Das Weltraumteleskop "James Webb" fliegt kurz vor Weihnachten ins All

Das neue Weltraumteleskop James Webb soll am 18. Dezember in den Weltraum geschickt werden. Der ursprüngliche (und bereits mehrfach verschobene) Starttermin wurde noch einmal um eineinhalb Monate nach hinten geschoben. Vor Weihnachten könnte das Teleskop bereits in Betrieb gehen.

Die ausgebreiteten Spiegel des James-Webb-Weltraumteleskops.
Das James-Webb-Weltraumteleskop mit ausgeklappten Spiegeln. Bildrechte: NASA, Desiree Stover

Mit dem "James Webb" wird das nächste Weltraumteleskop in den Weltraum geschickt, um neue hochauflösende Bilder von fernen Galaxien zu schießen. Am 18. Dezember soll mit der europäischen Ariane 5 Trägerrakete der Start erfolgen. Der Launch ist vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana an der Nordostküste Südamerikas geplant.

"Jetzt, da wir ein Observatorium und eine startbereite Rakete haben, freue ich mich auf den großen Tag und die erstaunliche Wissenschaft, die uns bevorsteht", verkündet Gregory L. Robinson, der Programmdirektor von Webb im NASA-Hauptquartier in einer Pressemitteilung der amerikanischen Raumfahrtbehörde vom 8. September. Zu diesem Zeitpunkt bereitet sich das Webb-Team auf die Verschiffung des Teleskops vor.

Dafür werden die letzten Konfigurationen des Observatoriums überprüft, damit es nach dem Start auch einwandfrei funktioniert. Dass es dann immer noch zu Problemen kommen kann, hatte das Hubble-Weltraumteleskop nach seinem Start im April 1990 gezeigt. Der damalige Leiter der europäischen Hubble-Koordinierungsstelle in Garching, Rudolf Albrecht, erklärte: "Im Teleskop war alles einstellbar. Was nicht einstellbar war, war die Form des Hauptspiegels." Die Probleme wurden dann bei den eingeplanten Service-Einsätzen von Astronauten behoben. Wenn die letzten Konfigurationen beim James-Webb-Weltraumteleskop abgeschlossen sind, wird es zu seinem Startplatz nach Kourou gebracht.

Wie groß das James-Webb-Weltraumteleskop tatsächlich ist, kann man auf diesem Foto erkennen.
So groß ist das James-Webb-Weltraumteleskop: zwölf mal 22 Meter. Erst die Menschen machen den Größenvergleich wirklich sichtbar. Bildrechte: NASA, Chris Gunn

Hohe Erwartungen an das neuste Weltraumteleskop

Die Hauptbestandteile der Ariane 5 Rakete sind bereits in Kourou angekommen. Gefertigt wurden sie in Europa. Die Anforderungen und Erwartungen an das Teleskop sind groß, wie eine weitere Pressemitteilung der NASA vom 15. Juli zeigt: "Das James-Webb-Weltraumteleskop wird nach seinem Start im Jahr 2021 das weltweit führende Observatorium für Weltraumforschung sein. Webb wird Rätsel in unserem Sonnensystem lösen, einen Blick auf ferne Welten um andere Sterne werfen und die geheimnisvollen Strukturen und Ursprünge unseres Universums und unseren Platz darin erforschen."

Das James-Webb-Weltraumteleskop ist ein internationales Projekt, das von der NASA, der ESA und der kanadischen Raumfahrtbehörde CSA betrieben wird. Die Ausmaße des neuen Teleskop sind gigantisch: Während das Hubble-Weltraumteleskop 13,20 Metern lang ist und einen Durchmesser von 4,20 Metern hat, und damit ungefähr so groß wie ein zweiachsiger Bus ist, soll das Webb-Teleskop in etwa so groß wie ein Tennisfeld sein. Das Sonnenschild des Teleskops umfasst zwölf mal 22 Meter.

Die ersten Planungen des 1996 gestarteten Projekt sahen vor, dass das Teleskop 2011 ins All fliegt. Daraus wurde nichts, auch nicht aus dem Starttermin 2014. Zuletzt sollte das Teleskop am 31. Oktober 2021 in den Orbit gebracht werden. Als Trostpflaster veröffentlicht die NASA aber jedes Jahr schaurig-schöne Hubble-Halloween-Bilder.

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