aber nicht.

Aufbruch ins All

Am 1. Juli kam dann die Nachricht: Branson soll mit vier Missionsspezialisten und zwei Piloten in den Weltraum fliegen. Das Startfenster für einen Flug öffnet sich am 11. Juli. Das Event soll live übertragen werden. Der Stream wird voraussichtlich um 15 Uhr (MESZ) beginnen. Über die Social Media-Kanäle des Unternehmens kann man den Flug dann mitverfolgen.

Es ist eine Sache, den Traum zu haben, den Weltraum für alle zugänglicher zu machen. Es ist eine andere für ein unglaubliches Team, diesen Traum gemeinsam in die Realität umzusetzen.

Richard Branson

Bevor dann die ersten Kundinnen und Kunden von Virgin Galactic auf den knapp zehnminütigen Weltraum-Trip geschickt werden, soll es noch zwei weitere Testflüge geben. Der kommerzielle Betrieb kann dann ab 2022 aufgenommen werden, teilte das Unternehmen in seiner Pressemitteilung mit.

1 Kommentar

Harka2 vor 15 Wochen

Ein Haufen Geld dafür, dass man am Rand des Weltraums mal ankratzen durfte. Einen echter Weltraumflug in stabilen Orbit um den Planeten stellen diese Suborbitalflüge nicht dar. Es geht hoch hinaus, aber auch genauso schnell auch wieder runter. Das ist das Niveau der USA aus den 1950er Jahren. Gagarin zeigte auf, wie man es richtig macht. Inzwischen können das auch die Chienesen (mit russischer Hilfe) und demnächst auch die Inder.