Klimawandel Klimabericht: Warum 2020 ein Rekordjahr war

Wie ändert sich das Klima? Gefühlt können wir alle etwas dazu sagen, aber klare Daten und Vergleiche über Jahrzehnte legt der frisch veröffentlichte "Europäischen Klimabericht " vor, der anhand von Satellitendaten nachweist, wie sich das Klima verändert.

Blumen und Gras auf einer Wiese, darüber der blaue Himmel mit Sonnenschein
Bildrechte: MDR/Mayte Müller

2020 war sowohl global als auch für Europa eines der drei wärmsten Jahre, die jemals aufgezeichnet wurden. Gleiches gilt für den Herbst als auch den Winter 2020. Das zeigt der heute veröffentlichte Europäische Klimabericht. Bisher galt 2016 als wärmstes Jahr. In Europa war es demnach 2020 durchschnittlich um 0,4 Grad wärmer als in allen fünf bisherigen Jahren mit Temperatur-Rekordwerten.

Arktis Eiskonzentration August
Dank Satellitentechnik kann die Entwicklung des Arktis-Eises im Jahresverlauf beobachtet werden - hier die Ausdehnung im August 2020 Bildrechte: ESA/Copernicus Sentinel3

Besonders deutlich zeigen sich die Änderungen beim Vergleich der Temperaturen im Winter: Durchschnittlich war es in Europa im Winter 2020 um 3,4 Grad Celsius wärmer als zwischen 1981 und 2010. Die höchsten überdurchschnittlichen Jahrestemperaturen traten in Nordsibirien und den angrenzenden Teilen der Arktis auf, wo die Temperaturen 6 °C über dem Durchschnitt lagen.

Höchste Treibhausgas-Emissionen seit 2003

Corona-Verkehrsbremse + Text 45 min
Bildrechte: MDR

2020 sind die Konzentrationen der Treibhausgase Kohlendioxid und Methan weiter gestiegen. Vorläufige Schätzungen anhand von Satellitendaten zeigen einen Anstieg von 0,6 und 0,8 Prozent. Das ist seit 2003, dem Beginn der Messungen, der höchste Anstieg. Der etwas verlangsamte Anstieg der CO2-Konzentration wird im Bericht auf die verringerten menschgemachten Emission wegen der Covid-bedingten Sperrzeiten zurückgeführt.

2020: Sonne satt - 86 Stunden über dem Durchschnitt von 1991-2020

2020 war außerdem das sonnenreichste Jahr seit Beginn der Satellitenaufzeichnungen: 86 Stunden mehr Sonnenschein als durchschnittlich in den Jahren 1991 bis 2020. Zwischen 2015 und 2019 war der Durchschnittswert um 76 Stunden übertroffen worden. Hintergrund für die jüngsten Höchstwerte waren mehr Sonnenstunden im Januar bis Mai in Teilen Mittel- und Osteuropas.  

Ski-Langläufer in Loipe bei Sonnenschein und Schnee im Thüringer Wald
Winter mit mehr Sonnenstunden treibt Jahreswerte in die Höhe. Bildrechte: MDR/Michael Hesse

(lfw)

Das könnte Sie auch interessieren:

Wissen

Grafik zum Thema Klima 55 min
Bildrechte: MDR WISSEN, Panthermedia

Zwei Brüder, beide Wissenschaftler in unterschiedlichen Fachrichtungen, aber beide beruflich mit dem Klima befasst, zeigen verschiedene Facetten des Klimawandels auf.

gernelernen mit MDR Wissen Di 02.02.2021 11:00Uhr 55:25 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

23 Kommentare

copecle vor 2 Wochen

Vielen Dank für den Lesetipp. Im Gegenzug empfehle ich "Kulturgeschichte des Klimas" von Wolfgang Behringer.

Ich bin ganz Ihrer Meinung, dass eine streng wissenschaftliche Vorgehensweise zwingend ist. Aus eigener Erfahrung weiß ich leider aber, dass es auch in der Klimaforschung Wissenschaftler gibt, die nach dem Motto "Säge nie den Ast ab, auf dem Du sitzt." handeln.

Letztendlich ist das Klima auf unserem Planeten so komplex, dass wir es bisher nur in Ansätzen verstehen. Die Neigung, die Vorgänge in der Natur in Teilprozesse zu zerlegen und diese zu analysieren, ist dabei auch nicht förderlich, weil die Wahrscheinlichkeit steigt, dass man zu falschen Schlüssen kommt. Daher verbietet sich bisher jeder Versuch eines regulierenden Eingriffs. Welchen Schaden man anrichten kann, sieht man ja unter anderem beim Hochwasserschutz.

Letztlich kann man nur lernen, damit zu leben und so wenig Schaden, wie möglich, anzurichten. Womit wir wieder u.a. beim rationellen Umgang mit Energie sind.

Eulenspiegel vor 2 Wochen

Hallo Copecle
Also ich orientiere mich da ganz klar an die Aussagen der Klimaforschung. Denn ich denke nur wirklich gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse bringen uns da weiter.
Als einstieg kann ich ihnen da ein Buch empfehlen von der Klimaforscherin FRIEDERIKE OTTO.
WÜTENDES WETTER

copecle vor 2 Wochen

Hatte die zehntausend Jahre, die Du erwähntest, nicht ganz so wahrgenommen, wie ich es hätte sollen. Daher fällt das Argument Sahara wohl eher raus. Aber geschichtlich gesehen befinden wir uns eher am Ende einer Eiszeit, also in einer Übergangsphase und diese sind grundsätzlich immer als etwas turbulenter, instabiler zu bezeichnen. Insgesamt bleibt trotzdem festzustellen, dass wir nicht weit voneinander weg sind.