Außerirdisches Leben Studie: 36 intelligente Zivilisationen in der Milchstraße

Es ist vielleicht die größte Frage von allen: Sind wir allein im Universum? Gibt es da draußen intelligentes Leben? Eine aktuelle Studie der Universität von Nottingham hat eine Antwort.

Ein grüner Alien begrüßt an der Area 51 die irdischen Besucher.
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90 Milliarden Lichtjahre von einem Ende zum anderen und darin über 100 Milliarden Galaxien, viele davon viel größer als unsere Milchstraße. Das ist das uns bekannte Weltall. Und allein unsere Heimatgalaxie hat einen Durchmesser von 100.000 Lichtjahren und mindestens 100 Milliarden Sterne (es könnten aber auch 400 Milliarden sein). Da drängt sich die Frage geradezu auf: Wo sind die Aliens? "Die klassische Methode zur Schätzung der Anzahl intelligenter Zivilisationen beruht darauf, dass Werte in Bezug auf das Leben erraten werden, wobei die Meinungen zu solchen Themen sehr unterschiedlich sind", sagt Tom Westby. Er ist der Erstautor einer neuen Studie, die anhand neuer Daten "eine solide Grundlage der Schätzung der Anzahl der Zivilisationen in unserer Galaxie" liefert.

Und das Ergebnis der Arbeit, die heute in The Astrophysical Journal veröffentlicht wurde, lautet: In unserer Galaxis sollte es über 30 intelligente technische Zivilisationen geben.

Wie kommen die Forscher auf diese Zahl?

Die Forscher nahmen als ein Kriterium der Berechnungen den Metallgehalt der Sterne, der wiederum eine Rolle spielt bei der Entwicklung von Planeten. Und sie gingen von der Annahme aus, "dass es fünf Milliarden Jahre dauert, bis sich intelligentes Leben auf anderen Planeten bildet", so Christopher Conselice, Professor für Astrophysik an der Universität von Nottingham, der die Forschung leitete. "Die Idee befasst sich mit der Evolution, aber auf einer kosmischen Skala. Wir nennen diese Berechnung die astrobiologische kopernikanische Grenze."

Die beiden astrobiologischen kopernikanischen Grenzen bestehen den Forschern zufolge darin, dass sich intelligentes Leben in weniger als fünf Milliarden Jahren oder nach etwa fünf Milliarden Jahren bildet - ähnlich wie auf der Erde, wo sich nach 4,5 Milliarden Jahren eine kommunizierende Zivilisation gebildet hat. Seit gut 100 Jahren ist unsere Zivilisation technisch in der Lage, Signale ins All zu senden. Wenn andere technologische Zivilisationen so lange bestehen wie unsere, so die Forscher, wird es in unserer gesamten Galaxie etwa 36 fortlaufende intelligente technische Zivilisationen geben.

Was, wenn keiner antwortet?

Dabei wäre die durchschnittliche Entfernung zur jeweils nächsten allerdings 17.000 Lichtjahre. Unsere Signale würden also erst in 16.900 Jahren bei einer anderen Zivilisation ankommen. Ob diese sehr schwachen Signale dort überhaupt zu entziffern sind, ist mehr als fraglich. Wenn es jedoch passiert - oder nicht, würde uns das mehr darüber verraten, wie lange Zivilisationen überleben, so Christopher Conselice. "Wenn wir alternativ feststellen, dass es in unserer Galaxie keine aktiven Zivilisationen gibt, ist dies ein schlechtes Zeichen für unsere eigene langfristige Existenz."

gp

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