Edison-Moment Neuartige Quantensensoren eröffnen Blick unter die Erde

Es könnte ein Meilenstein der Quantenphysik sein, Straßen- oder Bergbau revolutionieren oder vielleicht sogar helfen, Vulkanausbrüche vorherzusagen: Mithilfe eines neuen Sensors, der an der Uni Birmingham entwickelt wurde, lässt sich buchstäblich unter dem Boden schauen.

Der Sensor wird in der Poole-Höhle eingesetzt.
Der Sensor wird in der Poole-Höhle eingesetzt. Bildrechte: University of Birmingham

Erstmals wurde ein Objekt unter dem Erdboden per Quantentechnik gemessen. Dabei handelt es sich um den weltweit einzigartigen sogenannten "Quanten-Gravitäts-Gradiometer". Dieser könnte laut den beteiligten Forschenden der Universität Birmingham einen Meilenstein für das menschliche Wissen und die industrielle Produktion bedeuten.

Diverse Anwendungsfelder der neuen Technik

Das Prinzip des neuartigen Sensors ist einigermaßen kompliziert: Er arbeitet auf der Grundlage der Quantenphysik, also auf der Wechselwirkung kleinster Teilchen. Dabei werden auf submolekularem Niveau Veränderungen der Mikrogravitation gemessen.

Wichtig sind die konkreten Auswirkungen der neuen Technik. Dazu gehören verringerte Kosten für Straßenbau- und Schienenprojekte. Außerdem können Naturphänomene wie Vulkanausbrüche besser vorhergesagt und natürliche Ressourcen besser entdeckt werden. Zu guter Letzt hilft sie bei archäologischen Ausgrabungen, bei denen Artefakte untersucht werden können, ohne sie zu beschädigen.

Ein "Edison-Moment" für die Wissenschaft

Die Forschenden sind jedenfalls schon euphorisch. "Dies ist ein 'Edison-Moment', der die Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft verändern wird", sagte Prof. Kai Bongs von der Uni Birmingham. So sei man einer Karte unseres Untergrunds einen Schritt näher und könne irgendwann auch das bisher Unsichtbare sichtbar zu machen. "Damit wird eine Situation beendet, in der wir mehr über die Antarktis wissen, als über das, was sich unter unseren Füßen befindet."

cdi