Insekten Können Hummeln stechen?

Die einen sagen, Hummeln könnten stechen. Andere meinen: Quatsch, das können nur Bienen und Wespen. Wie ist es denn nun richtig? Wir haben eine Hummelspezialistin gefragt.

Erdhummel
Sieht ganz schön beeindruckend aus, so ein Hummelstachel Bildrechte: imago images / blickwinkel

Die einen behaupten steif und fest, "Hummeln können nicht stechen!" Die anderen erzählen dagegen, "Ich bin aber schon mal von einer Hummel gestochen worden!" Wer hat Recht? Eigentlich beide.

Männchen ohne, Weibchen mit

Prof. Dr. Sara Diana Leonhardt
Bildrechte: TU München

Des Rätsels Lösung ist ganz einfach: Die Männchen der Hummeln haben keinen Wehrstachel, die Weibchen dagegen schon, sagt Dr. Sara Diana Leonhardt, Professorin für Pflanze-Insekten-Interaktionen an der TU München. "Hummeln stechen dann, wenn sie sich zum Beispiel eingeklemmt fühlen zwischen Bein und Hose oder Rocksaum - aber eben nur die Weibchen." Und bei denen haben sowohl Königinnen als auch Arbeiterinnen Stachel, mit denen sie sich wehren, wenn sie sich bedroht fühlen.

Hummeln sind aber keine aggressiven Insekten, daher erleben wir sehr selten, dass sie stechen. Und wenn es doch geschieht, sind die Stiche harmloser als etwa bei Bienen oder Wespen. Denn die Giftdosis ist bei Hummeln deutlich geringer.

Der kleine Unterschied

Zwischen Hummel-Männchen und Hummel-Weibchen zu unterscheiden ist für Laien aber tatsächlich schwer, sagt die Spezialistin der TU München. Mal gibt es Unterschiede in der Gesichtsfärbung oder der Größe. Nur hat man im Normalfall im Garten oder auf der Wiese keine Exemplare zum direkten Vergleich vor sich. Zudem sitzen Hummeln nicht lange still, wenn sie sich auf Blüten herumtreiben. Und selbst die Unterscheidung der verschiedenen Hummelarten an sich ist nicht leicht und braucht viel Übung.

(lfw/gp)

Nützlinge im Garten Hummeln anhand ihres Aussehens bestimmen

Wiesenhummel, Erdhummel oder doch ein ganz anderer Brummer? Julia Goss hat verschiedene Hummeln präzise aufgezeichnet. Ein ideales Bilderbuch, um die Insekten zu bestimmen und auf Hummel-Entdeckungstour zu gehen!

Zeichnung einer Wiesenhummel
Die Wiesenhummel hat ein rotes Hinterteil und - im Gegensatz zur Steinhummel - einen oder auch zwei gelbe Streifen. Bildrechte: MDR/ Julia Goss
Zeichnung einer Wiesenhummel
Die Wiesenhummel hat ein rotes Hinterteil und - im Gegensatz zur Steinhummel - einen oder auch zwei gelbe Streifen. Bildrechte: MDR/ Julia Goss
Zeichnung einer Gartenhummel
Die Gartenhummel hat ein weißes Hinterteil und gelbe Streifen. Bildrechte: MDR/ Julia Goss
Zeichnung einer Steinhummel
Die Steinhummel ist schwarz und hat ein rotes Hinterteil. Bildrechte: MDR/ Julia Goss
Zeichnung einer Erdhummel
Die dunkle Erdhummel ist leicht mit der Gartenhummel zu verwechseln. Dennoch kann man sie unterscheiden: Der hintere gelbe Streifen befindet sich auf dem hinteren Bienenkörper und nicht wie bei der Gartenhummel wie ein Gürtel zwischen Hinterteil und Brust. Bildrechte: MDR/ Julia Goss
Zeichnung einer Ackerhummel
Die Ackerhummel ist farbenfroh und sehr plüschig. Sowohl Hinterteil als auch Brust sind rot. Am Hinterteil hat sie gelb-schwarze Puscheln, die nicht unbedingt wie Streifen aussehen müssen. Bildrechte: MDR/ Julia Goss
Zeichnung eiuner Baumhummel
Die Baumhummel ist an ihrer roten Brust und dem weißen Hinterleib auszumachen. Bildrechte: MDR/ Julia Goss
Alle (6) Bilder anzeigen

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 26. April 2020 | 08:30 Uhr

0 Kommentare